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Aṅguttara Nikāya 10.30 Nummerierte Lehrreden 10.30
3. Mahāvagga 3. Das große Kapitel
Dutiyakosalasutta Kosala (2)
Ekaṁ samayaṁ bhagavā sāvatthiyaṁ viharati jetavane anāthapiṇḍikassa ārāme. Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika.
Tena kho pana samayena rājā pasenadi kosalo uyyodhikā nivatto hoti vijitasaṅgāmo laddhādhippāyo. Da kam nun zu dieser Zeit der König Pasenadi von einem Kampf zurück, nachdem er eine Schlacht gewonnen hatte und sein Plan aufgegangen war.
Atha kho rājā pasenadi kosalo yena ārāmo tena pāyāsi. Und König Pasenadi von Kosala ging zum Kloster.
Yāvatikā yānassa bhūmi, yānena gantvā yānā paccorohitvā pattikova ārāmaṁ pāvisi. Er fuhr mit der Kutsche, soweit es das Gelände erlaubte, stieg dann ab und betrat zu Fuß das Kloster.
Tena kho pana samayena sambahulā bhikkhū abbhokāse caṅkamanti. Da gingen gerade mehrere Mönche und Nonnen achtsam im Freien auf und ab.
Atha kho rājā pasenadi kosalo yena te bhikkhū tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā te bhikkhū etadavoca: Da ging König Pasenadi von Kosala zu ihnen und sagte:
“kahaṁ nu kho, bhante, bhagavā etarahi viharati arahaṁ sammāsambuddho. „Ihr Herren, wo ist der Gesegnete jetzt, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha?
Dassanakāmā hi mayaṁ, bhante, taṁ bhagavantaṁ arahantaṁ sammāsambuddhan”ti. Denn ich möchte den Buddha sehen.“
“Eso, mahārāja, vihāro saṁvutadvāro. Tena appasaddo upasaṅkamitvā ataramāno ālindaṁ pavisitvā ukkāsitvā aggaḷaṁ ākoṭehi; vivarissati te bhagavā dvāran”ti. „Großer König, das hier ist seine Hütte, die Tür ist geschlossen. Nähere dich leise und ohne Eile; geh zur Veranda, räuspere dich und klopfe an die Tür. Der Buddha wird die Tür öffnen.“
Atha kho rājā pasenadi kosalo yena so vihāro saṁvutadvāro, tena appasaddo upasaṅkamitvā ataramāno ālindaṁ pavisitvā ukkāsitvā aggaḷaṁ ākoṭesi. Vivari bhagavā dvāraṁ. Da begab sich der König zur Hütte des Buddha, räusperte sich und klopfte, und der Buddha öffnete die Tür.
Atha kho rājā pasenadi kosalo vihāraṁ pavisitvā bhagavato pādesu sirasā nipatitvā bhagavato pādāni mukhena ca paricumbati pāṇīhi ca parisambāhati nāmañca sāveti: Da betrat König Pasenadi die Hütte des Buddha. Er beugte seinen Kopf zu den Füßen des Buddha, streichelte die Füße und bedeckte sie mit Küssen und nannte seinen Namen:
“rājāhaṁ, bhante, pasenadi kosalo; „Herr, ich bin Pasenadi, der König von Kosala!
rājāhaṁ, bhante, pasenadi kosalo”ti. Ich bin Pasenadi, der König von Kosala!“
“Kaṁ pana tvaṁ, mahārāja, atthavasaṁ sampassamāno imasmiṁ sarīre evarūpaṁ paramanipaccakāraṁ karosi, mettūpahāraṁ upadaṁsesī”ti? „Aber großer König, aus welchem Grund zeigst du diesem Körper so eine äußerste Hingabe und bringst deine offensichtliche Liebe zum Ausdruck?“
“Kataññutaṁ kho ahaṁ, bhante, kataveditaṁ sampassamāno bhagavati evarūpaṁ paramanipaccakāraṁ karomi, mettūpahāraṁ upadaṁsemi. „Herr, es ist, weil ich dem Buddha gegenüber so dankbar und erkenntlich bin, dass ich so eine äußerste Hingabe zeige und meine offensichtliche Liebe zum Ausdruck bringe.
Bhagavā hi, bhante, bahujanahitāya paṭipanno bahujanasukhāya bahuno janassa ariye ñāye patiṭṭhāpitā yadidaṁ kalyāṇadhammatāya kusaladhammatāya. Der Buddha übt zum Nutzen und Glück vieler Menschen, für das Volk. Er hat viele Menschen in dem edlen System verankert: nämlich in den Grundsätzen des Guten und Tauglichen.
Yampi, bhante, bhagavā bahujanahitāya paṭipanno bahujanasukhāya bahuno janassa ariye ñāye patiṭṭhāpitā yadidaṁ kalyāṇadhammatāya kusaladhammatāya, idampi kho ahaṁ, bhante, atthavasaṁ sampassamāno bhagavati evarūpaṁ paramanipaccakāraṁ karomi, mettūpahāraṁ upadaṁsemi. Das ist ein Grund, dass ich so eine äußerste Hingabe zeige und meine offensichtliche Liebe zum Ausdruck bringe.
Puna caparaṁ, bhante, bhagavā sīlavā vuddhasīlo ariyasīlo kusalasīlo kusalasīlena samannāgato. Dann ist der Buddha sittlich, er besitzt das sittliche Verhalten, das reif, edel und tauglich ist.
Yampi, bhante, bhagavā sīlavā vuddhasīlo ariyasīlo kusalasīlo kusalasīlena samannāgato, idampi kho ahaṁ, bhante, atthavasaṁ sampassamāno bhagavati evarūpaṁ paramanipaccakāraṁ karomi, mettūpahāraṁ upadaṁsemi. Das ist ein weiterer Grund, dass ich so eine äußerste Hingabe zeige und meine offensichtliche Liebe zum Ausdruck bringe.
Puna caparaṁ, bhante, bhagavā dīgharattaṁ āraññiko, araññavanapatthāni pantāni senāsanāni paṭisevati. Dann lebt der Buddha in der Wildnis, er sucht abgelegene Unterkünfte in der Wildnis und im Wald auf.
Yampi, bhante, bhagavā dīgharattaṁ āraññiko, araññavanapatthāni pantāni senāsanāni paṭisevati, idampi kho ahaṁ, bhante, atthavasaṁ sampassamāno bhagavati evarūpaṁ paramanipaccakāraṁ karomi, mettūpahāraṁ upadaṁsemi. Das ist ein weiterer Grund, dass ich so eine äußerste Hingabe zeige und meine offensichtliche Liebe zum Ausdruck bringe.
Puna caparaṁ, bhante, bhagavā santuṭṭho itarītaracīvarapiṇḍapātasenāsanagilānapaccayabhesajjaparikkhārena. Dann ist der Buddha mit jeder Art von Roben, Almosen, Unterkunft sowie Arznei und Krankenversorgung zufrieden.
Yampi, bhante, bhagavā santuṭṭho itarītaracīvarapiṇḍapātasenāsanagilānapaccayabhesajjaparikkhārena, idampi kho ahaṁ, bhante, atthavasaṁ sampassamāno bhagavati evarūpaṁ paramanipaccakāraṁ karomi, mettūpahāraṁ upadaṁsemi. Das ist ein weiterer Grund, dass ich so eine äußerste Hingabe zeige und meine offensichtliche Liebe zum Ausdruck bringe.
Puna caparaṁ, bhante, bhagavā āhuneyyo pāhuneyyo dakkhiṇeyyo añjalikaraṇīyo anuttaraṁ puññakkhettaṁ lokassa. Dann ist der Buddha einer den Göttern gewidmeten Gabe würdig, der Gastfreundschaft würdig, einer religiösen Gabe würdig, des Grußes mit zusammengelegten Händen würdig und ist das unübertreffliche Feld für Verdienst für die Welt.
Yampi, bhante, bhagavā āhuneyyo pāhuneyyo dakkhiṇeyyo añjalikaraṇīyo anuttaraṁ puññakkhettaṁ lokassa, idampi kho ahaṁ, bhante, atthavasaṁ sampassamāno bhagavati evarūpaṁ paramanipaccakāraṁ karomi, mettūpahāraṁ upadaṁsemi. Das ist ein weiterer Grund, dass ich so eine äußerste Hingabe zeige und meine offensichtliche Liebe zum Ausdruck bringe.
Puna caparaṁ, bhante, bhagavā yāyaṁ kathā abhisallekhikā cetovivaraṇasappāyā, seyyathidaṁ—appicchakathā santuṭṭhikathā pavivekakathā asaṁsaggakathā vīriyārambhakathā sīlakathā samādhikathā paññākathā vimuttikathā vimuttiñāṇadassanakathā, evarūpāya kathāya nikāmalābhī akicchalābhī akasiralābhī. Dann findet der Buddha, wann immer er will, ohne Mühe und Not, Gelegenheit, an Gesprächen über Selbstüberwindung teilzunehmen, die helfen, das Herz zu öffnen: nämlich an Gesprächen über Genügsamkeit, Zufriedenheit, Abgeschiedenheit, Sichfernhalten, das Aufrütteln der Energie, sittliches Verhalten, Versenkung, Weisheit, Freiheit und das Erkennen und Sehen der Freiheit.
Yampi, bhante, bhagavā yāyaṁ kathā abhisallekhikā cetovivaraṇasappāyā, seyyathidaṁ—appicchakathā …pe… vimuttiñāṇadassanakathā, evarūpāya kathāya nikāmalābhī akicchalābhī akasiralābhī, idampi kho ahaṁ, bhante, atthavasaṁ sampassamāno bhagavati evarūpaṁ paramanipaccakāraṁ karomi, mettūpahāraṁ upadaṁsemi. Das ist ein weiterer Grund, dass ich so eine äußerste Hingabe zeige und meine offensichtliche Liebe zum Ausdruck bringe.
Puna caparaṁ, bhante, bhagavā catunnaṁ jhānānaṁ ābhicetasikānaṁ diṭṭhadhammasukhavihārānaṁ nikāmalābhī akicchalābhī akasiralābhī. Dann erlangt der Buddha die vier Vertiefungen – Zustände seliger Meditation in diesem Leben, die zum höheren Geist gehören – wann immer er will, ohne Mühe und Not.
Yampi, bhante, bhagavā catunnaṁ jhānānaṁ ābhicetasikānaṁ diṭṭhadhammasukhavihārānaṁ nikāmalābhī akicchalābhī akasiralābhī, idampi kho ahaṁ, bhante, atthavasaṁ sampassamāno bhagavati evarūpaṁ paramanipaccakāraṁ karomi, mettūpahāraṁ upadaṁsemi. Das ist ein weiterer Grund, dass ich so eine äußerste Hingabe zeige und meine offensichtliche Liebe zum Ausdruck bringe.
Puna caparaṁ, bhante, bhagavā anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati, seyyathidaṁ—ekampi jātiṁ dvepi jātiyo tissopi jātiyo catassopi jātiyo pañcapi jātiyo dasapi jātiyo vīsampi jātiyo tiṁsampi jātiyo cattālīsampi jātiyo paññāsampi jātiyo jātisatampi jātisahassampi jātisatasahassampi anekepi saṁvaṭṭakappe anekepi vivaṭṭakappe anekepi saṁvaṭṭavivaṭṭakappe: ‘amutrāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto amutra udapādiṁ; tatrāpāsiṁ evaṁnāmo evaṅgotto evaṁvaṇṇo evamāhāro evaṁsukhadukkhappaṭisaṁvedī evamāyupariyanto, so tato cuto idhūpapanno’ti. Iti sākāraṁ sauddesaṁ anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati. Dann erinnert sich der Buddha an viele Arten früherer Leben, das heißt: eine Wiedergeburt, zwei Wiedergeburten, drei, vier, fünf, zehn, zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig, hundert, tausend, hunderttausend Wiedergeburten; viele Äonen des Zusammenziehens der Welt, viele Äonen des Ausdehnens der Welt, viele Äonen des Zusammenziehens und Ausdehnens der Welt. ‚Dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so ging mein Leben zu Ende. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich woanders wiedergeboren. Und dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so ging mein Leben zu Ende. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich hier wiedergeboren.‘ Und so erinnert er sich an viele Arten früherer Leben mit den Merkmalen und Einzelheiten.
Yampi, bhante, bhagavā anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati, seyyathidaṁ—ekampi jātiṁ dvepi jātiyo …pe… iti sākāraṁ sauddesaṁ anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarati, idampi kho ahaṁ, bhante, atthavasaṁ sampassamāno bhagavati evarūpaṁ paramanipaccakāraṁ karomi, mettūpahāraṁ upadaṁsemi. Das ist ein weiterer Grund, dass ich so eine äußerste Hingabe zeige und meine offensichtliche Liebe zum Ausdruck bringe.
Puna caparaṁ, bhante, bhagavā dibbena cakkhunā visuddhena atikkantamānusakena satte passati cavamāne upapajjamāne hīne paṇīte suvaṇṇe dubbaṇṇe, sugate duggate yathākammūpage satte pajānāti: ‘ime vata bhonto sattā kāyaduccaritena samannāgatā vacīduccaritena samannāgatā manoduccaritena samannāgatā ariyānaṁ upavādakā micchādiṭṭhikā micchādiṭṭhikammasamādānā, te kāyassa bhedā paraṁ maraṇā apāyaṁ duggatiṁ vinipātaṁ nirayaṁ upapannā; ime vā pana bhonto sattā kāyasucaritena samannāgatā vacīsucaritena samannāgatā manosucaritena samannāgatā ariyānaṁ anupavādakā sammādiṭṭhikā sammādiṭṭhikammasamādānā, te kāyassa bhedā paraṁ maraṇā sugatiṁ saggaṁ lokaṁ upapannā’ti, iti dibbena cakkhunā visuddhena atikkantamānusakena satte passati …pe… yathākammūpage satte pajānāti. Dann sieht der Buddha mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit Lebewesen, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden – gering oder hochstehend, schön oder hässlich, an einem guten oder einem schlechten Ort. Er versteht, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten wiedergeboren werden: ‚Diese lieben Wesen taten Schlechtes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Sie brachten die Edlen in Verruf, hatten falsche Ansicht und unternahmen Handlungen aus dieser falschen Ansicht heraus. Wenn ihr Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, werden sie an einem verlorenen Ort wiedergeboren, einem schlechten Ort, in der Unterwelt, der Hölle. Diese lieben Wesen hingegen taten Gutes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Sie brachten nie die Edlen in Verruf, hatten rechte Ansicht und unternahmen Handlungen aus dieser rechten Ansicht heraus. Wenn ihr Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, werden sie an einem guten Ort wiedergeboren, in einer himmlischen Welt.‘ Und so sieht er mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit Lebewesen, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden – gering oder hochstehend, schön oder hässlich, an einem guten oder einem schlechten Ort. Er versteht, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten wiedergeboren werden.
Yampi, bhante, bhagavā dibbena cakkhunā visuddhena atikkantamānusakena …pe… yathākammūpage satte pajānāti, idampi kho ahaṁ, bhante, atthavasaṁ sampassamāno bhagavati evarūpaṁ paramanipaccakāraṁ karomi, mettūpahāraṁ upadaṁsemi. Das ist ein weiterer Grund, dass ich so eine äußerste Hingabe zeige und meine offensichtliche Liebe zum Ausdruck bringe.
Puna caparaṁ, bhante, bhagavā āsavānaṁ khayā anāsavaṁ cetovimuttiṁ paññāvimuttiṁ diṭṭheva dhamme sayaṁ abhiññā sacchikatvā upasampajja viharati. Dann hat der Buddha mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens erlangt, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, hat sie durch eigene Einsicht erkannt und lebt darin.
Yampi, bhante, bhagavā āsavānaṁ khayā anāsavaṁ cetovimuttiṁ …pe… sacchikatvā upasampajja viharati, idampi kho ahaṁ, bhante, atthavasaṁ sampassamāno bhagavati evarūpaṁ paramanipaccakāraṁ karomi, mettūpahāraṁ upadaṁsemi. Das ist ein weiterer Grund, dass ich so eine äußerste Hingabe zeige und meine offensichtliche Liebe zum Ausdruck bringe.
Handa ca dāni mayaṁ, bhante, gacchāma. Nun, Herr, jetzt muss ich gehen.
Bahukiccā mayaṁ bahukaraṇīyā”ti. Ich habe viele Pflichten und Verantwortlichkeiten.“
“Yassadāni tvaṁ, mahārāja, kālaṁ maññasī”ti. „Bitte, großer König, geh nach deinem Belieben.“
Atha kho rājā pasenadi kosalo uṭṭhāyāsanā bhagavantaṁ abhivādetvā padakkhiṇaṁ katvā pakkāmīti. Da erhob sich der König Pasenadi von seinem Sitz, verbeugte sich und umrundete den Buddha respektvoll, die rechte Seite ihm zugewandt, und ging.
Dasamaṁ.
Mahāvaggo tatiyo.
Tassuddānaṁ
Sīhādhivutti kāyena,
cundena kasiṇena ca;
Kāḷī ca dve mahāpañhā,
kosalehi pare duveti.