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Aṅguttara Nikāya 8.55 Nummerierte Lehrreden 8.55

6. Gotamīvagga 6. Das Kapitel mit Gotamī

Ujjayasutta Mit Ujjaya

Atha kho ujjayo brāhmaṇo yena bhagavā tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā bhagavatā saddhiṁ sammodi. Da ging der Brahmane Ujjaya zum Buddha und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus.

Sammodanīyaṁ kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretvā ekamantaṁ nisīdi. Ekamantaṁ nisinno kho ujjayo brāhmaṇo bhagavantaṁ etadavoca: Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte er sich zur Seite hin und sagte zum Buddha:

“mayaṁ, bho gotama, pavāsaṁ gantukāmā. „Herr Gotama, wir wollen ins Ausland reisen.

Tesaṁ no bhavaṁ gotamo amhākaṁ tathā dhammaṁ desetu—ye amhākaṁ assu dhammā diṭṭhadhammahitāya, diṭṭhadhammasukhāya, samparāyahitāya, samparāyasukhāyā”ti. Dass der Buddha uns bitte den Dhamma auf eine Art lehre, die zu unserem Nutzen und Glück in diesem und in künftigen Leben ist.“

“Cattārome, brāhmaṇa, dhammā kulaputtassa diṭṭhadhammahitāya saṁvattanti, diṭṭhadhammasukhāya. „Brahmane, vier Dinge führen für einen ehrbaren Menschen zu Nutzen und Glück in diesem Leben.

Katame cattāro? Welche vier?

Uṭṭhānasampadā, ārakkhasampadā, kalyāṇamittatā, samajīvitā. Vervollkommnung des Unternehmungsgeistes, des Bewachens, der guten Freundschaft und der maßvollen Lebensführung.

Katamā ca, brāhmaṇa, uṭṭhānasampadā? Und was ist die Vervollkommnung des Unternehmungsgeistes?

Idha, brāhmaṇa, kulaputto yena kammaṭṭhānena jīvikaṁ kappeti—Da verdient ein ehrbarer Mensch seinen Lebenserwerb mit Mitteln wie

yadi kasiyā, yadi vaṇijjāya, yadi gorakkhena, yadi issattena, yadi rājaporisena, yadi sippaññatarena—Ackerbau, Handel, Viehzucht, Bogenschießen, einem Regierungsamt oder einem Handwerk.

tattha dakkho hoti analaso, tatrupāyāya vīmaṁsāya samannāgato, alaṁ kātuṁ alaṁ saṁvidhātuṁ. Er versteht, wie die Dinge anzupacken sind, um die Arbeit zu erledigen oder zu veranlassen.

Ayaṁ vuccati, brāhmaṇa, uṭṭhānasampadā. Das nennt man die Vervollkommnung des Unternehmungsgeistes.

Katamā ca, brāhmaṇa, ārakkhasampadā? Und was ist die Vervollkommnung des Bewachens?

Idha, brāhmaṇa, kulaputtassa bhogā honti uṭṭhānavīriyādhigatā, bāhābalaparicitā, sedāvakkhittā, dhammikā dhammaladdhā. Da besitzt ein ehrbarer Mensch rechtmäßig erworbenes Vermögen, das er mit seiner Anstrengung und seinem Unternehmungsgeist erarbeitet, mit seinen Händen aufgebaut und im Schweiß seines Angesichts zusammengetragen hat.

Te ārakkhena guttiyā sampādeti: Er stellt sicher, dass es bewacht und gehütet wird:

‘kinti me ime bhoge neva rājāno hareyyuṁ, na corā hareyyuṁ, na aggi ḍaheyya, na udakaṁ vaheyya, na appiyā dāyādā hareyyun’ti. ‚Wie kann ich verhindern, dass mein Vermögen von Herrschern oder Räubern weggenommen, von Feuer verzehrt, von einer Flut fortgerissen oder von ungeliebten Erben genommen wird?‘

Ayaṁ vuccati, brāhmaṇa, ārakkhasampadā. Das nennt man die Vervollkommnung des Bewachens.

Katamā ca, brāhmaṇa, kalyāṇamittatā? Und was ist die Vervollkommnung der guten Freundschaft?

Idha, brāhmaṇa, kulaputto yasmiṁ gāme vā nigame vā paṭivasati tatra ye te honti—gahapatī vā gahapatiputtā vā daharā vā vuddhasīlino, vuddhā vā vuddhasīlino, saddhāsampannā, sīlasampannā, cāgasampannā, paññāsampannā—tehi saddhiṁ santiṭṭhati sallapati sākacchaṁ samāpajjati; yathārūpānaṁ saddhāsampannānaṁ saddhāsampadaṁ anusikkhati, yathārūpānaṁ sīlasampannānaṁ sīlasampadaṁ anusikkhati, yathārūpānaṁ cāgasampannānaṁ cāgasampadaṁ anusikkhati, yathārūpānaṁ paññāsampannānaṁ paññāsampadaṁ anusikkhati. Da befindet sich ein ehrbarer Mensch in einem Dorf oder einer Stadt. Und an diesem Ort gibt es Hausbesitzer oder deren Kinder, die jung oder alt sind, aber reif im Verhalten, die Vertrauen, sittliches Verhalten, Großzügigkeit und Weisheit vervollkommnet haben. Mit ihnen ist er zusammen, unterhält sich und lässt sich auf Diskussionen ein. Und er eifert ihnen in der Vervollkommnung des Vertrauens, des sittlichen Verhaltens, der Großzügigkeit und der Weisheit nach.

Ayaṁ vuccati, brāhmaṇa, kalyāṇamittatā. Das nennt man die Vervollkommnung der guten Freundschaft.

Katamā ca, brāhmaṇa, samajīvitā? Und was ist die Vervollkommnung der maßvollen Lebensführung?

Idha, brāhmaṇa, kulaputto āyañca bhogānaṁ viditvā vayañca bhogānaṁ viditvā samaṁ jīvikaṁ kappeti nāccogāḷhaṁ nātihīnaṁ: ‘evaṁ me āyo vayaṁ pariyādāya ṭhassati, na ca me vayo āyaṁ pariyādāya ṭhassatī’ti. Da kennt ein ehrbarer Mensch seine Einnahmen und Ausgaben und führt sein Leben maßvoll, weder zu verschwenderisch noch zu sparsam. Er denkt: ‚So werden meine Einnahmen die Ausgaben übersteigen, nicht umgekehrt.‘

Seyyathāpi, brāhmaṇa, tulādhāro vā tulādhārantevāsī vā tulaṁ paggahetvā jānāti: ‘ettakena vā onataṁ, ettakena vā unnatan’ti; Wie ein Gutachter oder Gutachterlehrling, der die Waage hält: Er weiß: ‚So viel hat sie sich gesenkt, so viel hat sie sich gehoben.‘

evamevaṁ kho, brāhmaṇa, kulaputto āyañca bhogānaṁ viditvā vayañca bhogānaṁ viditvā samaṁ jīvikaṁ kappeti nāccogāḷhaṁ nātihīnaṁ: ‘evaṁ me āyo vayaṁ pariyādāya ṭhassati, na ca me vayo āyaṁ pariyādāya ṭhassatī’ti. Ebenso kennt da ein ehrbarer Mensch seine Einnahmen und Ausgaben und führt sein Leben maßvoll, weder zu verschwenderisch noch zu sparsam. Er denkt: ‚So werden meine Einnahmen die Ausgaben übersteigen, nicht umgekehrt.‘

Sacāyaṁ, brāhmaṇa, kulaputto appāyo samāno uḷāraṁ jīvikaṁ kappeti, tassa bhavanti vattāro: ‘udumbarakhādīvāyaṁ kulaputto bhoge khādatī’ti. Wenn ein ehrbarer Mensch geringe Einnahmen hat, aber ein üppiges Leben führt, werden die Leute sagen: ‚Dieser ehrbare Mensch verzehrt sein Vermögen wie ein Feigenesser!‘

Sace panāyaṁ, brāhmaṇa, kulaputto mahāyo samāno kasiraṁ jīvikaṁ kappeti, tassa bhavanti vattāro: ‘ajeṭṭhamaraṇaṁvāyaṁ kulaputto marissatī’ti. Wenn ein ehrbarer Mensch hohe Einnahmen hat, aber ein spartanisches Leben führt, werden die Leute sagen: ‚Dieser ehrbare Mensch lässt sich selbst verhungern!‘

Yato ca khoyaṁ, brāhmaṇa, kulaputto āyañca bhogānaṁ viditvā vayañca bhogānaṁ viditvā samaṁ jīvikaṁ kappeti nāccogāḷhaṁ nātihīnaṁ: ‘evaṁ me āyo vayaṁ pariyādāya ṭhassati, na ca me vayo āyaṁ pariyādāya ṭhassatī’ti, Aber ein ehrbarer Mensch, der seine Einnahmen und Ausgaben kennt, führt sein Leben maßvoll, weder zu verschwenderisch noch zu sparsam. Er denkt: ‚So werden meine Einnahmen die Ausgaben übersteigen, nicht umgekehrt.‘

ayaṁ vuccati, brāhmaṇa, samajīvitā. Das nennt man die Vervollkommnung der maßvollen Lebensführung.

Evaṁ samuppannānaṁ, brāhmaṇa, bhogānaṁ cattāri apāyamukhāni honti—Für Vermögen, das auf diese Art angesammelt wurde, gibt es vier Abflüsse:

itthidhutto, surādhutto, akkhadhutto, pāpamitto pāpasahāyo pāpasampavaṅko. Frauengeschichten, Trinken, Spielen und schlechte Freunde, Genossen und Gefährten.

Seyyathāpi, brāhmaṇa, mahato taḷākassa cattāri ceva āyamukhāni, cattāri ca apāyamukhāni. Tassa puriso yāni ceva āyamukhāni tāni pidaheyya, yāni ca apāyamukhāni tāni vivareyya; devo ca na sammā dhāraṁ anuppaveccheyya. Evañhi tassa, brāhmaṇa, mahato taḷākassa parihāniyeva pāṭikaṅkhā, no vuddhi; Wie wenn da ein großer Wasserspeicher wäre mit vier Zuflüssen und vier Abflüssen, und jemand würde die Zuflüsse verschließen und die Abflüsse öffnen, und der Himmel würde nicht genug Regen fallen lassen: Man würde erwarten, dass der Wasserspeicher schrumpft, nicht, dass er sich ausdehnt.

evamevaṁ kho, brāhmaṇa, evaṁ samuppannānaṁ bhogānaṁ cattāri apāyamukhāni honti—Ebenso gibt es für Vermögen, das auf diese Art angesammelt wurde, vier Abflüsse:

itthidhutto, surādhutto, akkhadhutto, pāpamitto pāpasahāyo pāpasampavaṅko. Frauengeschichten, Trinken, Spielen und schlechte Freunde, Genossen und Gefährten.

Evaṁ samuppannānaṁ, brāhmaṇa, bhogānaṁ cattāri āyamukhāni honti—Für Vermögen, das auf diese Art angesammelt wurde, gibt es vier Zuflüsse:

na itthidhutto, na surādhutto, na akkhadhutto, kalyāṇamitto kalyāṇasahāyo kalyāṇasampavaṅko. Keine Frauengeschichten, nicht Trinken, nicht Spielen und gute Freunde, Genossen und Gefährten.

Seyyathāpi, brāhmaṇa, mahato taḷākassa cattāri ceva āyamukhāni cattāri ca apāyamukhāni. Tassa puriso yāni ceva āyamukhāni tāni vivareyya, yāni ca apāyamukhāni tāni pidaheyya; devo ca sammā dhāraṁ anuppaveccheyya. Evañhi tassa, brāhmaṇa, mahato taḷākassa vuddhiyeva pāṭikaṅkhā, no parihāni; Wie wenn da ein großer Wasserspeicher wäre mit vier Zuflüssen und vier Abflüssen, und jemand würde die Zuflüsse öffnen und die Abflüsse verschließen, und der Himmel würde reichlich Regen fallen lassen: Man würde erwarten, dass der Wasserspeicher sich ausdehnt, nicht, dass er schrumpft.

evamevaṁ kho, brāhmaṇa, evaṁ samuppannānaṁ bhogānaṁ cattāri āyamukhāni honti—Ebenso gibt es für Vermögen, das auf diese Art angesammelt wurde, vier Zuflüsse:

na itthidhutto …pe… kalyāṇasampavaṅko. Keine Frauengeschichten, nicht Trinken, nicht Spielen und gute Freunde, Genossen und Gefährten.

Ime kho, brāhmaṇa, cattāro dhammā kulaputtassa diṭṭhadhammahitāya saṁvattanti diṭṭhadhammasukhāya. Diese vier Dinge führen für einen ehrbaren Menschen zu Nutzen und Glück in diesem Leben.

Cattārome, brāhmaṇa, kulaputtassa dhammā samparāyahitāya saṁvattanti samparāyasukhāya. Vier Dinge führen für einen ehrbaren Menschen zu Nutzen und Glück in künftigen Leben.

Katame cattāro? Welche vier?

Saddhāsampadā, sīlasampadā, cāgasampadā, paññāsampadā. Die Vervollkommnung des Vertrauens, des sittlichen Verhaltens, der Großzügigkeit und der Weisheit.

Katamā ca, brāhmaṇa, saddhāsampadā? Und was ist die Vervollkommnung des Vertrauens?

Idha, brāhmaṇa, kulaputto saddho hoti, saddahati tathāgatassa bodhiṁ: Da hat ein ehrbarer Mensch Vertrauen zum Erwachen des Klargewordenen:

‘itipi so bhagavā …pe… satthā devamanussānaṁ buddho bhagavā’ti. ‚Dieser Gesegnete ist vollendet, ein vollkommen erwachter Buddha, von vollendetem Wissen und Verhalten, heilig, Kenner der Welt, unübertrefflicher Anleiter für alle, die üben wollen, Lehrer von Göttern und Menschen, erwacht, gesegnet.‘

Ayaṁ vuccati, brāhmaṇa, saddhāsampadā. Das nennt man die Vervollkommnung des Vertrauens.

Katamā ca, brāhmaṇa, sīlasampadā? Und was ist die Vervollkommnung des sittlichen Verhaltens?

Idha, brāhmaṇa, kulaputto pāṇātipātā paṭivirato hoti …pe… surāmerayamajjapamādaṭṭhānā paṭivirato hoti. Da tötet ein ehrbarer Mensch keine lebenden Geschöpfe, stiehlt nicht, begeht keine sexuellen Verfehlungen, lügt nicht und trinkt keine Rauschmittel wie Bier, Wein und Branntwein.

Ayaṁ vuccati, brāhmaṇa, sīlasampadā. Das nennt man die Vervollkommnung des sittlichen Verhaltens.

Katamā ca, brāhmaṇa, cāgasampadā? Und was ist die Vervollkommnung der Großzügigkeit?

Idha, brāhmaṇa, kulaputto vigatamalamaccherena cetasā agāraṁ ajjhāvasati muttacāgo payatapāṇi vosaggarato yācayogo dānasaṁvibhāgarato. Da lebt ein ehrbarer Mensch im Haus, hat den Fleck des Geizes entfernt, gibt großzügig her, hat eine offene Hand, freut sich am Loslassen, ist der Wohltätigkeit verpflichtet und liebt es, zu geben und zu teilen.

Ayaṁ vuccati, brāhmaṇa, cāgasampadā. Das nennt man die Vervollkommnung der Großzügigkeit.

Katamā ca, brāhmaṇa, paññāsampadā? Und was ist die Vervollkommnung der Weisheit?

Idha, brāhmaṇa, kulaputto paññavā hoti …pe… sammā dukkhakkhayagāminiyā. Da ist ein ehrbarer Mensch weise. Er besitzt die Weisheit des Entstehens und Vergehens, die edel und durchdringend ist und zur völligen Auflösung des Leidens führt.

Ayaṁ vuccati, brāhmaṇa, paññāsampadā. Das nennt man die Vervollkommnung der Weisheit.

“Ime kho, brāhmaṇa, cattāro dhammā kulaputtassa samparāyahitāya saṁvattanti samparāyasukhāyāti. Diese vier Dinge führen für einen ehrbaren Menschen zu Nutzen und Glück in künftigen Leben.

Uṭṭhātā kammadheyyesu, Unternehmerisch am Arbeitsplatz,

appamatto vidhānavā; beflissen beim Einteilen der Arbeit,

Samaṁ kappeti jīvikaṁ, führt man sein Leben maßvoll

sambhataṁ anurakkhati. und bewahrt sein Vermögen.

Saddho sīlena sampanno, Voll Vertrauen, die Sittlichkeit vollendet,

vadaññū vītamaccharo; freigiebig, ohne Geiz,

Niccaṁ maggaṁ visodheti, läutert man stets den Pfad,

sotthānaṁ samparāyikaṁ. der zum Wohl in künftigen Leben führt.

Iccete aṭṭha dhammā ca, Und von diesen acht Eigenschaften

saddhassa gharamesino; eines vertrauensvollen Hausbesitzers

Akkhātā saccanāmena, sagt der, der den wahren Namen trägt,

ubhayattha sukhāvahā. dass sie zu Glück in beiden Fällen führen:

Diṭṭhadhammahitatthāya, Nutzen und Segen in diesem Leben

samparāyasukhāya ca; und Glück im nächsten.

Evametaṁ gahaṭṭhānaṁ, So wächst für einen Hausbesitzer

cāgo puññaṁ pavaḍḍhatī”ti. Verdienst durch Großzügigkeit.“

Pañcamaṁ.
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