Other Translations: English
From:
Aṅguttara Nikāya 5.55 Nummerierte Lehrreden 5.55
6. Nīvaraṇavagga 6. Das Kapitel über Hindernisse
Mātāputtasutta Mutter und Sohn
Ekaṁ samayaṁ bhagavā sāvatthiyaṁ viharati jetavane anāthapiṇḍikassa ārāme. Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika.
Tena kho pana samayena sāvatthiyaṁ ubho mātāputtā vassāvāsaṁ upagamiṁsu—Nun hatten zu dieser Zeit eine Mutter und ihr Sohn in Sāvatthī den Regenzeitaufenthalt angetreten,
bhikkhu ca bhikkhunī ca. er als Mönch und sie als Nonne.
Te aññamaññassa abhiṇhaṁ dassanakāmā ahesuṁ. Sie wollten einander häufig sehen.
Mātāpi puttassa abhiṇhaṁ dassanakāmā ahosi; Die Mutter wollte ihren Sohn oft sehen,
puttopi mātaraṁ abhiṇhaṁ dassanakāmo ahosi. und der Sohn die Mutter.
Tesaṁ abhiṇhaṁ dassanā saṁsaggo ahosi. Als sie einander häufig sahen, entstand Nähe zwischen ihnen,
Saṁsagge sati vissāso ahosi. und aus der Nähe wurde Vertrautheit.
Vissāse sati otāro ahosi. Und da sie so vertraut waren, überkam sie Wollust.
Te otiṇṇacittā sikkhaṁ apaccakkhāya dubbalyaṁ anāvikatvā methunaṁ dhammaṁ paṭiseviṁsu. Als ihr Geist in Wollust versunken war, hatten sie Geschlechtsverkehr, ohne zuvor die Schulung abzubrechen und ihre Unfähigkeit zu erklären, sie fortzusetzen.
Atha kho sambahulā bhikkhū yena bhagavā tenupasaṅkamiṁsu; upasaṅkamitvā bhagavantaṁ abhivādetvā ekamantaṁ nisīdiṁsu. Ekamantaṁ nisinnā kho te bhikkhū bhagavantaṁ etadavocuṁ: Da gingen mehrere Mönche und Nonnen zum Buddha, verbeugten sich, setzten sich zur Seite hin und berichteten ihm, was vorgefallen war.
“idha, bhante, sāvatthiyaṁ ubho mātāputtā vassāvāsaṁ upagamiṁsu—
bhikkhu ca bhikkhunī ca, te aññamaññassa abhiṇhaṁ dassanakāmā ahesuṁ, mātāpi puttassa abhiṇhaṁ dassanakāmā ahosi, puttopi mātaraṁ abhiṇhaṁ dassanakāmo ahosi.
Tesaṁ abhiṇhaṁ dassanā saṁsaggo ahosi, saṁsagge sati vissāso ahosi, vissāse sati otāro ahosi, te otiṇṇacittā sikkhaṁ apaccakkhāya dubbalyaṁ anāvikatvā methunaṁ dhammaṁ paṭiseviṁsū”ti.
“Kiṁ nu so, bhikkhave, moghapuriso maññati: „Mönche und Nonnen, wie kann dieser unnütze Mann denken,
‘na mātā putte sārajjati, putto vā pana mātarī’ti? dass eine Mutter nicht ihren Sohn begehren könnte oder ein Sohn seine Mutter?
Nāhaṁ, bhikkhave, aññaṁ ekarūpampi samanupassāmi evaṁ rajanīyaṁ evaṁ kamanīyaṁ evaṁ madanīyaṁ evaṁ bandhanīyaṁ evaṁ mucchanīyaṁ evaṁ antarāyakaraṁ anuttarassa yogakkhemassa adhigamāya yathayidaṁ, bhikkhave, itthirūpaṁ. Ich sehe kein einziges Bild, das so erregend, sinnlich, berauschend, fesselnd, betörend und so hinderlich für das Erreichen des unübertrefflichen Refugiums vor dem Joch ist wie das Bild einer Frau.
Itthirūpe, bhikkhave, sattā rattā giddhā gathitā mucchitā ajjhosannā. Lebewesen begehren das Bild einer Frau, sind gierig danach, daran gebunden, davon betört und hängen daran.
Te dīgharattaṁ socanti itthirūpavasānugā. Im Bann des Bildes einer Frau grämen sie sich lange Zeit.
Nāhaṁ, bhikkhave, aññaṁ ekasaddampi … ekagandhampi … ekarasampi … ekaphoṭṭhabbampi samanupassāmi evaṁ rajanīyaṁ evaṁ kamanīyaṁ evaṁ madanīyaṁ evaṁ bandhanīyaṁ evaṁ mucchanīyaṁ evaṁ antarāyakaraṁ anuttarassa yogakkhemassa adhigamāya yathayidaṁ, bhikkhave, itthiphoṭṭhabbaṁ. Ich sehe keinen einzigen Ton … keinen einzigen Geruch … keinen einzigen Geschmack … keine einzige Berührung, die so erregend, sinnlich, berauschend, fesselnd, betörend und so hinderlich für das Erreichen des unübertrefflichen Refugiums vor dem Joch ist wie die Berührung einer Frau.
Itthiphoṭṭhabbe, bhikkhave, sattā rattā giddhā gathitā mucchitā ajjhosannā. Lebewesen begehren die Berührung einer Frau, sind gierig danach, daran gebunden, davon betört und hängen daran.
Te dīgharattaṁ socanti itthiphoṭṭhabbavasānugā. Im Bann der Berührung einer Frau grämen sie sich lange Zeit.
Itthī, bhikkhave, gacchantīpi purisassa cittaṁ pariyādāya tiṭṭhati; Wenn eine Frau geht, hält sie den Geist eines Mannes gefangen.
ṭhitāpi …pe… nisinnāpi … sayānāpi … hasantīpi … bhaṇantīpi … gāyantīpi … rodantīpi … ugghātitāpi … matāpi purisassa cittaṁ pariyādāya tiṭṭhati. Wenn eine Frau steht … sitzt … liegt … lacht … redet … singt … weint … entstellt ist, hält sie den Geist eines Mannes gefangen. Selbst wenn sie tot ist, hält sie den Geist eines Mannes gefangen.
Yañhi taṁ, bhikkhave, sammā vadamāno vadeyya: Denn wenn jemand zu Recht eine Schlinge Māras genannt wird, die rundum angelegt ist, dann sind es Frauenspersonen.
‘samantapāso mārassā’ti mātugāmaṁyeva sammā vadamāno vadeyya:
‘samantapāso mārassā’ti.
Sallape asihatthena, Du kannst mit jemand plaudern, der ein Messer in der Hand hält,
pisācenāpi sallape; selbst mit einem Kobold kannst du plaudern.
Āsīvisampi āsīde, Du kannst neben einer Giftschlange sitzen,
yena daṭṭho na jīvati; deren Biss dir das Leben nähme.
Na tveva eko ekāya, Doch niemals solltest du
mātugāmena sallape. allein mit einer Frauensperson plaudern.
Muṭṭhassatiṁ tā bandhanti, Den Achtlosen fesselt sie
pekkhitena sitena ca; mit einem Blick und einem Lächeln,
Athopi dunnivatthena, oder knapp bekleidet
mañjunā bhaṇitena ca; spricht sie Worte, die bezaubern.
Neso jano svāsīsado, Es ist nicht gut, bei einer Solchen zu sitzen,
api ugghātito mato. selbst wenn sie entstellt oder tot ist.
Pañca kāmaguṇā ete, Diese fünf Arten sinnlicher Erregung
itthirūpasmiṁ dissare; zeigen sich am Körper einer Frau:
Rūpā saddā rasā gandhā, Bilder, Töne, Gerüche, Geschmäcke
phoṭṭhabbā ca manoramā. und so entzückende Berührungen –
Tesaṁ kāmoghavūḷhānaṁ, Die von der Flut der Sinnenfreuden fortgerissen sind
kāme aparijānataṁ; und sie nicht erfassen,
Kālaṁ gati bhavābhavaṁ, werden vom Umherwandern regiert –
saṁsārasmiṁ purakkhatā. Zeit und Bestimmungsort, Leben um Leben.
Ye ca kāme pariññāya, Doch die die Sinnlichkeit vollständig verstanden haben,
caranti akutobhayā; leben allseits furchtlos.
Te ve pāraṅgatā loke, Sie sind in der Welt die, die hinübergelangt
ye pattā āsavakkhayan”ti. und bei der Auflösung der Befleckungen angekommen sind.“
Pañcamaṁ.