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Majjhima Nikāya 44 Mittlere Lehrreden 44

Cūḷavedallasutta Die kürzere ausführliche Darstellung

Evaṁ me sutaṁ—So habe ich es gehört:

ekaṁ samayaṁ bhagavā rājagahe viharati veḷuvane kalandakanivāpe. Einmal hielt sich der Buddha bei Rājagaha auf, im Bambuswäldchen, am Futterplatz der Eichhörnchen.

Atha kho visākho upāsako yena dhammadinnā bhikkhunī tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā dhammadinnaṁ bhikkhuniṁ abhivādetvā ekamantaṁ nisīdi. Ekamantaṁ nisinno kho visākho upāsako dhammadinnaṁ bhikkhuniṁ etadavoca: Da ging der Laie Visākha zu der Nonne Dhammadinnā, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihr:

“‘sakkāyo sakkāyo’ti, ayye, vuccati. „Meine Dame, man spricht von diesem Ding, das ‚substanzielle Wirklichkeit‘ genannt wird.

Katamo nu kho, ayye, sakkāyo vutto bhagavatā”ti? Was ist diese substanzielle Wirklichkeit, von der der Buddha gesprochen hat?“

“Pañca kho ime, āvuso visākha, upādānakkhandhā sakkāyo vutto bhagavatā, „Visākha, der Buddha hat gesagt, die fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate seien substanzielle Wirklichkeit:

seyyathidaṁ—rūpupādānakkhandho, vedanupādānakkhandho, saññupādānakkhandho, saṅkhārupādānakkhandho, viññāṇupādānakkhandho. nämlich das mit Ergreifen verbundene Aggregat der Form, das des Gefühls, das der Wahrnehmung, das der Willensbildungsprozesse und das des Bewusstseins.

Ime kho, āvuso visākha, pañcupādānakkhandhā sakkāyo vutto bhagavatā”ti. Der Buddha hat gesagt, diese fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate seien substanzielle Wirklichkeit.“

“Sādhayye”ti kho visākho upāsako dhammadinnāya bhikkhuniyā bhāsitaṁ abhinanditvā anumoditvā dhammadinnaṁ bhikkhuniṁ uttariṁ pañhaṁ apucchi: Mit den Worten „gut, meine Dame“ begrüßte Visākha Dhammadinnās Worte und stimmte ihr zu. Dann stellte er eine weitere Frage:

“‘sakkāyasamudayo sakkāyasamudayo’ti, ayye, vuccati. „Meine Dame, man spricht von diesem Ding, das ‚der Ursprung substanzieller Wirklichkeit‘ genannt wird.

Katamo nu kho, ayye, sakkāyasamudayo vutto bhagavatā”ti? Was ist dieser Ursprung substanzieller Wirklichkeit, von dem der Buddha gesprochen hat?“

“Yāyaṁ, āvuso visākha, taṇhā ponobbhavikā nandīrāgasahagatā tatratatrābhinandinī, seyyathidaṁ—„Es ist das Verlangen, das zu künftigen Leben führt. Es ist mit Genießen und Gier vermischt und vergnügt sich überall, wo es ankommt: nämlich

kāmataṇhā bhavataṇhā vibhavataṇhā; Verlangen nach Sinnenfreuden, Verlangen danach, das Dasein fortzusetzen, und Verlangen danach, das Dasein zu beenden.

ayaṁ kho, āvuso visākha, sakkāyasamudayo vutto bhagavatā”ti. Der Buddha hat gesagt, das sei der Ursprung substanzieller Wirklichkeit.“

“‘Sakkāyanirodho sakkāyanirodho’ti, ayye, vuccati. „Meine Dame, man spricht von diesem Ding, das ‚das Aufhören substanzieller Wirklichkeit‘ genannt wird.

Katamo nu kho, ayye, sakkāyanirodho vutto bhagavatā”ti? Was ist dieses Aufhören substanzieller Wirklichkeit, von dem der Buddha gesprochen hat?“

“Yo kho, āvuso visākha, tassāyeva taṇhāya asesavirāganirodho cāgo paṭinissaggo mutti anālayo; „Es ist das restlose Schwinden und Aufhören eben dieses Verlangens, es herzugeben, loszulassen, freizusetzen und nicht daran festzuhalten.

ayaṁ kho, āvuso visākha, sakkāyanirodho vutto bhagavatā”ti. Der Buddha hat gesagt, das sei das Aufhören substanzieller Wirklichkeit.“

“‘Sakkāyanirodhagāminī paṭipadā sakkāyanirodhagāminī paṭipadā’ti, ayye, vuccati. „Meine Dame, man spricht von der Übung, die zum Aufhören substanzieller Wirklichkeit führt.

Katamā nu kho, ayye, sakkāyanirodhagāminī paṭipadā vuttā bhagavatā”ti? Was ist diese Übung, die zum Aufhören substanzieller Wirklichkeit führt, von der der Buddha gesprochen hat?“

“Ayameva kho, āvuso visākha, ariyo aṭṭhaṅgiko maggo sakkāyanirodhagāminī paṭipadā vuttā bhagavatā, seyyathidaṁ—„Die Übung, die zum Aufhören substanzieller Wirklichkeit führt, ist einfach dieser edle achtfache Pfad: nämlich

sammādiṭṭhi sammāsaṅkappo sammāvācā sammākammanto sammāājīvo sammāvāyāmo sammāsati sammāsamādhī”ti. rechte Ansicht, rechtes Denken, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Lebenserwerb, rechter Einsatz, rechte Achtsamkeit und rechte Versenkung.“

“Taññeva nu kho, ayye, upādānaṁ te pañcupādānakkhandhā udāhu aññatra pañcahupādānakkhandhehi upādānan”ti? „Aber meine Dame, ist das Ergreifen genau dasselbe wie die fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate? Oder ist das Ergreifen ein Ding, und die fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate sind ein anderes?“

“Na kho, āvuso visākha, taññeva upādānaṁ te pañcupādānakkhandhā, nāpi aññatra pañcahupādānakkhandhehi upādānaṁ. „Dieses Ergreifen ist nicht genau dasselbe wie die fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate, noch ist das Ergreifen ein Ding und die fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate sind ein anderes.

Yo kho, āvuso visākha, pañcasu upādānakkhandhesu chandarāgo taṁ tattha upādānan”ti. Das Sehnen und Begehren nach den fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregaten sind das Ergreifen hier.“

“Kathaṁ panāyye, sakkāyadiṭṭhi hotī”ti? „Aber meine Dame, wie kommt eine substanzialistische Ansicht zustande?“

“Idhāvuso visākha, assutavā puthujjano, ariyānaṁ adassāvī ariyadhammassa akovido ariyadhamme avinīto, sappurisānaṁ adassāvī sappurisadhammassa akovido sappurisadhamme avinīto, „Da hat ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch die Edlen nicht gesehen und ist in der Lehre der Edlen nicht bewandert und geschult. Er hat keine wahren Menschen gesehen und ist in der Lehre der wahren Menschen nicht bewandert und geschult.

rūpaṁ attato samanupassati, rūpavantaṁ vā attānaṁ, attani vā rūpaṁ, rūpasmiṁ vā attānaṁ. Er betrachtet Form als das Selbst, das Selbst als etwas, das Form hat, Form als im Selbst oder das Selbst als in der Form.

Vedanaṁ …pe… Er betrachtet Gefühl …

saññaṁ … Wahrnehmung …

saṅkhāre … Willensbildungsprozesse …

viññāṇaṁ attato samanupassati, viññāṇavantaṁ vā attānaṁ, attani vā viññāṇaṁ, viññāṇasmiṁ vā attānaṁ. oder Bewusstsein als das Selbst, das Selbst als etwas, das Bewusstsein hat, Bewusstsein als im Selbst oder das Selbst als im Bewusstsein.

Evaṁ kho, āvuso visākha, sakkāyadiṭṭhi hotī”ti. So kommt eine substanzialistische Ansicht zustande.“

“Kathaṁ panāyye, sakkāyadiṭṭhi na hotī”ti? „Aber meine Dame, wie kommt eine substanzialistische Ansicht nicht zustande?“

“Idhāvuso visākha, sutavā ariyasāvako, ariyānaṁ dassāvī ariyadhammassa kovido ariyadhamme suvinīto, sappurisānaṁ dassāvī sappurisadhammassa kovido sappurisadhamme suvinīto, „Da hat ein gebildeter edler Schüler die Edlen gesehen und ist in der Lehre der Edlen bewandert und geschult. Er hat wahre Menschen gesehen und ist in der Lehre der wahren Menschen bewandert und geschult.

na rūpaṁ attato samanupassati, na rūpavantaṁ vā attānaṁ, na attani vā rūpaṁ, na rūpasmiṁ vā attānaṁ. Er betrachtet nicht Form als das Selbst, das Selbst als etwas, das Form hat, Form als im Selbst oder das Selbst als in der Form.

Na vedanaṁ …pe… Er betrachtet nicht Gefühl …

na saññaṁ … Wahrnehmung …

na saṅkhāre …pe… Willensbildungsprozesse …

na viññāṇaṁ attato samanupassati, na viññāṇavantaṁ vā attānaṁ, na attani vā viññāṇaṁ, na viññāṇasmiṁ vā attānaṁ. oder Bewusstsein als das Selbst, das Selbst als etwas, das Bewusstsein hat, Bewusstsein als im Selbst oder das Selbst als im Bewusstsein.

Evaṁ kho, āvuso visākha, sakkāyadiṭṭhi na hotī”ti. So kommt eine substanzialistische Ansicht nicht zustande.“

“Katamo panāyye, ariyo aṭṭhaṅgiko maggo”ti? „Aber meine Dame, was ist der edle achtfache Pfad?“

“Ayameva kho, āvuso visākha, ariyo aṭṭhaṅgiko maggo, seyyathidaṁ—„Es ist einfach dieser edle achtfache Pfad: nämlich

sammādiṭṭhi sammāsaṅkappo sammāvācā sammākammanto sammāājīvo sammāvāyāmo sammāsati sammāsamādhī”ti. rechte Ansicht, rechtes Denken, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Lebenserwerb, rechter Einsatz, rechte Achtsamkeit und rechte Versenkung.“

“Ariyo panāyye, aṭṭhaṅgiko maggo saṅkhato udāhu asaṅkhato”ti? „Aber meine Dame, ist dieser edle achtfache Pfad bedingt oder unbedingt?“

“Ariyo kho, āvuso visākha, aṭṭhaṅgiko maggo saṅkhato”ti. „Der edle achtfache Pfad ist bedingt.“

“Ariyena nu kho, ayye, aṭṭhaṅgikena maggena tayo khandhā saṅgahitā udāhu tīhi khandhehi ariyo aṭṭhaṅgiko maggo saṅgahito”ti? „Sind die drei Übungskategorien im edlen achtfachen Pfad zusammengefasst? Oder ist der edle achtfache Pfad in den drei Übungskategorien zusammengefasst?“

“Na kho, āvuso visākha, ariyena aṭṭhaṅgikena maggena tayo khandhā saṅgahitā; tīhi ca kho, āvuso visākha, khandhehi ariyo aṭṭhaṅgiko maggo saṅgahito. „Die drei Übungskategorien sind nicht im edlen achtfachen Pfad zusammengefasst. Vielmehr ist der edle achtfache Pfad in den drei Übungskategorien zusammengefasst.

Yā cāvuso visākha, sammāvācā yo ca sammākammanto yo ca sammāājīvo ime dhammā sīlakkhandhe saṅgahitā. Rechte Rede, rechtes Handeln und rechter Lebenserwerb: Diese Dinge sind in der Übungskategorie des sittlichen Verhaltens zusammengefasst.

Yo ca sammāvāyāmo yā ca sammāsati yo ca sammāsamādhi ime dhammā samādhikkhandhe saṅgahitā. Rechter Einsatz, rechte Achtsamkeit und rechte Versenkung: Diese Dinge sind in der Übungskategorie der Versenkung zusammengefasst.

Yā ca sammādiṭṭhi yo ca sammāsaṅkappo, ime dhammā paññākkhandhe saṅgahitā”ti. Rechte Ansicht und rechtes Denken: Diese Dinge sind in der Übungskategorie der Weisheit zusammengefasst.“

“Katamo panāyye, samādhi, katame dhammā samādhinimittā, katame dhammā samādhiparikkhārā, katamā samādhibhāvanā”ti? „Aber meine Dame, was ist Versenkung? Welche Dinge sind die Grundlagen für die Versenkung? Welche Dinge sind die Voraussetzungen für die Versenkung? Wie wird Versenkung entwickelt?“

“Yā kho, āvuso visākha, cittassa ekaggatā ayaṁ samādhi; „Einswerden des Geistes ist Versenkung.

cattāro satipaṭṭhānā samādhinimittā; Die vier Arten der Achtsamkeitsmeditation sind die Grundlagen für die Versenkung.

cattāro sammappadhānā samādhiparikkhārā. Die vier Arten rechten Bemühens sind die Voraussetzungen für die Versenkung.

Yā tesaṁyeva dhammānaṁ āsevanā bhāvanā bahulīkammaṁ, ayaṁ ettha samādhibhāvanā”ti. Indem man genau diese Dinge pflegt, entwickelt und mehrt: So wird Versenkung entwickelt.“

“Kati panāyye, saṅkhārā”ti? „Wie viele Vorgänge gibt es?“

“Tayome, āvuso visākha, saṅkhārā—„Es gibt drei Vorgänge:

kāyasaṅkhāro, vacīsaṅkhāro, cittasaṅkhāro”ti. körperliche, sprachliche und geistige Vorgänge.“

“Katamo panāyye, kāyasaṅkhāro, katamo vacīsaṅkhāro, katamo cittasaṅkhāro”ti? „Aber meine Dame, was ist der körperliche Vorgang? Was ist der sprachliche Vorgang? Was ist der geistige Vorgang?“

“Assāsapassāsā kho, āvuso visākha, kāyasaṅkhāro, vitakkavicārā vacīsaṅkhāro, saññā ca vedanā ca cittasaṅkhāro”ti. „Ein- und Ausatmen ist ein körperlicher Vorgang. Den Geist ausrichten und halten ist ein sprachlicher Vorgang. Wahrnehmen und Fühlen ist ein geistiger Vorgang.“

“Kasmā panāyye, assāsapassāsā kāyasaṅkhāro, kasmā vitakkavicārā vacīsaṅkhāro, kasmā saññā ca vedanā ca cittasaṅkhāro”ti? „Aber meine Dame, warum ist Ein- und Ausatmen ein körperlicher Vorgang? Warum ist den Geist ausrichten und halten ein sprachlicher Vorgang? Warum ist Wahrnehmen und Fühlen ein geistiger Vorgang?“

“Assāsapassāsā kho, āvuso visākha, kāyikā ete dhammā kāyappaṭibaddhā, tasmā assāsapassāsā kāyasaṅkhāro. „Ein- und Ausatmen ist körperlich. Es ist an den Körper gebunden, deshalb ist Ein- und Ausatmen ein körperlicher Vorgang.

Pubbe kho, āvuso visākha, vitakketvā vicāretvā pacchā vācaṁ bhindati, tasmā vitakkavicārā vacīsaṅkhāro. Zuerst richtet man den Geist aus und hält ihn, dann fängt man an zu sprechen. Deshalb ist den Geist ausrichten und halten ein sprachlicher Vorgang.

Saññā ca vedanā ca cetasikā ete dhammā cittappaṭibaddhā, tasmā saññā ca vedanā ca cittasaṅkhāro”ti. Wahrnehmen und Fühlen sind geistig. Sie sind an den Geist gebunden, deshalb ist Wahrnehmen und Fühlen ein geistiger Vorgang.“

“Kathaṁ panāyye, saññāvedayitanirodhasamāpatti hotī”ti? „Aber meine Dame, wie erreicht jemand das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl?“

“Na kho, āvuso visākha, saññāvedayitanirodhaṁ samāpajjantassa bhikkhuno evaṁ hoti: „Ein Mönch, der in einen solchen Zustand eintritt, denkt nicht:

‘ahaṁ saññāvedayitanirodhaṁ samāpajjissan’ti vā, ‘ahaṁ saññāvedayitanirodhaṁ samāpajjāmī’ti vā, ‘ahaṁ saññāvedayitanirodhaṁ samāpanno’ti vā. ‚Ich werde in das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl eintreten‘ oder ‚Ich trete jetzt in das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl ein‘ oder ‚Ich bin in das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl eingetreten‘.

Atha khvāssa pubbeva tathā cittaṁ bhāvitaṁ hoti yaṁ taṁ tathattāya upanetī”ti. Vielmehr wurde sein Geist vorher auf eine Art entwickelt, die zu einem solchen Zustand führt.“

“Saññāvedayitanirodhaṁ samāpajjantassa panāyye, bhikkhuno katame dhammā paṭhamaṁ nirujjhanti—yadi vā kāyasaṅkhāro, yadi vā vacīsaṅkhāro, yadi vā cittasaṅkhāro”ti? „Aber meine Dame, was hört für einen Mönch, der in das Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl eintritt, zuerst auf: der körperliche, der sprachliche oder der geistige Vorgang?“

“Saññāvedayitanirodhaṁ samāpajjantassa kho, āvuso visākha, bhikkhuno paṭhamaṁ nirujjhati vacīsaṅkhāro, tato kāyasaṅkhāro, tato cittasaṅkhāro”ti. „Zuerst hört der sprachliche Vorgang auf, dann der körperliche und dann der geistige.“

“Kathaṁ panāyye, saññāvedayitanirodhasamāpattiyā vuṭṭhānaṁ hotī”ti? „Aber meine Dame, wie tritt jemand aus dem Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl heraus?“

“Na kho, āvuso visākha, saññāvedayitanirodhasamāpattiyā vuṭṭhahantassa bhikkhuno evaṁ hoti: „Ein Mönch, der aus einem solchen Zustand heraustritt, denkt nicht:

‘ahaṁ saññāvedayitanirodhasamāpattiyā vuṭṭhahissan’ti vā, ‘ahaṁ saññāvedayitanirodhasamāpattiyā vuṭṭhahāmī’ti vā, ‘ahaṁ saññāvedayitanirodhasamāpattiyā vuṭṭhito’ti vā. ‚Ich werde aus dem Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl heraustreten‘ oder ‚Ich trete jetzt aus dem Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl heraus‘ oder ‚Ich bin aus dem Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl herausgetreten‘.

Atha khvāssa pubbeva tathā cittaṁ bhāvitaṁ hoti yaṁ taṁ tathattāya upanetī”ti. Vielmehr wurde sein Geist vorher auf eine Art entwickelt, die zu einem solchen Zustand führt.“

“Saññāvedayitanirodhasamāpattiyā vuṭṭhahantassa panāyye, bhikkhuno katame dhammā paṭhamaṁ uppajjanti—yadi vā kāyasaṅkhāro, yadi vā vacīsaṅkhāro, yadi vā cittasaṅkhāro”ti? „Aber meine Dame, was erscheint für einen Mönch, der aus dem Aufhören von Wahrnehmung und Gefühl heraustritt, zuerst: der körperliche, der sprachliche oder der geistige Vorgang?“

“Saññāvedayitanirodhasamāpattiyā vuṭṭhahantassa kho, āvuso visākha, bhikkhuno paṭhamaṁ uppajjati cittasaṅkhāro, tato kāyasaṅkhāro, tato vacīsaṅkhāro”ti. „Zuerst erscheint der geistige Vorgang, dann der körperliche und dann der sprachliche.“

“Saññāvedayitanirodhasamāpattiyā vuṭṭhitaṁ panāyye, bhikkhuṁ kati phassā phusantī”ti? „Aber meine Dame, wie viele Arten von Kontakt erlebt ein Mönch, nachdem er aus dem Zustand des Aufhörens von Wahrnehmung und Gefühl herausgetreten ist?“

“Saññāvedayitanirodhasamāpattiyā vuṭṭhitaṁ kho, āvuso visākha, bhikkhuṁ tayo phassā phusanti—suññato phasso, animitto phasso, appaṇihito phasso”ti. „Er erlebt drei Arten von Kontakt: Leerheitskontakt, merkmalslosen Kontakt und ungerichteten Kontakt.“

“Saññāvedayitanirodhasamāpattiyā vuṭṭhitassa panāyye, bhikkhuno kiṁninnaṁ cittaṁ hoti kiṁpoṇaṁ kiṁpabbhāran”ti? „Aber meine Dame, wohin neigt sich der Geist eines Mönchs, nachdem er aus dem Zustand des Aufhörens von Wahrnehmung und Gefühl herausgetreten ist, wohin strebt er und richtet sich aus?“

“Saññāvedayitanirodhasamāpattiyā vuṭṭhitassa kho, āvuso visākha, bhikkhuno vivekaninnaṁ cittaṁ hoti, vivekapoṇaṁ vivekapabbhāran”ti. „Sein Geist neigt sich zur Abgeschiedenheit, strebt zur Abgeschiedenheit und richtet sich zur Abgeschiedenheit aus.“

“Kati panāyye, vedanā”ti? „Aber meine Dame, wie viele Gefühle gibt es?“

“Tisso kho imā, āvuso visākha, vedanā—„Es gibt drei Gefühle:

sukhā vedanā, dukkhā vedanā, adukkhamasukhā vedanā”ti. angenehm, schmerzhaft und neutral.“

“Katamā panāyye, sukhā vedanā, katamā dukkhā vedanā, katamā adukkhamasukhā vedanā”ti? „Worin besteht das angenehme, das schmerzhafte und das neutrale Gefühl?“

“Yaṁ kho, āvuso visākha, kāyikaṁ vā cetasikaṁ vā sukhaṁ sātaṁ vedayitaṁ—„Alles, was mit dem Körper oder dem Geist als angenehm oder erfreulich gefühlt wird,

ayaṁ sukhā vedanā. darin besteht das angenehme Gefühl.

Yaṁ kho, āvuso visākha, kāyikaṁ vā cetasikaṁ vā dukkhaṁ asātaṁ vedayitaṁ—Alles, was mit dem Körper oder dem Geist als schmerzhaft oder unerfreulich gefühlt wird,

ayaṁ dukkhā vedanā. darin besteht das schmerzhafte Gefühl.

Yaṁ kho, āvuso visākha, kāyikaṁ vā cetasikaṁ vā neva sātaṁ nāsātaṁ vedayitaṁ—Alles, was mit dem Körper oder dem Geist als weder erfreulich noch unerfreulich gefühlt wird,

ayaṁ adukkhamasukhā vedanā”ti. darin besteht das neutrale Gefühl.“

“Sukhā panāyye, vedanā kiṁsukhā kiṁdukkhā, dukkhā vedanā kiṁsukhā kiṁdukkhā, adukkhamasukhā vedanā kiṁsukhā kiṁdukkhā”ti? „Was ist beim angenehmen, schmerzhaften und neutralen Gefühl jeweils angenehm und was ist schmerzhaft?“

“Sukhā kho, āvuso visākha, vedanā ṭhitisukhā vipariṇāmadukkhā; „Angenehmes Gefühl ist angenehm, solange es anhält, und schmerzhaft, wenn es zugrunde geht.

dukkhā vedanā ṭhitidukkhā vipariṇāmasukhā; Schmerzhaftes Gefühl ist schmerzhaft, solange es anhält, und angenehm, wenn es zugrunde geht.

adukkhamasukhā vedanā ñāṇasukhā aññāṇadukkhā”ti. Neutrales Gefühl ist angenehm, wenn Erkenntnis ist, und schmerzhaft, wenn Unwissenheit ist.“

“Sukhāya panāyye, vedanāya kiṁ anusayo anuseti, dukkhāya vedanāya kiṁ anusayo anuseti, adukkhamasukhāya vedanāya kiṁ anusayo anusetī”ti? „Welche Neigung liegt jeweils dem angenehmen, dem schmerzhaften und dem neutralen Gefühl zugrunde?“

“Sukhāya kho, āvuso visākha, vedanāya rāgānusayo anuseti, dukkhāya vedanāya paṭighānusayo anuseti, adukkhamasukhāya vedanāya avijjānusayo anusetī”ti. „Dem angenehmen Gefühl liegt die Neigung zu Gier zugrunde. Dem schmerzhaften Gefühl liegt die Neigung zu Abwehr zugrunde. Dem neutralen Gefühl liegt die Neigung zu Unwissenheit zugrunde.“

“Sabbāya nu kho, ayye, sukhāya vedanāya rāgānusayo anuseti, sabbāya dukkhāya vedanāya paṭighānusayo anuseti, sabbāya adukkhamasukhāya vedanāya avijjānusayo anusetī”ti? „Liegen diese Neigungen einem angenehmen, schmerzhaften oder neutralen Gefühl in jedem Fall zugrunde?“

“Na kho, āvuso visākha, sabbāya sukhāya vedanāya rāgānusayo anuseti, na sabbāya dukkhāya vedanāya paṭighānusayo anuseti, na sabbāya adukkhamasukhāya vedanāya avijjānusayo anusetī”ti. „Nein, nicht in jedem Fall.“

“Sukhāya panāyye, vedanāya kiṁ pahātabbaṁ, dukkhāya vedanāya kiṁ pahātabbaṁ, adukkhamasukhāya vedanāya kiṁ pahātabban”ti? „Was muss in Bezug auf ein angenehmes, schmerzhaftes oder neutrales Gefühl aufgegeben werden?“

“Sukhāya kho, āvuso visākha, vedanāya rāgānusayo pahātabbo, dukkhāya vedanāya paṭighānusayo pahātabbo, adukkhamasukhāya vedanāya avijjānusayo pahātabbo”ti. „Bei einem angenehmen Gefühl muss die zugrunde liegende Neigung zu Gier aufgegeben werden. Bei einem schmerzhaften Gefühl muss die zugrunde liegende Neigung zu Abwehr aufgegeben werden. Bei einem neutralen Gefühl muss die zugrunde liegende Neigung zu Unwissenheit aufgegeben werden.“

“Sabbāya nu kho, ayye, sukhāya vedanāya rāgānusayo pahātabbo, sabbāya dukkhāya vedanāya paṭighānusayo pahātabbo, sabbāya adukkhamasukhāya vedanāya avijjānusayo pahātabbo”ti? „Müssen diese zugrunde liegenden Neigungen bei angenehmen, schmerzhaften oder neutralen Gefühlen in jedem Fall aufgegeben werden?“

“Na kho, āvuso visākha, sabbāya sukhāya vedanāya rāgānusayo pahātabbo, na sabbāya dukkhāya vedanāya paṭighānusayo pahātabbo, na sabbāya adukkhamasukhāya vedanāya avijjānusayo pahātabbo. „Nein, nicht in jedem Fall.

Idhāvuso visākha, bhikkhu vivicceva kāmehi vivicca akusalehi dhammehi savitakkaṁ savicāraṁ vivekajaṁ pītisukhaṁ paṭhamaṁ jhānaṁ upasampajja viharati. Nehmen wir einen Mönch, der, ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, in die erste Vertiefung eintritt und darin verweilt; da gibt es aus Abgeschiedenheit geborene Ekstase und Seligkeit, während man den Geist ausrichtet und hält.

Rāgaṁ tena pajahati, na tattha rāgānusayo anuseti. Damit gibt er die Gier auf, und eine zugrunde liegende Neigung zu Gier besteht da nicht.

Idhāvuso visākha, bhikkhu iti paṭisañcikkhati: Und nehmen wir einen Mönch, der nachdenkt:

‘kudāssu nāmāhaṁ tadāyatanaṁ upasampajja viharissāmi yadariyā etarahi āyatanaṁ upasampajja viharantī’ti? ‚Ach, wann werde ich in die gleiche Dimension eintreten und darin verweilen, in die die Edlen heute eintreten und in der sie verweilen?‘

Iti anuttaresu vimokkhesu pihaṁ upaṭṭhāpayato uppajjati pihāppaccayā domanassaṁ. Wenn er eine solche Sehnsucht nach der unübertrefflichen Befreiung pflegt, entsteht durch dieses Sehnen Traurigkeit.

Paṭighaṁ tena pajahati, na tattha paṭighānusayo anuseti. Damit gibt er die Abwehr auf, und eine zugrunde liegende Neigung zu Abwehr besteht da nicht.

Idhāvuso visākha, bhikkhu sukhassa ca pahānā, dukkhassa ca pahānā, pubbeva somanassadomanassānaṁ atthaṅgamā, adukkhamasukhaṁ upekkhāsatipārisuddhiṁ catutthaṁ jhānaṁ upasampajja viharati. Nehmen wir einen Mönch, der Glück und Schmerz aufgibt und mit dem Enden früherer Fröhlichkeit und Traurigkeit in die vierte Vertiefung eintritt und darin verweilt, ohne Glück oder Schmerz, mit reinem Gleichmut und reiner Achtsamkeit.

Avijjaṁ tena pajahati, na tattha avijjānusayo anusetī”ti. Damit gibt er die Unwissenheit auf, und eine zugrunde liegende Neigung zu Unwissenheit besteht da nicht.“

“Sukhāya panāyye, vedanāya kiṁ paṭibhāgo”ti? „Aber meine Dame, was ist das Gegenstück zu angenehmem Gefühl?“

“Sukhāya kho, āvuso visākha, vedanāya dukkhā vedanā paṭibhāgo”ti. „Schmerzhaftes Gefühl.“

“Dukkhāya pannāyye, vedanāya kiṁ paṭibhāgo”ti? „Was ist das Gegenstück zu schmerzhaftem Gefühl?“

“Dukkhāya kho, āvuso visākha, vedanāya sukhā vedanā paṭibhāgo”ti. „Angenehmes Gefühl.“

“Adukkhamasukhāya panāyye, vedanāya kiṁ paṭibhāgo”ti? „Was ist das Gegenstück zu neutralem Gefühl?“

“Adukkhamasukhāya kho, āvuso visākha, vedanāya avijjā paṭibhāgo”ti. „Unwissenheit.“

“Avijjāya panāyye, kiṁ paṭibhāgo”ti? „Was ist das Gegenstück zu Unwissenheit?“

“Avijjāya kho, āvuso visākha, vijjā paṭibhāgo”ti. „Wissen.“

“Vijjāya panāyye, kiṁ paṭibhāgo”ti? „Was ist das Gegenstück zu Wissen?“

“Vijjāya kho, āvuso visākha, vimutti paṭibhāgo”ti. „Freiheit.“

“Vimuttiyā panāyye, kiṁ paṭibhāgo”ti? „Was ist das Gegenstück zu Freiheit?“

“Vimuttiyā kho, āvuso visākha, nibbānaṁ paṭibhāgo”ti. „Das Erlöschen.“

“Nibbānassa panāyye, kiṁ paṭibhāgo”ti? „Was ist das Gegenstück zum Erlöschen?“

“Accayāsi, āvuso visākha, pañhaṁ, nāsakkhi pañhānaṁ pariyantaṁ gahetuṁ. „Deine Frage geht zu weit, Visākha. Du hast die Grenze für Fragen nicht verstanden.

Nibbānogadhañhi, āvuso visākha, brahmacariyaṁ, nibbānaparāyanaṁ nibbānapariyosānaṁ. Denn das Erlöschen ist der Höhepunkt, der Zielpunkt und der Endpunkt des geistlichen Lebens.

Ākaṅkhamāno ca tvaṁ, āvuso visākha, bhagavantaṁ upasaṅkamitvā etamatthaṁ puccheyyāsi, yathā ca te bhagavā byākaroti tathā naṁ dhāreyyāsī”ti. Wenn du willst, geh zum Buddha und stelle ihm diese Fragen. So wie er es erklärt, solltest du es behalten.“

Atha kho visākho upāsako dhammadinnāya bhikkhuniyā bhāsitaṁ abhinanditvā anumoditvā uṭṭhāyāsanā dhammadinnaṁ bhikkhuniṁ abhivādetvā padakkhiṇaṁ katvā yena bhagavā tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā bhagavantaṁ abhivādetvā ekamantaṁ nisīdi. Da begrüßte der Laie Visākha die Worte der Nonne Dhammadinnā und stimmte ihr zu. Er erhob sich von seinem Sitz, verbeugte sich und umrundete sie respektvoll, die rechte Seite ihr zugewandt. Dann ging er zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin

Ekamantaṁ nisinno kho visākho upāsako yāvatako ahosi dhammadinnāya bhikkhuniyā saddhiṁ kathāsallāpo taṁ sabbaṁ bhagavato ārocesi. und berichtete dem Buddha, worüber er mit der Nonne Dhammadinnā gesprochen hatte.

Evaṁ vutte, bhagavā visākhaṁ upāsakaṁ etadavoca: Als er geendet hatte, sagte der Buddha zu ihm:

“paṇḍitā, visākha, dhammadinnā bhikkhunī, mahāpaññā, visākha, dhammadinnā bhikkhunī. „Die Nonne Dhammadinnā ist klug, Visākha, sie besitzt große Weisheit.

Mañcepi tvaṁ, visākha, etamatthaṁ puccheyyāsi, ahampi taṁ evamevaṁ byākareyyaṁ, yathā taṁ dhammadinnāya bhikkhuniyā byākataṁ. Wenn du zu mir gekommen wärst und mir diese Fragen gestellt hättest, hätte ich auf genau die gleiche Art geantwortet wie sie.

Eso cevetassa attho. Evañca naṁ dhārehī”ti. Das bedeutet es, und so solltest du es behalten.“

Idamavoca bhagavā. Das sagte der Buddha.

Attamano visākho upāsako bhagavato bhāsitaṁ abhinandīti. Zufrieden begrüßte der Laie Visākha die Worte des Buddha.

Cūḷavedallasuttaṁ niṭṭhitaṁ catutthaṁ.
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