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Aṅguttara Nikāya 10.71 Nummerierte Lehrreden 10.71

8. Ākaṅkhavagga 8. Das Kapitel über das Wünschen

Ākaṅkhasutta Wenn man wünscht

Ekaṁ samayaṁ bhagavā sāvatthiyaṁ viharati jetavane anāthapiṇḍikassa ārāme. Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika.

Tatra kho bhagavā bhikkhū āmantesi: Da wandte sich der Buddha an die Mönche und Nonnen:

“bhikkhavo”ti. „Mönche und Nonnen!“

“Bhadante”ti te bhikkhū bhagavato paccassosuṁ. „Ehrwürdiger Herr“, antworteten sie.

Bhagavā etadavoca: Der Buddha sagte:

“Sampannasīlā, bhikkhave, viharatha sampannapātimokkhā, pātimokkhasaṁvarasaṁvutā viharatha ācāragocarasampannā aṇumattesu vajjesu bhayadassāvino, samādāya sikkhatha sikkhāpadesu. „Mönche und Nonnen, lebt nach den ethischen Regeln und der Ordenssatzung. Lebt gezügelt in der Ordenssatzung, verhaltet euch angemessen und sucht an angemessenen Orten um Almosen nach. Seht die Gefahr im kleinsten Fehler und haltet die Regeln ein, die ihr aufgenommen habt.

Ākaṅkheyya ce, bhikkhave, bhikkhu ‘sabrahmacārīnaṁ piyo cassaṁ manāpo ca garu ca bhāvanīyo cā’ti, sīlesvevassa paripūrakārī ajjhattaṁ cetosamathamanuyutto anirākatajjhāno vipassanāya samannāgato brūhetā suññāgārānaṁ. Wenn ein Mönch wünscht: ‚Dass ich doch meinen geistlichen Gefährten lieb und teuer wäre, dass ich geachtet und bewundert würde‘, so soll er seine Regeln einhalten, sich der inneren Sammlung des Herzens weihen, die Vertiefung nicht vernachlässigen, das klare Sehen besitzen und leere Hütten aufsuchen.

Ākaṅkheyya ce, bhikkhave, bhikkhu ‘lābhī assaṁ cīvarapiṇḍapātasenāsanagilānapaccayabhesajjaparikkhārānan’ti, sīlesvevassa paripūrakārī ajjhattaṁ cetosamathamanuyutto anirākatajjhāno vipassanāya samannāgato brūhetā suññāgārānaṁ. Wenn ein Mönch wünscht: ‚Dass ich doch Roben, Almosen, Unterkunft sowie Arznei und Krankenversorgung erhalte‘, so soll er seine Regeln einhalten, sich der inneren Sammlung des Herzens weihen, die Vertiefung nicht vernachlässigen, Klarsicht besitzen und leere Hütten aufsuchen.

Ākaṅkheyya ce, bhikkhave, bhikkhu ‘yesāhaṁ paribhuñjāmi cīvarapiṇḍapātasenāsanagilānapaccayabhesajjaparikkhārānaṁ tesaṁ te kārā mahapphalā assu mahānisaṁsā’ti, sīlesvevassa …pe… brūhetā suññāgārānaṁ. Wenn ein Mönch wünscht: ‚Dass doch die Dienste derer, deren Roben, Almosen, Unterkunft sowie Arznei und Krankenversorgung ich genieße, ihnen reiche Frucht und großen Vorteil bringen‘, so soll er seine Regeln einhalten …

Ākaṅkheyya ce, bhikkhave, bhikkhu ‘ye me petā ñātī sālohitā kālaṅkatā pasannacittā anussaranti tesaṁ taṁ mahapphalaṁ assa mahānisaṁsan’ti, sīlesvevassa …pe… brūhetā suññāgārānaṁ. Wenn ein Mönch wünscht: ‚Dass es doch meinen verstorbenen Angehörigen und Verwandten reiche Frucht und großen Vorteil bringe, wenn sie sich mit zuversichtlichem Herzen auf mich besinnen‘, so soll er seine Regeln einhalten …

Ākaṅkheyya ce, bhikkhave, bhikkhu ‘santuṭṭho assaṁ itarītaracīvarapiṇḍapātasenāsanagilānapaccayabhesajjaparikkhārenā’ti, sīlesvevassa …pe… brūhetā suññāgārānaṁ. Wenn ein Mönch wünscht: ‚Dass ich doch mit jeder Art von Roben, Almosen, Unterkunft sowie Arznei und Krankenversorgung zufrieden wäre‘, so soll er seine Regeln einhalten …

Ākaṅkheyya ce, bhikkhave, bhikkhu ‘khamo assaṁ sītassa uṇhassa jighacchāya pipāsāya ḍaṁsamakasavātātapasarīsapasamphassānaṁ, duruttānaṁ durāgatānaṁ vacanapathānaṁ uppannānaṁ sārīrikānaṁ vedanānaṁ dukkhānaṁ tibbānaṁ kharānaṁ kaṭukānaṁ asātānaṁ amanāpānaṁ pāṇaharānaṁ adhivāsakajātiko assan’ti, sīlesvevassa …pe… brūhetā suññāgārānaṁ. Wenn ein Mönch wünscht: ‚Dass ich doch Kälte, Hitze, Hunger und Durst ertragen könnte, dass ich die Berührung von Fliegen, Stechmücken, Wind, Sonne und Kriechtieren ertragen könnte, dass ich rauen und unlieben Tadel ertragen könnte und dass ich körperliche Schmerzen hinnehmen könnte – scharfe, heftige, brennende, lästige, unangenehme, lebensbedrohende‘, so soll er seine Regeln einhalten …

Ākaṅkheyya ce, bhikkhave, bhikkhu ‘aratiratisaho assaṁ, na ca maṁ aratirati saheyya, uppannaṁ aratiratiṁ abhibhuyya abhibhuyya vihareyyan’ti, sīlesvevassa …pe… brūhetā suññāgārānaṁ. Wenn ein Mönch wünscht: ‚Dass ich doch die Oberhand über Begierde und Widerwillen gewinnen könnte und Begierde und Widerwille nicht die Oberhand über mich gewinnen, und dass ich leben könnte, indem ich Begierde und Widerwillen gemeistert habe, wann immer sie aufkommen‘, so soll er seine Regeln einhalten …

Ākaṅkheyya ce, bhikkhave, bhikkhu ‘bhayabheravasaho assaṁ, na ca maṁ bhayabheravo saheyya, uppannaṁ bhayabheravaṁ abhibhuyya abhibhuyya vihareyyan’ti, sīlesvevassa …pe… brūhetā suññāgārānaṁ. Wenn ein Mönch wünscht: ‚Dass ich doch die Oberhand über Angst und Schrecken gewinnen könnte und Angst und Schrecken nicht die Oberhand über mich gewinnen, und dass ich leben könnte, indem ich Angst und Schrecken gemeistert habe, wann immer sie aufkommen‘, so soll er seine Regeln einhalten …

Ākaṅkheyya ce, bhikkhave, bhikkhu ‘catunnaṁ jhānānaṁ ābhicetasikānaṁ diṭṭhadhammasukhavihārānaṁ nikāmalābhī assaṁ akicchalābhī akasiralābhī’ti, sīlesvevassa …pe… brūhetā suññāgārānaṁ. Wenn ein Mönch wünscht: ‚Dass ich doch die vier Vertiefungen erlangen könnte – Zustände seliger Meditation in diesem Leben, die zum höheren Geist gehören – wann immer ich will, ohne Mühe und Not‘, so soll er seine Regeln einhalten …

Ākaṅkheyya ce, bhikkhave, bhikkhu ‘āsavānaṁ khayā anāsavaṁ cetovimuttiṁ paññāvimuttiṁ diṭṭheva dhamme sayaṁ abhiññā sacchikatvā upasampajja vihareyyan’ti, sīlesvevassa paripūrakārī ajjhattaṁ cetosamathamanuyutto anirākatajjhāno vipassanāya samannāgato brūhetā suññāgārānaṁ. Wenn ein Mönch wünscht: ‚Dass ich doch mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens erlangen könnte, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, sie durch eigene Einsicht erkennen und darin leben könnte‘, so soll er seine Regeln einhalten, sich der inneren Sammlung des Herzens weihen, die Vertiefung nicht vernachlässigen, Klarsicht besitzen und leere Hütten aufsuchen.

‘Sampannasīlā, bhikkhave, viharatha sampannapātimokkhā, pātimokkhasaṁvarasaṁvutā viharatha ācāragocarasampannā aṇumattesu vajjesu bhayadassāvino, samādāya sikkhatha sikkhāpadesū’ti, ‚Lebt nach den ethischen Regeln und der Ordenssatzung. Lebt gezügelt in der Ordenssatzung, verhaltet euch angemessen und sucht an angemessenen Orten um Almosen nach. Seht die Gefahr im kleinsten Fehler und haltet die Regeln ein, die ihr aufgenommen habt.‘

iti yaṁ taṁ vuttaṁ, idametaṁ paṭicca vuttan”ti. Das habe ich gesagt, und deshalb habe ich es gesagt.“

Paṭhamaṁ.
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