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Aṅguttara Nikāya 10.86 Nummerierte Lehrreden 10.86

9. Theravagga 9. Das Kapitel mit Ordensältesten

Adhimānasutta Selbstüberschätzung

Ekaṁ samayaṁ āyasmā mahākassapo rājagahe viharati veḷuvane kalandakanivāpe. Einmal hielt sich der Ehrwürdige Mahākassapa bei Rājagaha auf, im Bambuswäldchen, am Futterplatz der Eichhörnchen.

Tatra kho āyasmā mahākassapo bhikkhū āmantesi: Da wandte er sich an die Mönche und Nonnen:

“āvuso bhikkhave”ti. „Geehrte, Mönche und Nonnen!“

“Āvuso”ti kho te bhikkhū āyasmato mahākassapassa paccassosuṁ. „Geehrter“, antworteten sie.

Āyasmā mahākassapo etadavoca: Der Ehrwürdige Mahākassapa sagte:

“Idhāvuso, bhikkhu aññaṁ byākaroti: „Da erklärt ein Mönch seine Erleuchtung:

‘khīṇā jāti, vusitaṁ brahmacariyaṁ, kataṁ karaṇīyaṁ, nāparaṁ itthattāyāti pajānāmī’ti. ‚Ich verstehe: „Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort.“‘

Tamenaṁ tathāgato vā tathāgatasāvako vā jhāyī samāpattikusalo paracittakusalo paracittapariyāyakusalo samanuyuñjati samanuggāhati samanubhāsati. Darauf dringt der Klargewordene auf ihn ein, geht ihm nach und nimmt ihn ins Kreuzverhör, oder einer seiner Schüler, der die Vertiefungen besitzt, in erhabenen Zuständen erfahren ist, der den Geist anderer erfasst und in den Wegen des Geistes anderer bewandert ist, tut es.

So tathāgatena vā tathāgatasāvakena vā jhāyinā samāpattikusalena paracittakusalena paracittapariyāyakusalena samanuyuñjiyamāno samanuggāhiyamāno samanubhāsiyamāno irīṇaṁ āpajjati vicinaṁ āpajjati anayaṁ āpajjati byasanaṁ āpajjati anayabyasanaṁ āpajjati. Wenn er so ins Kreuzverhör genommen wird, bleibt er stecken und kommt vom Weg ab. Er läuft in sein Verderben und seinen Untergang.

Tamenaṁ tathāgato vā tathāgatasāvako vā jhāyī samāpattikusalo paracittakusalo paracittapariyāyakusalo evaṁ cetasā ceto paricca manasi karoti: Der Klargewordene oder einer seiner Schüler erfasst seinen Geist und untersucht:

‘kiṁ nu kho ayamāyasmā aññaṁ byākaroti—‚Warum erklärt dieser Ehrwürdige seine Erleuchtung und sagt:

khīṇā jāti, vusitaṁ brahmacariyaṁ, kataṁ karaṇīyaṁ, nāparaṁ itthattāyāti pajānāmī’ti. „Ich verstehe: ‚Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort‘“?‘

Tamenaṁ tathāgato vā tathāgatasāvako vā jhāyī samāpattikusalo paracittakusalo paracittapariyāyakusalo evaṁ cetasā ceto paricca pajānāti: Er versteht:

‘Adhimāniko kho ayamāyasmā adhimānasacco, appatte pattasaññī, akate katasaññī, anadhigate adhigatasaññī. ‚Dieser Ehrwürdige überschätzt sich selbst und hält das für die Wahrheit. Er nimmt wahr, dass er erlangt hätte, was er nicht erlangt hat, dass er getan hätte, was er nicht getan hat, und dass er erreicht hätte, was er nicht erreicht hat.

Adhimānena aññaṁ byākaroti—Und aus Selbstüberschätzung erklärt er seine Erleuchtung:

khīṇā jāti, vusitaṁ brahmacariyaṁ, kataṁ karaṇīyaṁ, nāparaṁ itthattāyāti pajānāmī’ti. „Ich verstehe: ‚Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘“‘

Tamenaṁ tathāgato vā tathāgatasāvako vā jhāyī samāpattikusalo paracittakusalo paracittapariyāyakusalo evaṁ cetasā ceto paricca manasi karoti: Der Klargewordene oder einer seiner Schüler erfasst seinen Geist und untersucht:

‘kiṁ nu kho ayamāyasmā nissāya adhimāniko adhimānasacco, appatte pattasaññī, akate katasaññī, anadhigate adhigatasaññī. ‚Warum überschätzt sich dieser Ehrwürdige selbst und hält das für die Wahrheit? Warum nimmt er wahr, dass er erlangt hätte, was er nicht erlangt hat, dass er getan hätte, was er nicht getan hat, und dass er erreicht hätte, was er nicht erreicht hat?

Adhimānena aññaṁ byākaroti—Und warum erklärt er aus Selbstüberschätzung seine Erleuchtung:

khīṇā jāti, vusitaṁ brahmacariyaṁ, kataṁ karaṇīyaṁ, nāparaṁ itthattāyāti pajānāmī’ti. „Ich verstehe: ‚Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort‘“?‘

Tamenaṁ tathāgato vā tathāgatasāvako vā jhāyī samāpattikusalo paracittakusalo paracittapariyāyakusalo evaṁ cetasā ceto paricca pajānāti: Er versteht:

‘Bahussuto kho pana ayamāyasmā sutadharo sutasannicayo, ye te dhammā ādikalyāṇā majjhekalyāṇā pariyosānakalyāṇā sātthaṁ sabyañjanaṁ kevalaparipuṇṇaṁ parisuddhaṁ brahmacariyaṁ abhivadanti, tathārūpāssa dhammā bahussutā honti dhātā vacasā paricitā manasānupekkhitā diṭṭhiyā suppaṭividdhā. ‚Dieser Ehrwürdige ist sehr gelehrt, er erinnert und behält, was er gehört hat: diese Lehren, die am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut sind, bedeutsam und gut ausgedrückt; die ein geistliches Leben beschreiben, das ganz vollständig und rein ist. Er ist sehr gelehrt in diesen Lehren, erinnert sie, übt sie ein, prüft sie mit dem Geist und erfasst sie gedanklich.

Tasmā ayamāyasmā adhimāniko adhimānasacco, appatte pattasaññī, akate katasaññī, anadhigate adhigatasaññī. Darum überschätzt sich dieser Ehrwürdige selbst und hält das für die Wahrheit. …‘

Adhimānena aññaṁ byākaroti—

khīṇā jāti, vusitaṁ brahmacariyaṁ, kataṁ karaṇīyaṁ, nāparaṁ itthattāyāti pajānāmī’ti.

Tamenaṁ tathāgato vā tathāgatasāvako vā jhāyī samāpattikusalo paracittakusalo paracittapariyāyakusalo evaṁ cetasā ceto paricca pajānāti: Er versteht:

‘Abhijjhālu kho pana ayamāyasmā; ‚Dieser Ehrwürdige ist begehrlich

abhijjhāpariyuṭṭhitena cetasā bahulaṁ viharati. und lebt oft mit einem Herzen voller Begehrlichkeit.

Abhijjhāpariyuṭṭhānaṁ kho pana tathāgatappavedite dhammavinaye parihānametaṁ. Voller Begehrlichkeit zu sein, bedeutet Niedergang in der Lehre und Schulung, die vom Klargewordenen verkündet wurde.

Byāpanno kho pana ayamāyasmā; Dieser Ehrwürdige ist böswillig …

byāpādapariyuṭṭhitena cetasā bahulaṁ viharati.

Byāpādapariyuṭṭhānaṁ kho pana tathāgatappavedite dhammavinaye parihānametaṁ.

Thinamiddho kho pana ayamāyasmā; dumpf und benommen …

thinamiddhapariyuṭṭhitena cetasā bahulaṁ viharati.

Thinamiddhapariyuṭṭhānaṁ kho pana tathāgatappavedite dhammavinaye parihānametaṁ.

Uddhato kho pana ayamāyasmā; rastlos …

uddhaccapariyuṭṭhitena cetasā bahulaṁ viharati.

Uddhaccapariyuṭṭhānaṁ kho pana tathāgatappavedite dhammavinaye parihānametaṁ.

Vicikiccho kho pana ayamāyasmā; er hat Zweifel …

vicikicchāpariyuṭṭhitena cetasā bahulaṁ viharati.

Vicikicchāpariyuṭṭhānaṁ kho pana tathāgatappavedite dhammavinaye parihānametaṁ.

Kammārāmo kho pana ayamāyasmā kammarato kammārāmataṁ anuyutto. Er genießt Arbeit, liebt sie und hängt daran, sie zu genießen …

Kammārāmatā kho pana tathāgatappavedite dhammavinaye parihānametaṁ.

Bhassārāmo kho pana ayamāyasmā bhassarato bhassārāmataṁ anuyutto. Er genießt Reden …

Bhassārāmatā kho pana tathāgatappavedite dhammavinaye parihānametaṁ.

Niddārāmo kho pana ayamāyasmā niddārato niddārāmataṁ anuyutto. Schlaf …

Niddārāmatā kho pana tathāgatappavedite dhammavinaye parihānametaṁ.

Saṅgaṇikārāmo kho pana ayamāyasmā saṅgaṇikarato saṅgaṇikārāmataṁ anuyutto. und Gesellschaft, liebt sie und hängt daran, sie zu genießen.

Saṅgaṇikārāmatā kho pana tathāgatappavedite dhammavinaye parihānametaṁ. Gesellschaft zu lieben, bedeutet Niedergang in der Lehre und Schulung, die vom Klargewordenen verkündet wurde.

Sati kho pana ayamāyasmā uttari karaṇīye oramattakena visesādhigamena antarā vosānaṁ āpanno. Obwohl es noch mehr zu tun gibt, hört dieser Ehrwürdige auf halbem Weg auf, nachdem er ein unbedeutendes Ergebnis erlangt hat.

Antarā vosānagamanaṁ kho pana tathāgatappavedite dhammavinaye parihānametaṁ’. Auf halbem Weg aufzuhören, bedeutet Niedergang in der Lehre und Schulung, die vom Klargewordenen verkündet wurde.‘

So vatāvuso, bhikkhu ‘ime dasa dhamme appahāya imasmiṁ dhammavinaye vuddhiṁ virūḷhiṁ vepullaṁ āpajjissatī’ti netaṁ ṭhānaṁ vijjati. Es ist ganz unmöglich, dass ein Mönch Wachstum, Zunahme oder Reife in dieser Lehre und Schulung erlangt, ohne diese zehn Eigenschaften aufzugeben.

So vatāvuso, bhikkhu ‘ime dasa dhamme pahāya imasmiṁ dhammavinaye vuddhiṁ virūḷhiṁ vepullaṁ āpajjissatī’ti ṭhānametaṁ vijjatī”ti. Es ist gut möglich, dass ein Mönch Wachstum, Zunahme und Reife in dieser Lehre und Schulung erlangt, nachdem er diese zehn Eigenschaften aufgegeben hat.“

Chaṭṭhaṁ.
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