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Aṅguttara Nikāya 7.50 Nummerierte Lehrreden 7.50
5. Mahāyaññavagga 5. Das Kapitel über ein großes Opfer
Methunasutta Geschlechtsverkehr
Atha kho jāṇussoṇi brāhmaṇo yena bhagavā tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā bhagavatā saddhiṁ sammodi. Da ging der Brahmane Jānussoṇi zum Buddha und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus.
Sammodanīyaṁ kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretvā ekamantaṁ nisīdi. Ekamantaṁ nisinno kho jāṇussoṇi brāhmaṇo bhagavantaṁ etadavoca: Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte er sich zur Seite hin und sagte zum Buddha:
“bhavampi no gotamo brahmacārī paṭijānātī”ti? „Behauptet Herr Gotama, keusch zu leben?“
“Yañhi taṁ, brāhmaṇa, sammā vadamāno vadeyya: „Brahmane, wenn man von jemandem zu Recht sagen kann,
‘akhaṇḍaṁ acchiddaṁ asabalaṁ akammāsaṁ paripuṇṇaṁ parisuddhaṁ brahmacariyaṁ caratī’ti, mameva taṁ, brāhmaṇa, sammā vadamāno vadeyya: dass er das keusche Leben unversehrt, makellos, ohne Flecken und unbeschädigt führt, vollständig und rein, so bin ich es.“
‘ahañhi, brāhmaṇa, akhaṇḍaṁ acchiddaṁ asabalaṁ akammāsaṁ paripuṇṇaṁ parisuddhaṁ brahmacariyaṁ carāmī’”ti.
“Kiṁ pana, bho gotama, brahmacariyassa khaṇḍampi chiddampi sabalampi kammāsampī”ti? „Aber was, Herr Gotama, ist ein Bruch, ein Makel, ein Fleck oder eine Beschädigung bei der Keuschheit?“
“Idha, brāhmaṇa, ekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā sammā brahmacārī paṭijānamāno na heva kho mātugāmena saddhiṁ dvayaṁdvayasamāpattiṁ samāpajjati; „Da hat zunächst ein Asket oder Brahmane, der behauptet, vollkommen keusch zu leben, keinen Geschlechtsverkehr gemeinsam mit einer Frauensperson.
api ca kho mātugāmassa ucchādanaparimaddananhāpanasambāhanaṁ sādiyati. Doch er stimmt zu, dass eine Frauensperson ihn einölt, massiert, badet und reibt.
So taṁ assādeti, taṁ nikāmeti, tena ca vittiṁ āpajjati. Er genießt es, es gefällt ihm, er findet es befriedigend.
Idampi kho, brāhmaṇa, brahmacariyassa khaṇḍampi chiddampi sabalampi kammāsampi. Das ist ein Bruch, ein Makel, ein Fleck oder eine Beschädigung bei der Keuschheit.
Ayaṁ vuccati, brāhmaṇa, aparisuddhaṁ brahmacariyaṁ carati, saṁyutto methunena saṁyogena na parimuccati jātiyā jarāya maraṇena sokehi paridevehi dukkhehi domanassehi upāyāsehi, na parimuccati dukkhasmāti vadāmi. Das nennt man jemanden, der das keusche Leben unrein lebt, an das Joch des Geschlechtsverkehrs gejocht. Er ist nicht befreit von Wiedergeburt, von Alter und Tod, Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis. Er ist nicht befreit vom Leiden, sage ich.
Puna caparaṁ, brāhmaṇa, idhekacco samaṇo vā brāhmaṇo vā sammā brahmacārī paṭijānamāno na heva kho mātugāmena saddhiṁ dvayaṁdvayasamāpattiṁ samāpajjati, napi mātugāmassa ucchādanaparimaddananhāpanasambāhanaṁ sādiyati; Dann hat da ein Asket oder Brahmane, der behauptet, vollkommen keusch zu leben, keinen Geschlechtsverkehr gemeinsam mit einer Frauensperson, noch stimmt er zu, dass eine Frauensperson ihn einölt, massiert, badet und reibt.
api ca kho mātugāmena saddhiṁ sañjagghati saṅkīḷati saṅkelāyati …pe…. Doch er kichert und spielt und amüsiert sich mit Frauenspersonen …
Napi mātugāmena saddhiṁ sañjagghati saṅkīḷati saṅkelāyati;
api ca kho mātugāmassa cakkhunā cakkhuṁ upanijjhāyati pekkhati …pe…. er starrt einer Frauensperson in die Augen …
Napi mātugāmassa cakkhunā cakkhuṁ upanijjhāyati pekkhati;
api ca kho mātugāmassa saddaṁ suṇāti tirokuṭṭaṁ vā tiropākāraṁ vā hasantiyā vā bhaṇantiyā vā gāyantiyā vā rodantiyā vā …pe…. er lauscht durch eine Mauer oder einen Erdwall nach den Geräuschen von Frauenspersonen, die lachen, schwatzen, singen oder weinen …
Napi mātugāmassa saddaṁ suṇāti tirokuṭṭaṁ vā tiropākāraṁ vā hasantiyā vā bhaṇantiyā vā gāyantiyā vā rodantiyā vā;
api ca kho yānissa tāni pubbe mātugāmena saddhiṁ hasitalapitakīḷitāni tāni anussarati …pe…. er erinnert sich daran, wie er mit Frauenspersonen gelacht, geschwatzt und sich amüsiert hat …
Napi yānissa tāni pubbe mātugāmena saddhiṁ hasitalapitakīḷitāni tāni anussarati;
api ca kho passati gahapatiṁ vā gahapatiputtaṁ vā pañcahi kāmaguṇehi samappitaṁ samaṅgībhūtaṁ paricārayamānaṁ …pe…. er sieht einen Hausbesitzer oder das Kind eines Hausbesitzers, die mit den fünf Arten sinnlicher Erregung versorgt und ausgestattet sind und sich damit vergnügen …
Napi passati gahapatiṁ vā gahapatiputtaṁ vā pañcahi kāmaguṇehi samappitaṁ samaṅgībhūtaṁ paricārayamānaṁ; Er sieht keinen Hausbesitzer und kein Kind eines Hausbesitzers, die mit den fünf Arten sinnlicher Erregung versorgt und ausgestattet sind und sich damit vergnügen.
api ca kho aññataraṁ devanikāyaṁ paṇidhāya brahmacariyaṁ carati imināhaṁ sīlena vā vatena vā tapena vā brahmacariyena vā devo vā bhavissāmi devaññataro vāti. Doch er führt das geistliche Leben in der Hoffnung, in einer Klasse von Göttern wiedergeboren zu werden: ‚Dass ich doch durch diese Regel, dieses Gelübde, diese inbrünstige Bußübung oder dieses geistliche Leben einer der Götter werde!‘
So taṁ assādeti, taṁ nikāmeti, tena ca vittiṁ āpajjati. Er genießt es, es gefällt ihm, er findet es befriedigend.
Idampi kho, brāhmaṇa, brahmacariyassa khaṇḍampi chiddampi sabalampi kammāsampi. Das ist ein Bruch, ein Makel, ein Fleck oder eine Beschädigung bei der Keuschheit.
Ayaṁ vuccati, brāhmaṇa, aparisuddhaṁ brahmacariyaṁ carati saṁyutto methunena saṁyogena, na parimuccati jātiyā jarāya maraṇena sokehi paridevehi dukkhehi domanassehi upāyāsehi, na parimuccati dukkhasmāti vadāmi. Das nennt man jemanden, der das keusche Leben unrein lebt, an das Joch des Geschlechtsverkehrs gejocht. Er ist nicht befreit von Wiedergeburt, von Alter und Tod, Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis. Er ist nicht befreit vom Leiden, sage ich.
Yāvakīvañcāhaṁ, brāhmaṇa, imesaṁ sattannaṁ methunasaṁyogānaṁ aññataraññataramethunasaṁyogaṁ attani appahīnaṁ samanupassiṁ, neva tāvāhaṁ, brāhmaṇa, sadevake loke samārake sabrahmake sassamaṇabrāhmaṇiyā pajāya sadevamanussāya anuttaraṁ sammāsambodhiṁ abhisambuddhoti paccaññāsiṁ. Solange ich sah, dass diese sieben Joche des Geschlechtsverkehrs – oder auch nur eines von ihnen – in mir noch nicht aufgegeben waren, so lange habe ich in dieser Welt mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, unter dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen nicht mein unübertreffliches vollkommenes Erwachen erklärt.
Yato ca khohaṁ, brāhmaṇa, imesaṁ sattannaṁ methunasaṁyogānaṁ aññataraññataramethunasaṁyogaṁ attani appahīnaṁ na samanupassiṁ, athāhaṁ, brāhmaṇa, sadevake loke samārake sabrahmake sassamaṇabrāhmaṇiyā pajāya sadevamanussāya anuttaraṁ sammāsambodhiṁ abhisambuddhoti paccaññāsiṁ. Als ich aber sah, dass diese sieben Joche des Geschlechtsverkehrs – jedes einzelne von ihnen – in mir aufgegeben waren, da habe ich in dieser Welt mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, unter dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen mein unübertreffliches vollkommenes Erwachen erklärt.
‘Ñāṇañca pana me dassanaṁ udapādi, Erkennen und Sehen gingen mir auf:
akuppā me vimutti, ayamantimā jāti, natthi dāni punabbhavo’”ti. ‚Meine Freiheit ist unerschütterlich. Das ist meine letzte Wiedergeburt. Künftige Leben wird es jetzt nicht mehr geben.‘“
Evaṁ vutte, jāṇussoṇi brāhmaṇo bhagavantaṁ etadavoca: Auf diese Worte sagte der Brahmane Jānussoṇi zum Buddha:
“abhikkantaṁ, bho gotama, abhikkantaṁ, bho gotama …pe… „Vortrefflich, Herr Gotama! Vortrefflich! …
upāsakaṁ maṁ bhavaṁ gotamo dhāretu ajjatagge pāṇupetaṁ saraṇaṁ gatan”ti. Von diesem Tag an soll Herr Gotama mich als Laienschüler in Erinnerung behalten, der für sein ganzes Leben Zuflucht genommen hat.“
Sattamaṁ.