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Aṅguttara Nikāya 10.176 Nummerierte Lehrreden 10.176
17. Jāṇussoṇivagga 17. Das Kapitel mit Jānussoṇi
Cundasutta Mit Cunda
Evaṁ me sutaṁ—So habe ich es gehört:
ekaṁ samayaṁ bhagavā pāvāyaṁ viharati cundassa kammāraputtassa ambavane. Einmal hielt sich der Buddha bei Pāvā im Mangowäldchen Cundas des Schmieds auf.
Atha kho cundo kammāraputto yena bhagavā tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā bhagavantaṁ abhivādetvā ekamantaṁ nisīdi. Ekamantaṁ nisinnaṁ kho cundaṁ kammāraputtaṁ bhagavā etadavoca: Da ging Cunda der Schmied zum Buddha, verbeugte sich und setzte sich zur Seite hin. Der Buddha sagte zu ihm:
“kassa no tvaṁ, cunda, soceyyāni rocesī”ti? „Cunda, an wessen Reinheit glaubst du?“
“Brāhmaṇā, bhante, pacchābhūmakā kamaṇḍalukā sevālamālikā aggiparicārikā udakorohakā soceyyāni paññapenti; tesāhaṁ soceyyāni rocemī”ti. „Herr, ich glaube an die Reinheit, die die Brahmanen des Westens verfechten, die mit Moos behängt sind, Wasserkrüge tragen, der heiligen Flamme huldigen und ins Wasser eintauchen.“
“Yathā kathaṁ pana, cunda, brāhmaṇā pacchābhūmakā kamaṇḍalukā sevālamālikā aggiparicārikā udakorohakā soceyyāni paññapentī”ti? „Aber Cunda, welche Art der Reinheit verfechten diese Brahmanen des Westens?“
“Idha, bhante, brāhmaṇā pacchābhūmakā kamaṇḍalukā sevālamālikā aggiparicārikā udakorohakā. Te sāvakaṁ evaṁ samādapenti: „Die Brahmanen des Westens ermuntern einen Schüler folgendermaßen:
‘ehi tvaṁ, ambho purisa, kālasseva uṭṭhahantova sayanamhā pathaviṁ āmaseyyāsi; ‚Bitte, werter Mann, du sollst früh aufstehen und von deinem Bett aus die Erde berühren.
no ce pathaviṁ āmaseyyāsi, allāni gomayāni āmaseyyāsi; Wenn du nicht die Erde berührst, berühre frischen Kuhmist.
no ce allāni gomayāni āmaseyyāsi, haritāni tiṇāni āmaseyyāsi; Wenn du keinen frischen Kuhmist berührst, berühre grünes Gras.
no ce haritāni tiṇāni āmaseyyāsi, aggiṁ paricareyyāsi; Wenn du kein grünes Gras berührst, huldige der heiligen Flamme.
no ce aggiṁ paricareyyāsi, pañjaliko ādiccaṁ namasseyyāsi; Wenn du nicht der heiligen Flamme huldigst, verehre mit zusammengelegten Händen die Sonne.
no ce pañjaliko ādiccaṁ namasseyyāsi, sāyatatiyakaṁ udakaṁ oroheyyāsī’ti. Wenn du nicht mit zusammengelegten Händen die Sonne verehrst, tauche dreimal ins Wasser ein, auch am Abend.‘
Evaṁ kho, bhante, brāhmaṇā pacchābhūmakā kamaṇḍalukā sevālamālikā aggiparicārikā udakorohakā soceyyāni paññapenti; tesāhaṁ soceyyāni rocemī”ti. Diese Art der Reinheit verfechten die Brahmanen des Westens.“
“Aññathā kho, cunda, brāhmaṇā pacchābhūmakā kamaṇḍalukā sevālamālikā aggiparicārikā udakorohakā soceyyāni paññapenti, aññathā ca pana ariyassa vinaye soceyyaṁ hotī”ti. „Die Reinheit, die die Brahmanen des Westens verfechten, ist etwas anderes als die Reinheit in der Schulung des Edlen.“
“Yathā kathaṁ pana, bhante, ariyassa vinaye soceyyaṁ hoti? „Aber was, Herr, ist die Reinheit in der Schulung des Edlen?
Sādhu me, bhante, bhagavā tathā dhammaṁ desetu yathā ariyassa vinaye soceyyaṁ hotī”ti. Herr, bitte unterweise mich darin.“
“Tena hi, cunda, suṇāhi, sādhukaṁ manasi karohi; bhāsissāmī”ti. „Nun, Brahmane, hör zu und gebrauche den Geist gut, ich werde sprechen.“
“Evaṁ, bhante”ti kho cundo kammāraputto bhagavato paccassosi. „Ja, Herr“, antwortete Cunda.
Bhagavā etadavoca: Der Buddha sagte:
“Tividhaṁ kho, cunda, kāyena asoceyyaṁ hoti; „Cunda, Unreinheit ist dreifach in Bezug auf den Körper,
catubbidhaṁ vācāya asoceyyaṁ hoti; vierfach in Bezug auf die Sprache
tividhaṁ manasā asoceyyaṁ hoti. und dreifach in Bezug auf den Geist.
Kathañca, cunda, tividhaṁ kāyena asoceyyaṁ hoti? Und wie ist Unreinheit dreifach in Bezug auf den Körper?
Idha, cunda, ekacco pāṇātipātī hoti luddo lohitapāṇi hatapahate niviṭṭho adayāpanno sabbapāṇabhūtesu. Da tötet jemand lebende Geschöpfe. Er ist unbarmherzig, mit Blut an den Händen, ein abgebrühter Mörder, mitleidlos gegenüber allen Lebewesen.
Adinnādāyī hoti. Yaṁ taṁ parassa paravittūpakaraṇaṁ gāmagataṁ vā araññagataṁ vā taṁ adinnaṁ theyyasaṅkhātaṁ ādātā hoti. Er stiehlt. In diebischer Absicht nimmt er Vermögen und Besitz anderer aus einem Dorf oder aus der Wildnis.
Kāmesumicchācārī hoti. Yā tā māturakkhitā piturakkhitā mātāpiturakkhitā bhāturakkhitā bhaginirakkhitā ñātirakkhitā gottarakkhitā dhammarakkhitā sasāmikā saparidaṇḍā antamaso mālāguḷaparikkhittāpi, tathārūpāsu cārittaṁ āpajjitā hoti. Er begeht sexuelle Verfehlungen. Er hat Geschlechtsverkehr mit Frauen, die unter dem Schutz der Mutter, des Vaters, von Mutter und Vater, des Bruders, der Schwester, von Verwandten oder des Stammes stehen. Er hat Geschlechtsverkehr mit einer Frau, die unter dem Schutz des rechten Grundsatzes steht, die einen Ehemann hat oder bei der ein Übergriff gesetzlich strafbar ist, bis hin zu einer, die als Zeichen der Verlobung bekränzt wurde.
Evaṁ kho, cunda, tividhaṁ kāyena asoceyyaṁ hoti. So ist Unreinheit dreifach in Bezug auf den Körper.
Kathañca, cunda, catubbidhaṁ vācāya asoceyyaṁ hoti? Und wie ist Unreinheit vierfach in Bezug auf die Sprache?
Idha, cunda, ekacco musāvādī hoti. Sabhaggato vā parisaggato vā ñātimajjhagato vā pūgamajjhagato vā rājakulamajjhagato vā abhinīto sakkhipuṭṭho: ‘ehambho purisa, yaṁ jānāsi taṁ vadehī’ti, so ajānaṁ vā āha: ‘jānāmī’ti, jānaṁ vā āha: ‘na jānāmī’ti; apassaṁ vā āha: ‘passāmī’ti, passaṁ vā āha: ‘na passāmī’ti. Iti attahetu vā parahetu vā āmisakiñcikkhahetu vā sampajānamusā bhāsitā hoti. Da lügt jemand. Er wird vor eine Ratsversammlung geladen, vor eine Versammlung, einen Familienrat, eine Gilde oder an den königlichen Hof, und wird als Zeuge befragt: ‚Bitte, werter Mann, sag, was du weißt.‘ Ohne zu wissen, sagt er: ‚Ich weiß‘. Obwohl er weiß, sagt er: ‚Ich weiß nicht‘. Ohne zu sehen, sagt er: ‚Ich sehe‘. Obwohl er sieht, sagt er: ‚Ich sehe nicht‘. So lügt er wissentlich im eigenen Interesse, im Interesse anderer oder im Interesse einer banalen weltlichen Vergünstigung.
Pisuṇavāco hoti. Ito sutvā amutra akkhātā imesaṁ bhedāya, amutra vā sutvā imesaṁ akkhātā amūsaṁ bhedāya. Iti samaggānaṁ vā bhettā, bhinnānaṁ vā anuppadātā, vaggārāmo vaggarato vagganandī vaggakaraṇiṁ vācaṁ bhāsitā hoti. Er redet so, dass er andere entzweit. Was er hier gehört hat, sagt er dort, und was er dort gehört hat, sagt er hier, um Menschen zu entzweien. So entzweit er die Einträchtigen, fördert Spaltung, freut sich an Spaltung, liebt die Spaltung und spricht Worte, die Spaltung fördern.
Pharusavāco hoti. Yā sā vācā aṇḍakā kakkasā parakaṭukā parābhisajjanī kodhasāmantā asamādhisaṁvattanikā, tathārūpiṁ vācaṁ bhāsitā hoti. Er redet hart. Er spricht Worte von der Art, die beißend, gehässig, verletzend, beleidigend ist, die an Zorn grenzt und nicht in die Versenkung führt.
Samphappalāpī hoti akālavādī abhūtavādī anatthavādī adhammavādī avinayavādī; anidhānavatiṁ vācaṁ bhāsitā hoti akālena anapadesaṁ apariyantavatiṁ anatthasaṁhitaṁ. Er redet Unsinn. Seine Worte kommen zur falschen Zeit, sind unwahr, bedeutungslos, nicht im Einklang mit der Lehre und Schulung. Sie sind ohne Wert, kommen zur falschen Zeit, sind unbegründet, weitschweifig und nutzlos.
Evaṁ kho, cunda, catubbidhaṁ vācāya asoceyyaṁ hoti. So ist Unreinheit vierfach in Bezug auf die Sprache.
Kathañca, cunda, tividhaṁ manasā asoceyyaṁ hoti? Und wie ist Unreinheit dreifach in Bezug auf den Geist?
Idha, cunda, ekacco abhijjhālu hoti. Yaṁ taṁ parassa paravittūpakaraṇaṁ taṁ abhijjhātā hoti: ‘aho vata yaṁ parassa taṁ mamassā’ti. Da ist jemand begehrlich. Er begehrt Vermögen und Besitz anderer: ‚Ach, wenn doch nur ihr Besitz mir gehörte!‘
Byāpannacitto hoti paduṭṭhamanasaṅkappo: ‘ime sattā haññantu vā bajjhantu vā ucchijjantu vā vinassantu vā mā vā ahesun’ti. Er hegt bösen Willen und gehässige Absicht: ‚Dass doch diese Lebewesen getötet, abgeschlachtet, geschlagen, zerstört oder vernichtet würden!‘
Micchādiṭṭhiko hoti viparītadassano: Er hat falsche Ansicht, sein Blickwinkel ist verzerrt:
‘natthi dinnaṁ, natthi yiṭṭhaṁ, natthi hutaṁ, natthi sukaṭadukkaṭānaṁ kammānaṁ phalaṁ vipāko, natthi ayaṁ loko, natthi paro loko, natthi mātā, natthi pitā, natthi sattā opapātikā, natthi loke samaṇabrāhmaṇā sammaggatā sammāpaṭipannā ye imañca lokaṁ parañca lokaṁ sayaṁ abhiññā sacchikatvā pavedentī’ti. ‚Geben, Opfer oder Spenden haben keinen Sinn. Es gibt keine Frucht und kein Ergebnis von guten und schlechten Taten. Es gibt kein Leben nach dem Tod. So etwas wie Mutter und Vater oder Wesen, die durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden, gibt es nicht. Und es gibt keinen Asketen oder Brahmanen, der sich richtig benimmt, richtig übt, und der das Leben nach dem Tod erklärt, nachdem er es durch eigene Einsicht erkannt hat.‘
Evaṁ kho, cunda, manasā tividhaṁ asoceyyaṁ hoti. So ist Unreinheit dreifach in Bezug auf den Geist.
Ime kho, cunda, dasa akusalakammapathā. Das sind die zehn Wege zum Begehen untauglicher Taten.
Imehi kho, cunda, dasahi akusalehi kammapathehi samannāgato kālasseva uṭṭhahantova sayanamhā pathaviñcepi āmasati, asuciyeva hoti; no cepi pathaviṁ āmasati, asuciyeva hoti. Wenn man diese zehn Wege zum Begehen untauglicher Taten besitzt und früh aufsteht, ist man eben unrein, ob man von seinem Bett aus die Erde berührt oder nicht.
Allāni cepi gomayāni āmasati, asuciyeva hoti; no cepi allāni gomayāni āmasati, asuciyeva hoti. Ob man frischen Kuhmist berührt oder nicht, man ist eben unrein.
Haritāni cepi tiṇāni āmasati, asuciyeva hoti; no cepi haritāni tiṇāni āmasati, asuciyeva hoti. Ob man grünes Gras berührt oder nicht, man ist eben unrein.
Aggiñcepi paricarati, asuciyeva hoti, no cepi aggiṁ paricarati, asuciyeva hoti. Ob man der heiligen Flamme huldigt oder nicht, man ist eben unrein.
Pañjaliko cepi ādiccaṁ namassati, asuciyeva hoti; no cepi pañjaliko ādiccaṁ namassati, asuciyeva hoti. Ob man mit zusammengelegten Händen die Sonne verehrt oder nicht, man ist eben unrein.
Sāyatatiyakañcepi udakaṁ orohati, asuciyeva hoti; no cepi sāyatatiyakaṁ udakaṁ orohati, asuciyeva hoti. Ob man dreimal ins Wasser eintaucht oder nicht, man ist eben unrein.
Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?
Ime, cunda, dasa akusalakammapathā asucīyeva honti asucikaraṇā ca. Diese zehn Wege zum Begehen untauglicher Taten sind unrein und machen die Dinge unrein.
Imesaṁ pana, cunda, dasannaṁ akusalānaṁ kammapathānaṁ samannāgamanahetu nirayo paññāyati, tiracchānayoni paññāyati, pettivisayo paññāyati, yā vā panaññāpi kāci duggatiyo. Wegen derer, die diese zehn Arten untauglicher Taten begehen, findet man die Hölle, das Tierreich, das Gespensterreich und andere schlechte Orte.
Tividhaṁ kho, cunda, kāyena soceyyaṁ hoti; Cunda, Reinheit ist dreifach in Bezug auf den Körper,
catubbidhaṁ vācāya soceyyaṁ hoti; vierfach in Bezug auf die Sprache
tividhaṁ manasā soceyyaṁ hoti. und dreifach in Bezug auf den Geist.
Kathaṁ, cunda, tividhaṁ kāyena soceyyaṁ hoti? Und wie ist Reinheit dreifach in Bezug auf den Körper?
Idha, cunda, ekacco pāṇātipātaṁ pahāya pāṇātipātā paṭivirato hoti nihitadaṇḍo nihitasattho, lajjī dayāpanno, sabbapāṇabhūtahitānukampī viharati. Da gibt jemand das Töten lebender Geschöpfe auf und tötet nicht mehr. Er verzichtet auf Stock und Schwert. Er ist einfühlsam und gütig und lebt voller Anteilnahme für alle Lebewesen.
Adinnādānaṁ pahāya, adinnādānā paṭivirato hoti. Yaṁ taṁ parassa paravittūpakaraṇaṁ gāmagataṁ vā araññagataṁ vā, na taṁ adinnaṁ theyyasaṅkhātaṁ ādātā hoti. Er gibt das Stehlen auf und stiehlt nicht mehr. Er nimmt nicht in diebischer Absicht Vermögen oder Besitz anderer aus einem Dorf oder aus der Wildnis.
Kāmesumicchācāraṁ pahāya, kāmesumicchācārā paṭivirato hoti yā tā māturakkhitā piturakkhitā mātāpiturakkhitā bhāturakkhitā bhaginirakkhitā ñātirakkhitā gottarakkhitā dhammarakkhitā sasāmikā saparidaṇḍā antamaso mālāguḷaparikkhittāpi, tathārūpāsu na cārittaṁ āpajjitā hoti. Er gibt das Begehen sexueller Verfehlungen auf und begeht keine sexuellen Verfehlungen mehr. Er hat keinen Geschlechtsverkehr mit Frauen, die unter dem Schutz der Mutter, des Vaters, von Mutter und Vater, des Bruders, der Schwester, von Verwandten oder des Stammes stehen. Er hat keinen Geschlechtsverkehr mit einer Frau, die unter dem Schutz des rechten Grundsatzes steht, die einen Ehemann hat oder bei der ein Übergriff gesetzlich strafbar ist, bis hin zu einer, die als Zeichen der Verlobung bekränzt wurde.
Evaṁ kho, cunda, tividhaṁ kāyena soceyyaṁ hoti. So ist Reinheit dreifach in Bezug auf den Körper.
Kathañca, cunda, catubbidhaṁ vācāya soceyyaṁ hoti? Und wie ist Reinheit vierfach in Bezug auf die Sprache?
Idha, cunda, ekacco musāvādaṁ pahāya musāvādā paṭivirato hoti. Sabhaggato vā parisaggato vā ñātimajjhagato vā pūgamajjhagato vā rājakulamajjhagato vā abhinīto sakkhipuṭṭho: ‘ehambho purisa, yaṁ jānāsi taṁ vadehī’ti, so ajānaṁ vā āha: ‘na jānāmī’ti, jānaṁ vā āha: ‘jānāmī’ti, apassaṁ vā āha: ‘na passāmī’ti, passaṁ vā āha: ‘passāmī’ti. Iti attahetu vā parahetu vā āmisakiñcikkhahetu vā na sampajānamusā bhāsitā hoti. Da gibt jemand das Lügen auf und lügt nicht mehr. Er wird vor eine Ratsversammlung geladen, vor eine Versammlung, einen Familienrat, eine Gilde oder an den königlichen Hof, und wird als Zeuge befragt: ‚Bitte, werter Mann, sag, was du weißt.‘ Wenn er nicht weiß, sagt er: ‚Ich weiß nicht‘. Wenn er weiß, sagt er: ‚Ich weiß‘. Wenn er nicht sieht, sagt er: ‚Ich sehe nicht‘. Und wenn er sieht, sagt er: ‚Ich sehe‘. So lügt er nicht wissentlich, weder im eigenen Interesse noch im Interesse anderer noch im Interesse einer banalen weltlichen Vergünstigung.
Pisuṇaṁ vācaṁ pahāya, pisuṇāya vācāya paṭivirato hoti—na ito sutvā amutra akkhātā imesaṁ bhedāya, na amutra vā sutvā imesaṁ akkhātā amūsaṁ bhedāya. Iti bhinnānaṁ vā sandhātā sahitānaṁ vā anuppadātā samaggārāmo samaggarato samagganandī samaggakaraṇiṁ vācaṁ bhāsitā hoti. Er gibt entzweiende Rede auf und entzweit niemanden mehr. Was er hier gehört hat, sagt er nicht dort, und was er dort gehört hat, nicht hier, um Menschen zu entzweien. Stattdessen versöhnt er die Uneinigen, fördert Einigkeit, freut sich an Eintracht, liebt die Eintracht und spricht Worte, die Eintracht fördern.
Pharusaṁ vācaṁ pahāya, pharusāya vācāya paṭivirato hoti. Yā sā vācā nelā kaṇṇasukhā pemanīyā hadayaṅgamā porī bahujanakantā bahujanamanāpā, tathārūpiṁ vācaṁ bhāsitā hoti. Er gibt harte Rede auf und redet nicht mehr hart. Seine Worte sind mild, dem Ohr gefällig, lieblich, zu Herzen gehend, höflich, vielen Menschen willkommen und angenehm.
Samphappalāpaṁ pahāya, samphappalāpā paṭivirato hoti kālavādī bhūtavādī atthavādī dhammavādī vinayavādī; Er gibt das Unsinnreden auf und redet keinen Unsinn mehr. Seine Worte kommen zur rechten Zeit, sind wahr, bedeutsam, im Einklang mit der Lehre und Schulung.
nidhānavatiṁ vācaṁ bhāsitā hoti kālena sāpadesaṁ pariyantavatiṁ atthasaṁhitaṁ. Sie sind wertvoll, kommen zur rechten Zeit, sind begründet, treffend und nützlich.
Evaṁ kho, cunda, catubbidhaṁ vācāya soceyyaṁ hoti. So ist Reinheit vierfach in Bezug auf die Sprache.
Kathañca, cunda, tividhaṁ manasā soceyyaṁ hoti? Und wie ist Reinheit dreifach in Bezug auf den Geist?
Idha, cunda, ekacco anabhijjhālu hoti. Yaṁ taṁ parassa paravittūpakaraṇaṁ taṁ anabhijjhitā hoti: ‘aho vata yaṁ parassa taṁ mamassā’ti. Da ist jemand zufrieden. Er begehrt nicht Vermögen oder Besitz anderer: ‚Ach, wenn doch nur ihr Besitz mir gehörte!‘
Abyāpannacitto hoti appaduṭṭhamanasaṅkappo: ‘ime sattā averā hontu abyāpajjā, anīghā sukhī attānaṁ pariharantū’ti. Er hat ein gütiges Herz und liebevolle Absicht: ‚Dass doch diese Lebewesen frei von Feindschaft und bösem Willen lebten, unbeschwert und glücklich!‘
Sammādiṭṭhiko hoti aviparītadassano: Er hat rechte Ansicht, sein Blickwinkel ist unverfälscht:
‘atthi dinnaṁ, atthi yiṭṭhaṁ, atthi hutaṁ, atthi sukaṭadukkaṭānaṁ kammānaṁ phalaṁ vipāko, atthi ayaṁ loko, atthi paro loko, atthi mātā, atthi pitā, atthi sattā opapātikā, atthi loke samaṇabrāhmaṇā sammaggatā sammāpaṭipannā ye imañca lokaṁ parañca lokaṁ sayaṁ abhiññā sacchikatvā pavedentī’ti. ‚Geben, Opfer und Spenden sind sinnvoll. Es gibt eine Frucht und ein Ergebnis von guten und schlechten Taten. Es gibt ein Leben nach dem Tod. Es gibt so etwas wie Mutter und Vater oder Wesen, die durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren werden. Und es gibt Asketen und Brahmanen, die sich richtig benehmen, richtig üben, die das Leben nach dem Tod erklären, nachdem sie es durch eigene Einsicht erkannt haben.‘
Evaṁ kho, cunda, tividhaṁ manasā soceyyaṁ hoti. So ist Reinheit dreifach in Bezug auf den Geist.
Ime kho, cunda, dasa kusalakammapathā. Das sind die zehn Wege zum Begehen tauglicher Taten.
Imehi kho, cunda, dasahi kusalehi kammapathehi samannāgato kālasseva uṭṭhahantova sayanamhā pathaviñcepi āmasati, suciyeva hoti; no cepi pathaviṁ āmasati, suciyeva hoti. Wenn man diese zehn Wege zum Begehen tauglicher Taten besitzt und früh aufsteht, ist man eben rein, ob man von seinem Bett aus die Erde berührt oder nicht.
Allāni cepi gomayāni āmasati, suciyeva hoti; no cepi allāni gomayāni āmasati, suciyeva hoti. Ob man frischen Kuhmist berührt oder nicht, man ist eben rein.
Haritāni cepi tiṇāni āmasati, suciyeva hoti; no cepi haritāni tiṇāni āmasati, suciyeva hoti. Ob man grünes Gras berührt oder nicht, man ist eben rein.
Aggiñcepi paricarati, suciyeva hoti; no cepi aggiṁ paricarati, suciyeva hoti. Ob man der heiligen Flamme huldigt oder nicht, man ist eben rein.
Pañjaliko cepi ādiccaṁ namassati, suciyeva hoti; no cepi pañjaliko ādiccaṁ namassati, suciyeva hoti. Ob man mit zusammengelegten Händen die Sonne verehrt oder nicht, man ist eben rein.
Sāyatatiyakañcepi udakaṁ orohati, suciyeva hoti; no cepi sāyatatiyakaṁ udakaṁ orohati, suciyeva hoti. Ob man dreimal ins Wasser eintaucht oder nicht, man ist eben rein.
Taṁ kissa hetu? Warum ist das so?
Ime, cunda, dasa kusalakammapathā sucīyeva honti sucikaraṇā ca. Diese zehn Wege zum Begehen tauglicher Taten sind rein und machen die Dinge rein.
Imesaṁ pana, cunda, dasannaṁ kusalānaṁ kammapathānaṁ samannāgamanahetu devā paññāyanti, manussā paññāyanti, yā vā panaññāpi kāci sugatiyo”ti. Wegen derer, die diese zehn Arten tauglicher Taten begehen, findet man Götter, Menschen und andere Wesen an guten Orten.“
Evaṁ vutte, cundo kammāraputto bhagavantaṁ etadavoca: Daraufhin sagte Cunda der Schmied zum Buddha:
“abhikkantaṁ, bhante …pe… „Vortrefflich, Herr! Vortrefflich! …
upāsakaṁ maṁ, bhante, bhagavā dhāretu ajjatagge pāṇupetaṁ saraṇaṁ gatan”ti. Von diesem Tag an soll der Buddha mich als Laienschüler in Erinnerung behalten, der für sein ganzes Leben Zuflucht genommen hat.“
Dasamaṁ.