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Majjhima Nikāya 2 Mittlere Lehrreden 2

Sabbāsavasutta Alle Befleckungen

Evaṁ me sutaṁ—So habe ich es gehört:

ekaṁ samayaṁ bhagavā sāvatthiyaṁ viharati jetavane anāthapiṇḍikassa ārāme. Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika.

Tatra kho bhagavā bhikkhū āmantesi: Da wandte sich der Buddha an die Mönche und Nonnen:

“bhikkhavo”ti. „Mönche und Nonnen!“

“Bhadante”ti te bhikkhū bhagavato paccassosuṁ. „Ehrwürdiger Herr“, antworteten sie.

Bhagavā etadavoca: Der Buddha sagte:

“sabbāsavasaṁvarapariyāyaṁ vo, bhikkhave, desessāmi. „Mönche und Nonnen, ich will euch eine Darlegung über die Zügelung aller Befleckungen geben.

Taṁ suṇātha, sādhukaṁ manasi karotha, bhāsissāmī”ti. Hört zu und gebraucht den Geist gut, ich werde sprechen.“

“Evaṁ, bhante”ti kho te bhikkhū bhagavato paccassosuṁ. „Ja, Herr“, antworteten sie.

Bhagavā etadavoca: Der Buddha sagte:

“Jānato ahaṁ, bhikkhave, passato āsavānaṁ khayaṁ vadāmi, no ajānato no apassato. „Mönche und Nonnen, ich sage, dass die Befleckungen für jemanden aufgelöst werden, der erkennt und sieht, nicht für jemanden, der nicht erkennt und nicht sieht.

Kiñca, bhikkhave, jānato kiñca passato āsavānaṁ khayaṁ vadāmi? Für jemanden, der was erkennt und sieht?

Yoniso ca manasikāraṁ ayoniso ca manasikāraṁ. Gründlichen Gebrauch des Geistes und oberflächlichen Gebrauch des Geistes.

Ayoniso, bhikkhave, manasikaroto anuppannā ceva āsavā uppajjanti, uppannā ca āsavā pavaḍḍhanti; Wenn man den Geist oberflächlich gebraucht, entstehen Befleckungen, und die, die entstanden sind, nehmen zu.

yoniso ca kho, bhikkhave, manasikaroto anuppannā ceva āsavā na uppajjanti, uppannā ca āsavā pahīyanti. Wenn man den Geist gründlich gebraucht, entstehen keine Befleckungen, und die, die entstanden sind, werden aufgegeben.

Atthi, bhikkhave, āsavā dassanā pahātabbā, atthi āsavā saṁvarā pahātabbā, atthi āsavā paṭisevanā pahātabbā, atthi āsavā adhivāsanā pahātabbā, atthi āsavā parivajjanā pahātabbā, atthi āsavā vinodanā pahātabbā, atthi āsavā bhāvanā pahātabbā. Manche Befleckungen müssen durch Sehen aufgegeben werden, manche durch Zügelung, manche durch die Art des Gebrauchs, manche durch Ertragen, manche durch Meiden, manche durch Beseitigen und manche durch Entwickeln.

1. Dassanāpahātabbaāsava 1. Befleckungen, die durch Sehen aufgegeben werden müssen

Katame ca, bhikkhave, āsavā dassanā pahātabbā? Und was sind die Befleckungen, die durch Sehen aufgegeben werden müssen?

Idha, bhikkhave, assutavā puthujjano ariyānaṁ adassāvī ariyadhammassa akovido ariyadhamme avinīto, sappurisānaṁ adassāvī sappurisadhammassa akovido sappurisadhamme avinīto—Da hat ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch die Edlen nicht gesehen und ist in der Lehre der Edlen nicht bewandert und geschult. Er hat keine wahren Menschen gesehen und ist in der Lehre der wahren Menschen nicht bewandert und geschult.

manasikaraṇīye dhamme nappajānāti, amanasikaraṇīye dhamme nappajānāti. Er versteht nicht, für welche Dinge er den Geist gebrauchen soll und für welche Dinge er ihn nicht gebrauchen soll.

So manasikaraṇīye dhamme appajānanto amanasikaraṇīye dhamme appajānanto, ye dhammā na manasikaraṇīyā, te dhamme manasi karoti, ye dhammā manasikaraṇīyā te dhamme na manasi karoti. So gebraucht er den Geist für Dinge, für die er ihn nicht gebrauchen soll, und gebraucht ihn nicht für Dinge, für die er ihn gebrauchen soll.

Katame ca, bhikkhave, dhammā na manasikaraṇīyā ye dhamme manasi karoti? Und für welche Dinge soll er den Geist nicht gebrauchen, tut es aber?

Yassa, bhikkhave, dhamme manasikaroto anuppanno vā kāmāsavo uppajjati, uppanno vā kāmāsavo pavaḍḍhati; Es sind solche Dinge, die, wenn man den Geist für sie gebraucht, die nicht entstandene Befleckung der Sinnlichkeit entstehen lassen und sie, wenn sie entstanden ist, anwachsen lassen;

anuppanno vā bhavāsavo uppajjati, uppanno vā bhavāsavo pavaḍḍhati; und ebenso die Befleckung des Wunsches nach Wiedergeburt

anuppanno vā avijjāsavo uppajjati, uppanno vā avijjāsavo pavaḍḍhati—und die Befleckung der Unwissenheit.

ime dhammā na manasikaraṇīyā ye dhamme manasi karoti. Für diese Dinge soll er den Geist nicht gebrauchen, tut es aber.

Katame ca, bhikkhave, dhammā manasikaraṇīyā ye dhamme na manasi karoti? Und für welche Dinge soll er den Geist gebrauchen, tut es aber nicht?

Yassa, bhikkhave, dhamme manasikaroto anuppanno vā kāmāsavo na uppajjati, uppanno vā kāmāsavo pahīyati; Es sind solche Dinge, die, wenn man den Geist für sie gebraucht, die nicht entstandene Befleckung der Sinnlichkeit nicht entstehen lassen und sie, wenn sie entstanden ist, verkümmern lassen;

anuppanno vā bhavāsavo na uppajjati, uppanno vā bhavāsavo pahīyati; und ebenso die Befleckung des Wunsches nach Wiedergeburt

anuppanno vā avijjāsavo na uppajjati, uppanno vā avijjāsavo pahīyati—und die Befleckung der Unwissenheit.

ime dhammā manasikaraṇīyā ye dhamme na manasi karoti. Für diese Dinge soll er den Geist gebrauchen, tut es aber nicht.

Tassa amanasikaraṇīyānaṁ dhammānaṁ manasikārā manasikaraṇīyānaṁ dhammānaṁ amanasikārā anuppannā ceva āsavā uppajjanti uppannā ca āsavā pavaḍḍhanti. Weil er den Geist für Dinge gebraucht, für die er ihn nicht gebrauchen soll, und ihn nicht für Dinge gebraucht, für die er ihn gebrauchen soll, entstehen nicht entstandene Befleckungen und die, die entstanden sind, nehmen zu.

So evaṁ ayoniso manasi karoti: So gebraucht er den Geist oberflächlich:

‘ahosiṁ nu kho ahaṁ atītamaddhānaṁ? Na nu kho ahosiṁ atītamaddhānaṁ? Kiṁ nu kho ahosiṁ atītamaddhānaṁ? Kathaṁ nu kho ahosiṁ atītamaddhānaṁ? Kiṁ hutvā kiṁ ahosiṁ nu kho ahaṁ atītamaddhānaṁ? ‚War ich in der Vergangenheit? War ich nicht in der Vergangenheit? Was war ich in der Vergangenheit? Wie war ich in der Vergangenheit? Nachdem ich was gewesen bin, bin ich in der Vergangenheit was geworden?‘

Bhavissāmi nu kho ahaṁ anāgatamaddhānaṁ? Na nu kho bhavissāmi anāgatamaddhānaṁ? Kiṁ nu kho bhavissāmi anāgatamaddhānaṁ? Kathaṁ nu kho bhavissāmi anāgatamaddhānaṁ? Kiṁ hutvā kiṁ bhavissāmi nu kho ahaṁ anāgatamaddhānan’ti? ‚Werde ich in der Zukunft sein? Werde ich in der Zukunft nicht sein? Was werde ich in der Zukunft sein? Wie werde ich in der Zukunft sein? Nachdem ich was bin, werde ich was in der Zukunft werden?‘

Etarahi vā paccuppannamaddhānaṁ ajjhattaṁ kathaṅkathī hoti: Oder er ist unschlüssig über die Gegenwart:

‘ahaṁ nu khosmi? No nu khosmi? Kiṁ nu khosmi? Kathaṁ nu khosmi? Ayaṁ nu kho satto kuto āgato? So kuhiṁ gāmī bhavissatī’ti? ‚Bin ich? Bin ich nicht? Was bin ich? Wie bin ich? Dieses Lebewesen – woher kommt es? Und wohin wird es gehen?‘

Tassa evaṁ ayoniso manasikaroto channaṁ diṭṭhīnaṁ aññatarā diṭṭhi uppajjati. Wenn er so den Geist oberflächlich gebraucht, entsteht in ihm eine der folgenden sechs Ansichten und wird als Tatsache betrachtet:

‘Atthi me attā’ti vā assa saccato thetato diṭṭhi uppajjati; die Ansicht: ‚Mein Selbst besteht fort‘,

‘natthi me attā’ti vā assa saccato thetato diṭṭhi uppajjati; die Ansicht: ‚Mein Selbst besteht nicht fort‘,

‘attanāva attānaṁ sañjānāmī’ti vā assa saccato thetato diṭṭhi uppajjati; die Ansicht: ‚Mit dem Selbst nehme ich das Selbst wahr‘,

‘attanāva anattānaṁ sañjānāmī’ti vā assa saccato thetato diṭṭhi uppajjati; die Ansicht: ‚Mit dem Selbst nehme ich wahr, was ohne Selbst ist‘,

‘anattanāva attānaṁ sañjānāmī’ti vā assa saccato thetato diṭṭhi uppajjati; die Ansicht: ‚Mit dem, was ohne Selbst ist, nehme ich das Selbst wahr‘,

atha vā panassa evaṁ diṭṭhi hoti: oder er hat eine solche Ansicht:

‘yo me ayaṁ attā vado vedeyyo tatra tatra kalyāṇapāpakānaṁ kammānaṁ vipākaṁ paṭisaṁvedeti so kho pana me ayaṁ attā nicco dhuvo sassato avipariṇāmadhammo sassatisamaṁ tatheva ṭhassatī’ti. ‚Dieses mein Selbst ist der, der spricht, der erkennt, der die Ergebnisse guter und schlechter Taten in den verschiedenen Bereichen erfährt. Dieses Selbst ist beständig, immerwährend, ewig und unvergänglich und wird für immer und ewig bestehen‘.

Idaṁ vuccati, bhikkhave, diṭṭhigataṁ diṭṭhigahanaṁ diṭṭhikantāraṁ diṭṭhivisūkaṁ diṭṭhivipphanditaṁ diṭṭhisaṁyojanaṁ. Das nennt man einen Irrglauben, das Dickicht der Ansichten, die Wüste der Ansichten, das Winden der Ansichten, das Ausweichen der Ansichten, die Fessel der Ansichten.

Diṭṭhisaṁyojanasaṁyutto, bhikkhave, assutavā puthujjano na parimuccati jātiyā jarāya maraṇena sokehi paridevehi dukkhehi domanassehi upāyāsehi; Ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch, der von Ansichten gefesselt ist, ist nicht befreit von Wiedergeburt, von Alter und Tod, Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis.

‘na parimuccati dukkhasmā’ti vadāmi. Er ist nicht befreit vom Leiden, sage ich.

Sutavā ca kho, bhikkhave, ariyasāvako—Aber da hat ein gebildeter edler Schüler

ariyānaṁ dassāvī ariyadhammassa kovido ariyadhamme suvinīto, sappurisānaṁ dassāvī sappurisadhammassa kovido sappurisadhamme suvinīto—die Edlen gesehen und ist in der Lehre der Edlen bewandert und geschult. Er hat wahre Menschen gesehen und ist in der Lehre der wahren Menschen bewandert und geschult.

manasikaraṇīye dhamme pajānāti amanasikaraṇīye dhamme pajānāti. Er versteht, für welche Dinge er den Geist gebrauchen soll und für welche Dinge er ihn nicht gebrauchen soll.

So manasikaraṇīye dhamme pajānanto amanasikaraṇīye dhamme pajānanto ye dhammā na manasikaraṇīyā te dhamme na manasi karoti, ye dhammā manasikaraṇīyā te dhamme manasi karoti. So gebraucht er den Geist für Dinge, für die er ihn gebrauchen soll, und gebraucht ihn nicht für Dinge, für die er ihn nicht gebrauchen soll.

Katame ca, bhikkhave, dhammā na manasikaraṇīyā ye dhamme na manasi karoti? Und für welche Dinge soll er den Geist nicht gebrauchen und tut es auch nicht?

Yassa, bhikkhave, dhamme manasikaroto anuppanno vā kāmāsavo uppajjati, uppanno vā kāmāsavo pavaḍḍhati; Es sind solche Dinge, die, wenn man den Geist für sie gebraucht, die nicht entstandene Befleckung der Sinnlichkeit entstehen lassen und sie, wenn sie entstanden ist, anwachsen lassen;

anuppanno vā bhavāsavo uppajjati, uppanno vā bhavāsavo pavaḍḍhati; und ebenso die Befleckung des Wunsches nach Wiedergeburt

anuppanno vā avijjāsavo uppajjati, uppanno vā avijjāsavo pavaḍḍhati—und die Befleckung der Unwissenheit.

ime dhammā na manasikaraṇīyā, ye dhamme na manasi karoti. Für diese Dinge soll er den Geist nicht gebrauchen und tut es auch nicht.

Katame ca, bhikkhave, dhammā manasikaraṇīyā ye dhamme manasi karoti? Und für welche Dinge soll er den Geist gebrauchen und tut es auch?

Yassa, bhikkhave, dhamme manasikaroto anuppanno vā kāmāsavo na uppajjati, uppanno vā kāmāsavo pahīyati; Es sind solche Dinge, die, wenn man den Geist für sie gebraucht, die nicht entstandene Befleckung der Sinnlichkeit nicht entstehen lassen und sie, wenn sie entstanden ist, verkümmern lassen;

anuppanno vā bhavāsavo na uppajjati, uppanno vā bhavāsavo pahīyati; und ebenso die Befleckung des Wunsches nach Wiedergeburt

anuppanno vā avijjāsavo na uppajjati, uppanno vā avijjāsavo pahīyati—und die Befleckung der Unwissenheit.

ime dhammā manasikaraṇīyā ye dhamme manasi karoti. Für diese Dinge soll er den Geist gebrauchen und tut es auch.

Tassa amanasikaraṇīyānaṁ dhammānaṁ amanasikārā manasikaraṇīyānaṁ dhammānaṁ manasikārā anuppannā ceva āsavā na uppajjanti, uppannā ca āsavā pahīyanti. Weil er den Geist nicht für Dinge gebraucht, für die er ihn nicht gebrauchen soll, und ihn für Dinge gebraucht, für die er ihn gebrauchen soll, entstehen nicht entstandene Befleckungen nicht, und die, die entstanden sind, werden aufgegeben.

So ‘idaṁ dukkhan’ti yoniso manasi karoti, ‘ayaṁ dukkhasamudayo’ti yoniso manasi karoti, ‘ayaṁ dukkhanirodho’ti yoniso manasi karoti, ‘ayaṁ dukkhanirodhagāminī paṭipadā’ti yoniso manasi karoti. So gebraucht er den Geist gründlich: ‚Das ist das Leiden‘, … ‚das ist der Ursprung des Leidens‘, … ‚das ist das Aufhören des Leidens‘, … ‚das ist die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt‘.

Tassa evaṁ yoniso manasikaroto tīṇi saṁyojanāni pahīyanti—Wenn er so den Geist gründlich gebraucht, legt er drei Fesseln ab:

sakkāyadiṭṭhi, vicikicchā, sīlabbataparāmāso. Substanzialistische Ansicht, Zweifel und falsches Verständnis von Regeln und Gelübden.

Ime vuccanti, bhikkhave, āsavā dassanā pahātabbā. Das nennt man die Befleckungen, die durch Sehen aufgegeben werden müssen.

2. Saṁvarāpahātabbaāsava 2. Befleckungen, die durch Zügelung aufgegeben werden müssen

Katame ca, bhikkhave, āsavā saṁvarā pahātabbā? Und was sind die Befleckungen, die durch Zügelung aufgegeben werden müssen?

Idha, bhikkhave, bhikkhu paṭisaṅkhā yoniso cakkhundriyasaṁvarasaṁvuto viharati. Da denkt ein Mönch gründlich nach und lebt mit gezügeltem Sehvermögen.

Yañhissa, bhikkhave, cakkhundriyasaṁvaraṁ asaṁvutassa viharato uppajjeyyuṁ āsavā vighātapariḷāhā, cakkhundriyasaṁvaraṁ saṁvutassa viharato evaṁsa te āsavā vighātapariḷāhā na honti. Denn die bedrängenden, fiebrigen Befleckungen, die entstehen können, wenn man das Sehvermögen nicht zügelt, entstehen nicht, wenn man es zügelt.

Paṭisaṅkhā yoniso sotindriyasaṁvarasaṁvuto viharati …pe… Er denkt gründlich nach und lebt mit gezügeltem Hörvermögen …

ghānindriyasaṁvarasaṁvuto viharati …pe… mit gezügeltem Riechvermögen …

jivhindriyasaṁvarasaṁvuto viharati …pe… mit gezügeltem Schmeckvermögen …

kāyindriyasaṁvarasaṁvuto viharati …pe… mit gezügeltem Körperempfindungsvermögen …

manindriyasaṁvarasaṁvuto viharati. und mit gezügeltem Vorstellungsvermögen …

Yañhissa, bhikkhave, manindriyasaṁvaraṁ asaṁvutassa viharato uppajjeyyuṁ āsavā vighātapariḷāhā, manindriyasaṁvaraṁ saṁvutassa viharato evaṁsa te āsavā vighātapariḷāhā na honti. Denn die bedrängenden, fiebrigen Befleckungen, die entstehen können, wenn man das Vorstellungsvermögen nicht zügelt, entstehen nicht, wenn man es zügelt.

Yañhissa, bhikkhave, saṁvaraṁ asaṁvutassa viharato uppajjeyyuṁ āsavā vighātapariḷāhā, saṁvaraṁ saṁvutassa viharato evaṁsa te āsavā vighātapariḷāhā na honti. Die bedrängenden, fiebrigen Befleckungen, die entstehen können, wenn man ungezügelt lebt, entstehen nicht, wenn man gezügelt lebt.

Ime vuccanti, bhikkhave, āsavā saṁvarā pahātabbā. Das nennt man die Befleckungen, die durch Zügelung aufgegeben werden müssen.

3. Paṭisevanāpahātabbaāsava 3. Befleckungen, die durch die Art des Gebrauchs aufgegeben werden müssen

Katame ca, bhikkhave, āsavā paṭisevanā pahātabbā? Und was sind die Befleckungen, die durch die Art des Gebrauchs aufgegeben werden müssen?

Idha, bhikkhave, bhikkhu paṭisaṅkhā yoniso cīvaraṁ paṭisevati: Da denkt ein Mönch gründlich nach, wenn er seine Robe benutzt:

‘yāvadeva sītassa paṭighātāya, uṇhassa paṭighātāya, ḍaṁsamakasavātātapasarīsapasamphassānaṁ paṭighātāya, yāvadeva hirikopīnappaṭicchādanatthaṁ’. ‚Nur, um Kälte und Hitze abzuwehren, um die Berührung von Fliegen, Stechmücken, Wind, Sonne und Kriechtieren abzuwehren und um die Schamteile zu bedecken.‘

Paṭisaṅkhā yoniso piṇḍapātaṁ paṭisevati: Er denkt gründlich nach, wenn er sein Almosen verzehrt:

‘neva davāya, na madāya, na maṇḍanāya, na vibhūsanāya, yāvadeva imassa kāyassa ṭhitiyā yāpanāya, vihiṁsūparatiyā, brahmacariyānuggahāya, iti purāṇañca vedanaṁ paṭihaṅkhāmi navañca vedanaṁ na uppādessāmi, yātrā ca me bhavissati anavajjatā ca phāsuvihāro ca’. ‚Nicht zum Spaß, zum Schwelgen, zur Zier und zum Schmuck, sondern nur, um diesen Körper zu erhalten, um Schaden abzuwenden und das geistliche Leben zu fördern; so werde ich altes Unbehagen beenden und neues nicht entstehen lassen, und ich werde durchhalten und ohne Tadel und unbeschwert leben können.‘

Paṭisaṅkhā yoniso senāsanaṁ paṭisevati: Er denkt gründlich nach, wenn er eine Unterkunft benutzt:

‘yāvadeva sītassa paṭighātāya, uṇhassa paṭighātāya, ḍaṁsamakasavātātapasarīsapasamphassānaṁ paṭighātāya, yāvadeva utuparissayavinodanapaṭisallānārāmatthaṁ’. ‚Nur, um Kälte und Hitze abzuwehren, um die Berührung von Fliegen, Stechmücken, Wind, Sonne und Kriechtieren abzuwehren, um vor schlechtem Wetter zu schützen und um mich an der Klausur zu erfreuen.‘

Paṭisaṅkhā yoniso gilānappaccayabhesajjaparikkhāraṁ paṭisevati: Er denkt gründlich nach, wenn er Arznei und Krankenversorgung benutzt:

‘yāvadeva uppannānaṁ veyyābādhikānaṁ vedanānaṁ paṭighātāya, abyābajjhaparamatāya’. ‚Nur, um die Beschwerden der Krankheit abzuwehren und die Gesundheit zu fördern.‘

Yañhissa, bhikkhave, appaṭisevato uppajjeyyuṁ āsavā vighātapariḷāhā, paṭisevato evaṁsa te āsavā vighātapariḷāhā na honti. Denn die bedrängenden, fiebrigen Befleckungen, die entstehen können, wenn man diese Dinge nicht so gebraucht, entstehen nicht, wenn man sie so gebraucht.

Ime vuccanti, bhikkhave, āsavā paṭisevanā pahātabbā. Das nennt man die Befleckungen, die durch die Art des Gebrauchs aufgegeben werden müssen.

4. Adhivāsanāpahātabbaāsava 4. Befleckungen, die durch Ertragen aufgegeben werden müssen

Katame ca, bhikkhave, āsavā adhivāsanā pahātabbā? Und was sind die Befleckungen, die durch Ertragen aufgegeben werden müssen?

Idha, bhikkhave, bhikkhu paṭisaṅkhā yoniso khamo hoti sītassa uṇhassa, jighacchāya pipāsāya. Ḍaṁsamakasavātātapasarīsapasamphassānaṁ, duruttānaṁ durāgatānaṁ vacanapathānaṁ, uppannānaṁ sārīrikānaṁ vedanānaṁ dukkhānaṁ tibbānaṁ kharānaṁ kaṭukānaṁ asātānaṁ amanāpānaṁ pāṇaharānaṁ adhivāsakajātiko hoti. Da denkt ein Mönch gründlich nach und erträgt Kälte, Hitze, Hunger und Durst; er erträgt die Berührung von Fliegen, Stechmücken, Wind, Sonne und Kriechtieren; er erträgt rauen und unlieben Tadel und nimmt körperliche Schmerzen hin – scharfe, heftige, brennende, lästige, unangenehme, lebensbedrohende.

Yañhissa, bhikkhave, anadhivāsayato uppajjeyyuṁ āsavā vighātapariḷāhā, adhivāsayato evaṁsa te āsavā vighātapariḷāhā na honti. Denn die bedrängenden, fiebrigen Befleckungen, die entstehen können, wenn man diese Dinge nicht erträgt, entstehen nicht, wenn man sie erträgt.

Ime vuccanti, bhikkhave, āsavā adhivāsanā pahātabbā. Das nennt man die Befleckungen, die durch Ertragen aufgegeben werden müssen.

5. Parivajjanāpahātabbaāsava 5. Befleckungen, die durch Meiden aufgegeben werden müssen

Katame ca, bhikkhave, āsavā parivajjanā pahātabbā? Und was sind die Befleckungen, die durch Meiden aufgegeben werden müssen?

Idha, bhikkhave, bhikkhu paṭisaṅkhā yoniso caṇḍaṁ hatthiṁ parivajjeti, caṇḍaṁ assaṁ parivajjeti, caṇḍaṁ goṇaṁ parivajjeti, caṇḍaṁ kukkuraṁ parivajjeti, ahiṁ khāṇuṁ kaṇṭakaṭṭhānaṁ sobbhaṁ papātaṁ candanikaṁ oḷigallaṁ. Da denkt ein Mönch gründlich nach und meidet einen wilden Elefanten, ein wildes Pferd, einen wilden Ochsen oder einen wilden Hund. Er meidet eine Schlange, einen Baumstrunk, dorniges Gelände, eine Grube, eine Klippe, einen Sumpf oder eine Jauchegrube.

Yathārūpe anāsane nisinnaṁ yathārūpe agocare carantaṁ yathārūpe pāpake mitte bhajantaṁ viññū sabrahmacārī pāpakesu ṭhānesu okappeyyuṁ, so tañca anāsanaṁ tañca agocaraṁ te ca pāpake mitte paṭisaṅkhā yoniso parivajjeti. Er denkt gründlich nach und vermeidet, sich auf einen unpassenden Sitz zu setzen, durch ein unpassendes Viertel zu gehen, mit schlechten Freunden zusammen zu sein – er meidet alles, was vernünftige geistliche Gefährten für eine schlechte Umgebung halten würden.

Yañhissa, bhikkhave, aparivajjayato uppajjeyyuṁ āsavā vighātapariḷāhā, parivajjayato evaṁsa te āsavā vighātapariḷāhā na honti. Denn die bedrängenden, fiebrigen Befleckungen, die entstehen können, wenn man diese Dinge nicht meidet, entstehen nicht, wenn man sie meidet.

Ime vuccanti, bhikkhave, āsavā parivajjanā pahātabbā. Das nennt man die Befleckungen, die durch Meiden aufgegeben werden müssen.

6. Vinodanāpahātabbaāsava 6.Befleckungen, die durch Beseitigen aufgegeben werden müssen

Katame ca, bhikkhave, āsavā vinodanā pahātabbā? Und was sind die Befleckungen, die durch Beseitigen aufgegeben werden müssen?

Idha, bhikkhave, bhikkhu paṭisaṅkhā yoniso uppannaṁ kāmavitakkaṁ nādhivāseti pajahati vinodeti byantīkaroti anabhāvaṁ gameti, uppannaṁ byāpādavitakkaṁ …pe… uppannaṁ vihiṁsāvitakkaṁ …pe… uppannuppanne pāpake akusale dhamme nādhivāseti pajahati vinodeti byantīkaroti anabhāvaṁ gameti. Da denkt ein Mönch gründlich nach und duldet einen sinnlichen, böswilligen oder grausamen Gedanken, der aufgekommen ist, nicht. Er duldet keine schlechten, untauglichen Eigenschaften, die aufgekommen sind. Er gibt sie auf, macht sich von ihnen los, beseitigt sie und merzt sie aus.

Yañhissa, bhikkhave, avinodayato uppajjeyyuṁ āsavā vighātapariḷāhā, vinodayato evaṁsa te āsavā vighātapariḷāhā na honti. Denn die bedrängenden, fiebrigen Befleckungen, die entstehen können, wenn man diese Dinge nicht beseitigt, entstehen nicht, wenn man sie beseitigt.

Ime vuccanti, bhikkhave, āsavā vinodanā pahātabbā. Das nennt man die Befleckungen, die durch Beseitigen aufgegeben werden müssen.

7. Bhāvanāpahātabbaāsava 7. Befleckungen, die durch Entwickeln aufgegeben werden müssen

Katame ca, bhikkhave, āsavā bhāvanā pahātabbā? Und was sind die Befleckungen, die durch Entwickeln aufgegeben werden müssen?

Idha, bhikkhave, bhikkhu paṭisaṅkhā yoniso satisambojjhaṅgaṁ bhāveti vivekanissitaṁ virāganissitaṁ nirodhanissitaṁ vossaggapariṇāmiṁ; Da denkt ein Mönch gründlich nach und entwickelt die Faktoren des Erwachens Achtsamkeit,

paṭisaṅkhā yoniso dhammavicayasambojjhaṅgaṁ bhāveti …pe… Erforschung der Gesetzmäßigkeiten,

vīriyasambojjhaṅgaṁ bhāveti … Energie,

pītisambojjhaṅgaṁ bhāveti … Ekstase,

passaddhisambojjhaṅgaṁ bhāveti … Stille,

samādhisambojjhaṅgaṁ bhāveti … Versenkung

upekkhāsambojjhaṅgaṁ bhāveti vivekanissitaṁ virāganissitaṁ nirodhanissitaṁ vossaggapariṇāmiṁ. und Gleichmut, die sich auf Abgeschiedenheit, Schwinden und Aufhören stützen und zum Loslassen heranreifen.

Yañhissa, bhikkhave, abhāvayato uppajjeyyuṁ āsavā vighātapariḷāhā, bhāvayato evaṁsa te āsavā vighātapariḷāhā na honti. Denn die bedrängenden, fiebrigen Befleckungen, die entstehen können, wenn man diese Dinge nicht entwickelt, entstehen nicht, wenn man sie entwickelt.

Ime vuccanti, bhikkhave, āsavā bhāvanā pahātabbā. Das nennt man die Befleckungen, die durch Entwickeln aufgegeben werden müssen.

Yato kho, bhikkhave, bhikkhuno ye āsavā dassanā pahātabbā te dassanā pahīnā honti, ye āsavā saṁvarā pahātabbā te saṁvarā pahīnā honti, ye āsavā paṭisevanā pahātabbā te paṭisevanā pahīnā honti, ye āsavā adhivāsanā pahātabbā te adhivāsanā pahīnā honti, ye āsavā parivajjanā pahātabbā te parivajjanā pahīnā honti, ye āsavā vinodanā pahātabbā te vinodanā pahīnā honti, ye āsavā bhāvanā pahātabbā te bhāvanā pahīnā honti; Nehmen wir nun einen Mönch, der die Befleckungen, die durch Sehen aufgegeben werden müssen, durch Sehen aufgegeben hat. Die Befleckungen, die durch Zügelung aufgegeben werden müssen, hat er durch Zügelung aufgegeben. Die Befleckungen, die durch die Art des Gebrauchs aufgegeben werden müssen, hat er durch die Art des Gebrauchs aufgegeben. Die Befleckungen, die durch Ertragen aufgegeben werden müssen, hat er durch Ertragen aufgegeben. Die Befleckungen, die durch Meiden aufgegeben werden müssen, hat er durch Meiden aufgegeben. Die Befleckungen, die durch Beseitigen aufgegeben werden müssen, hat er durch Beseitigen aufgegeben. Die Befleckungen, die durch Entwickeln aufgegeben werden müssen, hat er durch Entwickeln aufgegeben.

ayaṁ vuccati, bhikkhave: ‘bhikkhu sabbāsavasaṁvarasaṁvuto viharati, acchecchi taṇhaṁ, vivattayi saṁyojanaṁ, sammā mānābhisamayā antamakāsi dukkhassā’”ti. Einen solchen Mönch nennt man einen Mönch, der gezügelt lebt, der alle Befleckungen gezügelt hat, der das Verlangen abgeschnitten, die Fesseln gelöst, die Einbildung richtig erfasst und dadurch dem Leiden ein Ende gemacht hat.“

Idamavoca bhagavā. Das sagte der Buddha.

Attamanā te bhikkhū bhagavato bhāsitaṁ abhinandunti. Zufrieden begrüßten die Mönche und Nonnen die Worte des Buddha.

Sabbāsavasuttaṁ niṭṭhitaṁ dutiyaṁ.
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