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Majjhima Nikāya 62 Mittlere Lehrreden 62

Mahārāhulovādasutta Die längere Unterweisung Rāhulas

Evaṁ me sutaṁ—So habe ich es gehört:

ekaṁ samayaṁ bhagavā sāvatthiyaṁ viharati jetavane anāthapiṇḍikassa ārāme. Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika.

Atha kho bhagavā pubbaṇhasamayaṁ nivāsetvā pattacīvaramādāya sāvatthiṁ piṇḍāya pāvisi. Da kleidete der Buddha sich am Morgen an, nahm Schale und Robe und betrat Sāvatthī zum Almosengang.

Āyasmāpi kho rāhulo pubbaṇhasamayaṁ nivāsetvā pattacīvaramādāya bhagavantaṁ piṭṭhito piṭṭhito anubandhi. Und auch der Ehrwürdige Rāhula kleidete sich an und folgte dem Buddha.

Atha kho bhagavā apaloketvā āyasmantaṁ rāhulaṁ āmantesi: Da schaute der Buddha zu Rāhula zurück und sagte:

“yaṁ kiñci, rāhula, rūpaṁ—atītānāgatapaccuppannaṁ ajjhattaṁ vā bahiddhā vā oḷārikaṁ vā sukhumaṁ vā hīnaṁ vā paṇītaṁ vā yaṁ dūre santike vā—sabbaṁ rūpaṁ ‘netaṁ mama, nesohamasmi, na meso attā’ti evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya daṭṭhabban”ti. „Rāhula, du sollst jegliche Art von Form – vergangen, zukünftig oder gegenwärtig, innen oder außen, grob oder subtil, gering oder hochstehend, fern oder nah: jegliche Form – wahrhaftig mit rechter Weisheit so sehen: ‚Das ist nicht mein, das bin nicht ich, das ist nicht mein Selbst.‘“

“Rūpameva nu kho, bhagavā, rūpameva nu kho, sugatā”ti? „Nur Form, Gesegneter? Nur Form, Heiliger?“

“Rūpampi, rāhula, vedanāpi, rāhula, saññāpi, rāhula, saṅkhārāpi, rāhula, viññāṇampi, rāhulā”ti. „Form, Rāhula, und ebenso Gefühl und Wahrnehmung und Willensbildungsprozesse und Bewusstsein.“

Atha kho āyasmā rāhulo “ko najja bhagavatā sammukhā ovādena ovadito gāmaṁ piṇḍāya pavisissatī”ti tato paṭinivattitvā aññatarasmiṁ rukkhamūle nisīdi pallaṅkaṁ ābhujitvā ujuṁ kāyaṁ paṇidhāya parimukhaṁ satiṁ upaṭṭhapetvā. Da dachte Rāhula: „Wer würde heute ins Dorf um Almosen gehen, nachdem er im Angesicht des Buddha angeleitet worden ist?“ Er kehrte um, setzte sich mit gekreuzten Beinen an den Fuß eines gewissen Baumes, richtete den Körper gerade auf und verankerte die Achtsamkeit bei sich.

Addasā kho āyasmā sāriputto āyasmantaṁ rāhulaṁ aññatarasmiṁ rukkhamūle nisinnaṁ pallaṅkaṁ ābhujitvā ujuṁ kāyaṁ paṇidhāya parimukhaṁ satiṁ upaṭṭhapetvā. Der Ehrwürdige Sāriputta sah ihn dort sitzen

Disvāna āyasmantaṁ rāhulaṁ āmantesi: und wandte sich an ihn:

“ānāpānassatiṁ, rāhula, bhāvanaṁ bhāvehi. „Rāhula, entwickle Achtsamkeit auf den Atem.

Ānāpānassati, rāhula, bhāvanā bhāvitā bahulīkatā mahapphalā hoti mahānisaṁsā”ti. Wenn Achtsamkeit auf den Atem entwickelt und gemehrt wird, bringt sie reiche Frucht und großen Vorteil.“

Atha kho āyasmā rāhulo sāyanhasamayaṁ paṭisallānā vuṭṭhito yena bhagavā tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā bhagavantaṁ abhivādetvā ekamantaṁ nisīdi. Ekamantaṁ nisinno kho āyasmā rāhulo bhagavantaṁ etadavoca: Da kam der Ehrwürdige Rāhula am späten Nachmittag aus seiner Klausur und ging zum Buddha. Er verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm:

“kathaṁ bhāvitā nu kho, bhante, ānāpānassati, kathaṁ bahulīkatā mahapphalā hoti mahānisaṁsā”ti? „Herr, wie wird Achtsamkeit auf den Atem entwickelt und gemehrt, sodass sie reiche Frucht und großen Vorteil bringt?“

“Yaṁ kiñci, rāhula, ajjhattaṁ paccattaṁ kakkhaḷaṁ kharigataṁ upādinnaṁ, seyyathidaṁ—„Rāhula, das innere Erdelement ist alles Innerliche, das zu einer Person gehört, das hart und fest ist und das man sich zu eigen macht, wie etwa

kesā lomā nakhā dantā taco maṁsaṁ nhāru aṭṭhi aṭṭhimiñjaṁ vakkaṁ hadayaṁ yakanaṁ kilomakaṁ pihakaṁ papphāsaṁ antaṁ antaguṇaṁ udariyaṁ karīsaṁ, yaṁ vā panaññampi kiñci ajjhattaṁ paccattaṁ kakkhaḷaṁ kharigataṁ upādinnaṁ—Kopfhaare, Körperhaare, Nägel, Zähne, Haut, Fleisch, Sehnen, Knochen, Knochenmark, Nieren, Herz, Leber, Zwerchfell, Milz, Lungen, Därme, Gekröse, Speisebrei, Kot oder alles andere Innerliche, das zu einer Person gehört, das hart und fest ist und das man sich zu eigen macht.

ayaṁ vuccati, rāhula, ajjhattikā pathavīdhātu. Das nennt man das innere Erdelement.

Yā ceva kho pana ajjhattikā pathavīdhātu yā ca bāhirā pathavīdhātu, pathavīdhāturevesā. Das innere Erdelement und das äußere Erdelement sind bloß das Erdelement.

Taṁ ‘netaṁ mama, nesohamasmi, na meso attā’ti—evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya daṭṭhabbaṁ. Das sollte man wahrhaftig mit rechter Weisheit so sehen: ‚Das ist nicht mein, das bin nicht ich, das ist nicht mein Selbst.‘

Evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya disvā pathavīdhātuyā nibbindati, pathavīdhātuyā cittaṁ virājeti. Wenn man das wahrhaftig mit rechter Weisheit so sieht, wird man vom Erdelement ernüchtert und wendet den Geist vom Erdelement ab.

Katamā ca, rāhula, āpodhātu? Und was ist das Wasserelement?

Āpodhātu siyā ajjhattikā, siyā bāhirā. Das Wasserelement kann innerlich oder äußerlich sein.

Katamā ca, rāhula, ajjhattikā āpodhātu? Und was ist das innere Wasserelement?

Yaṁ ajjhattaṁ paccattaṁ āpo āpogataṁ upādinnaṁ, seyyathidaṁ—Alles Innerliche, das zu einer Person gehört, das Wasser und wässrig ist und das man sich zu eigen macht, wie etwa

pittaṁ semhaṁ pubbo lohitaṁ sedo medo assu vasā kheḷo siṅghāṇikā lasikā muttaṁ, yaṁ vā panaññampi kiñci ajjhattaṁ paccattaṁ āpo āpogataṁ upādinnaṁ—Galle, Schleim, Eiter, Blut, Schweiß, Fett, Tränen, Talg, Speichel, Nasenschleim, Gelenkschmiere, Urin oder alles andere Innerliche, das zu einer Person gehört, das Wasser und wässrig ist und das man sich zu eigen macht.

ayaṁ vuccati, rāhula, ajjhattikā āpodhātu. Das nennt man das innere Wasserelement.

Yā ceva kho pana ajjhattikā āpodhātu yā ca bāhirā āpodhātu āpodhāturevesā. Das innere Wasserelement und das äußere Wasserelement sind bloß das Wasserelement.

Taṁ ‘netaṁ mama, nesohamasmi, na meso attā’ti—evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya daṭṭhabbaṁ. Das sollte man wahrhaftig mit rechter Weisheit so sehen: ‚Das ist nicht mein, das bin nicht ich, das ist nicht mein Selbst.‘

Evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya disvā āpodhātuyā nibbindati, āpodhātuyā cittaṁ virājeti. Wenn man das wahrhaftig mit rechter Weisheit so sieht, wird man vom Wasserelement ernüchtert und wendet den Geist vom Wasserelement ab.

Katamā ca, rāhula, tejodhātu? Und was ist das Feuerelement?

Tejodhātu siyā ajjhattikā, siyā bāhirā. Das Feuerelement kann innerlich oder äußerlich sein.

Katamā ca, rāhula, ajjhattikā tejodhātu? Und was ist das innere Feuerelement?

Yaṁ ajjhattaṁ paccattaṁ tejo tejogataṁ upādinnaṁ, seyyathidaṁ—Alles Innerliche, das zu einer Person gehört, das Feuer und feurig ist und das man sich zu eigen macht, wie etwa

yena ca santappati yena ca jīrīyati yena ca pariḍayhati yena ca asitapītakhāyitasāyitaṁ sammā pariṇāmaṁ gacchati, yaṁ vā panaññampi kiñci ajjhattaṁ paccattaṁ tejo tejogataṁ upādinnaṁ—das, was wärmt, was altert, was einen erhitzt, wenn man Fieber hat, was Speise und Trank richtig verdaut oder alles andere Innerliche, das zu einer Person gehört, das Feuer und feurig ist und das man sich zu eigen macht.

ayaṁ vuccati, rāhula, ajjhattikā tejodhātu. Das nennt man das innere Feuerelement.

Yā ceva kho pana ajjhattikā tejodhātu yā ca bāhirā tejodhātu tejodhāturevesā. Das innere Feuerelement und das äußere Feuerelement sind bloß das Feuerelement.

Taṁ ‘netaṁ mama, nesohamasmi, na meso attā’ti—evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya daṭṭhabbaṁ. Das sollte man wahrhaftig mit rechter Weisheit so sehen: ‚Das ist nicht mein, das bin nicht ich, das ist nicht mein Selbst.‘

Evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya disvā tejodhātuyā nibbindati, tejodhātuyā cittaṁ virājeti. Wenn man das wahrhaftig mit rechter Weisheit so sieht, wird man vom Feuerelement ernüchtert und wendet den Geist vom Feuerelement ab.

Katamā ca, rāhula, vāyodhātu? Und was ist das Windelement?

Vāyodhātu siyā ajjhattikā, siyā bāhirā. Das Windelement kann innerlich oder äußerlich sein.

Katamā ca, rāhula, ajjhattikā vāyodhātu? Und was ist das innere Windelement?

Yaṁ ajjhattaṁ paccattaṁ vāyo vāyogataṁ upādinnaṁ, seyyathidaṁ—Alles Innerliche, das zu einer Person gehört, das Wind und windig ist und das man sich zu eigen macht, wie etwa

uddhaṅgamā vātā, adhogamā vātā, kucchisayā vātā, koṭṭhāsayā vātā, aṅgamaṅgānusārino vātā, assāso passāso iti, yaṁ vā panaññampi kiñci ajjhattaṁ paccattaṁ vāyo vāyogataṁ upādinnaṁ—Winde, die auf- und abgehen, Winde im Bauch und den Eingeweiden, Winde, die durch die Glieder strömen, Ein- und Ausatmung oder alles andere Innerliche, das zu einer Person gehört, das Wind und windig ist und das man sich zu eigen macht.

ayaṁ vuccati, rāhula, ajjhattikā vāyodhātu. Das nennt man das innere Windelement.

Yā ceva kho pana ajjhattikā vāyodhātu yā ca bāhirā vāyodhātu vāyodhāturevesā. Das innere Windelement und das äußere Windelement sind bloß das Windelement.

Taṁ ‘netaṁ mama, nesohamasmi, na meso attā’ti—evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya daṭṭhabbaṁ. Das sollte man wahrhaftig mit rechter Weisheit so sehen: ‚Das ist nicht mein, das bin nicht ich, das ist nicht mein Selbst.‘

Evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya disvā vāyodhātuyā nibbindati, vāyodhātuyā cittaṁ virājeti. Wenn man das wahrhaftig mit rechter Weisheit so sieht, wird man vom Windelement ernüchtert und wendet den Geist vom Windelement ab.

Katamā ca, rāhula, ākāsadhātu? Und was ist das Raumelement?

Ākāsadhātu siyā ajjhattikā, siyā bāhirā. Das Raumelement kann innerlich oder äußerlich sein.

Katamā ca, rāhula, ajjhattikā ākāsadhātu? Und was ist das innere Raumelement?

Yaṁ ajjhattaṁ paccattaṁ ākāsaṁ ākāsagataṁ upādinnaṁ, seyyathidaṁ—Alles Innerliche, das zu einer Person gehört, das Raum und räumlich ist und das man sich zu eigen macht, wie etwa

kaṇṇacchiddaṁ nāsacchiddaṁ mukhadvāraṁ, yena ca asitapītakhāyitasāyitaṁ ajjhoharati, yattha ca asitapītakhāyitasāyitaṁ santiṭṭhati, yena ca asitapītakhāyitasāyitaṁ adhobhāgaṁ nikkhamati, yaṁ vā panaññampi kiñci ajjhattaṁ paccattaṁ ākāsaṁ ākāsagataṁ, aghaṁ aghagataṁ, vivaraṁ vivaragataṁ, asamphuṭṭhaṁ, maṁsalohitehi upādinnaṁ—die Gehörgänge, die Nasengänge und die Mundhöhle, der Raum, wo Speise und Trank geschluckt werden, der Raum, wo sie sich aufhalten, und der Raum, wo sie aus dem Unterleib ausgeschieden werden, oder alles andere Innerliche, das zu einer Person gehört, das Raum und räumlich ist und das man sich zu eigen macht.

ayaṁ vuccati, rāhula, ajjhattikā ākāsadhātu. Das nennt man das innere Raumelement.

Yā ceva kho pana ajjhattikā ākāsadhātu yā ca bāhirā ākāsadhātu ākāsadhāturevesā. Das innere Raumelement und das äußere Raumelement sind bloß das Raumelement.

Taṁ ‘netaṁ mama, nesohamasmi, na meso attā’ti—evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya daṭṭhabbaṁ. Das sollte man wahrhaftig mit rechter Weisheit so sehen: ‚Das ist nicht mein, das bin nicht ich, das ist nicht mein Selbst.‘

Evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya disvā ākāsadhātuyā cittaṁ nibbindati, ākāsadhātuyā cittaṁ virājeti. Wenn man das wahrhaftig mit rechter Weisheit so sieht, wird man vom Raumelement ernüchtert und wendet den Geist vom Raumelement ab.

Pathavīsamaṁ, rāhula, bhāvanaṁ bhāvehi. Rāhula, meditiere wie die Erde.

Pathavīsamañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato uppannā manāpāmanāpā phassā cittaṁ na pariyādāya ṭhassanti. Denn wenn du wie die Erde meditierst, werden angenehme und unangenehme Kontakte deinen Geist nicht gefangen halten.

Seyyathāpi, rāhula, pathaviyā sucimpi nikkhipanti, asucimpi nikkhipanti, gūthagatampi nikkhipanti, muttagatampi nikkhipanti, kheḷagatampi nikkhipanti, pubbagatampi nikkhipanti, lohitagatampi nikkhipanti, na ca tena pathavī aṭṭīyati vā harāyati vā jigucchati vā; Wie wenn sie sowohl reine als auch unreine Dinge auf die Erde werfen würden wie Kot, Urin, Speichel, Eiter und Blut: Die Erde wäre deshalb nicht entsetzt, abgestoßen und angewidert.

evameva kho tvaṁ, rāhula, pathavīsamaṁ bhāvanaṁ bhāvehi. Ebenso, Rāhula, meditiere wie die Erde.

Pathavīsamañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato uppannā manāpāmanāpā phassā cittaṁ na pariyādāya ṭhassanti. Denn wenn du wie die Erde meditierst, werden angenehme und unangenehme Kontakte deinen Geist nicht gefangen halten.

Āposamaṁ, rāhula, bhāvanaṁ bhāvehi. Meditiere wie Wasser.

Āposamañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato uppannā manāpāmanāpā phassā cittaṁ na pariyādāya ṭhassanti. Denn wenn du wie Wasser meditierst, werden angenehme und unangenehme Kontakte deinen Geist nicht gefangen halten.

Seyyathāpi, rāhula, āpasmiṁ sucimpi dhovanti, asucimpi dhovanti, gūthagatampi dhovanti, muttagatampi dhovanti, kheḷagatampi dhovanti, pubbagatampi dhovanti, lohitagatampi dhovanti, na ca tena āpo aṭṭīyati vā harāyati vā jigucchati vā; Wie wenn sie sowohl reine als auch unreine Dinge im Wasser waschen würden wie Kot, Urin, Speichel, Eiter und Blut: Das Wasser wäre deshalb nicht entsetzt, abgestoßen und angewidert.

evameva kho tvaṁ, rāhula, āposamaṁ bhāvanaṁ bhāvehi. Ebenso, Rāhula, meditiere wie Wasser.

Āposamañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato uppannā manāpāmanāpā phassā cittaṁ na pariyādāya ṭhassanti. Denn wenn du wie Wasser meditierst, werden angenehme und unangenehme Kontakte deinen Geist nicht gefangen halten.

Tejosamaṁ, rāhula, bhāvanaṁ bhāvehi. Meditiere wie Feuer.

Tejosamañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato uppannā manāpāmanāpā phassā cittaṁ na pariyādāya ṭhassanti. Denn wenn du wie Feuer meditierst, werden angenehme und unangenehme Kontakte deinen Geist nicht gefangen halten.

Seyyathāpi, rāhula, tejo sucimpi dahati, asucimpi dahati, gūthagatampi dahati, muttagatampi dahati, kheḷagatampi dahati, pubbagatampi dahati, lohitagatampi dahati, na ca tena tejo aṭṭīyati vā harāyati vā jigucchati vā; Wie wenn ein Feuer sowohl reine als auch unreine Dinge verbrennen würde wie Kot, Urin, Speichel, Eiter und Blut: Das Feuer wäre deshalb nicht entsetzt, abgestoßen und angewidert.

evameva kho tvaṁ, rāhula, tejosamaṁ bhāvanaṁ bhāvehi. Ebenso, Rāhula, meditiere wie Feuer.

Tejosamañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato uppannā manāpāmanāpā phassā cittaṁ na pariyādāya ṭhassanti. Denn wenn du wie Feuer meditierst, werden angenehme und unangenehme Kontakte deinen Geist nicht gefangen halten.

Vāyosamaṁ, rāhula, bhāvanaṁ bhāvehi. Meditiere wie Wind.

Vāyosamañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato uppannā manāpāmanāpā phassā cittaṁ na pariyādāya ṭhassanti. Denn wenn du wie Wind meditierst, werden angenehme und unangenehme Kontakte deinen Geist nicht gefangen halten.

Seyyathāpi, rāhula, vāyo sucimpi upavāyati, asucimpi upavāyati, gūthagatampi upavāyati, muttagatampi upavāyati, kheḷagatampi upavāyati, pubbagatampi upavāyati, lohitagatampi upavāyati, na ca tena vāyo aṭṭīyati vā harāyati vā jigucchati vā; Wie wenn Wind sowohl über reine als auch unreine Dinge streichen würde wie Kot, Urin, Speichel, Eiter und Blut: Der Wind wäre deshalb nicht entsetzt, abgestoßen und angewidert.

evameva kho tvaṁ, rāhula, vāyosamaṁ bhāvanaṁ bhāvehi. Ebenso, Rāhula, meditiere wie Wind.

Vāyosamañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato uppannā manāpāmanāpā phassā cittaṁ na pariyādāya ṭhassanti. Denn wenn du wie Wind meditierst, werden angenehme und unangenehme Kontakte deinen Geist nicht gefangen halten.

Ākāsasamaṁ, rāhula, bhāvanaṁ bhāvehi. Meditiere wie Raum.

Ākāsasamañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato uppannā manāpāmanāpā phassā cittaṁ na pariyādāya ṭhassanti. Denn wenn du wie Raum meditierst, werden angenehme und unangenehme Kontakte deinen Geist nicht gefangen halten.

Seyyathāpi, rāhula, ākāso na katthaci patiṭṭhito; Gerade wie Raum nirgends verankert ist,

evameva kho tvaṁ, rāhula, ākāsasamaṁ bhāvanaṁ bhāvehi. ebenso, Rāhula, meditiere wie Raum.

Ākāsasamañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato uppannā manāpāmanāpā phassā cittaṁ na pariyādāya ṭhassanti. Denn wenn du wie Raum meditierst, werden angenehme und unangenehme Kontakte deinen Geist nicht gefangen halten.

Mettaṁ, rāhula, bhāvanaṁ bhāvehi. Meditiere über die Liebe.

Mettañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato yo byāpādo so pahīyissati. Denn wenn du über die Liebe meditierst, wird jeglicher böser Wille aufgegeben werden.

Karuṇaṁ, rāhula, bhāvanaṁ bhāvehi. Meditiere über Mitgefühl.

Karuṇañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato yā vihesā sā pahīyissati. Denn wenn du über Mitgefühl meditierst, wird jegliche Grausamkeit aufgegeben werden.

Muditaṁ, rāhula, bhāvanaṁ bhāvehi. Meditiere über freudige Anteilnahme.

Muditañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato yā arati sā pahīyissati. Denn wenn du über freudige Anteilnahme meditierst, wird jeglicher Widerwille aufgegeben werden.

Upekkhaṁ, rāhula, bhāvanaṁ bhāvehi. Meditiere über Gleichmut.

Upekkhañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato yo paṭigho so pahīyissati. Denn wenn du über Gleichmut meditierst, wird jegliche Abwehr aufgegeben werden.

Asubhaṁ, rāhula, bhāvanaṁ bhāvehi. Meditiere über das Abstoßende.

Asubhañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato yo rāgo so pahīyissati. Denn wenn du über das Abstoßende meditierst, wird jegliche Wollust aufgegeben werden.

Aniccasaññaṁ, rāhula, bhāvanaṁ bhāvehi. Meditiere über Unbeständigkeit.

Aniccasaññañhi te, rāhula, bhāvanaṁ bhāvayato yo asmimāno so pahīyissati. Denn wenn du über Unbeständigkeit meditierst, wird jegliche Einbildung ‚ich bin‘ aufgegeben werden.

Ānāpānassatiṁ, rāhula, bhāvanaṁ bhāvehi. Entwickle Achtsamkeit auf den Atem.

Ānāpānassati hi te, rāhula, bhāvitā bahulīkatā mahapphalā hoti mahānisaṁsā. Wenn Achtsamkeit auf den Atem entwickelt und gemehrt wird, bringt sie reiche Frucht und großen Vorteil.

Kathaṁ bhāvitā ca, rāhula, ānāpānassati, kathaṁ bahulīkatā mahapphalā hoti mahānisaṁsā? Und wie wird Achtsamkeit auf den Atem entwickelt und gemehrt, sodass sie reiche Frucht und großen Vorteil bringt?

Idha, rāhula, bhikkhu araññagato vā rukkhamūlagato vā suññāgāragato vā nisīdati pallaṅkaṁ ābhujitvā ujuṁ kāyaṁ paṇidhāya parimukhaṁ satiṁ upaṭṭhapetvā. Da geht ein Mönch in die Wildnis, zum Fuß eines Baumes oder in eine leere Hütte, setzt sich dort mit gekreuzten Beinen hin, richtet den Körper gerade auf und verankert die Achtsamkeit bei sich.

So satova assasati satova passasati. Ganz achtsam atmet er ein. Achtsam atmet er aus.

Dīghaṁ vā assasanto ‘dīghaṁ assasāmī’ti pajānāti, dīghaṁ vā passasanto ‘dīghaṁ passasāmī’ti pajānāti; Wenn er schwer einatmet, weiß er: ‚Ich atme schwer ein.‘ Wenn er schwer ausatmet, weiß er: ‚Ich atme schwer aus.‘

rassaṁ vā assasanto ‘rassaṁ assasāmī’ti pajānāti, rassaṁ vā passasanto ‘rassaṁ passasāmī’ti pajānāti. Wenn er leicht einatmet, weiß er: ‚Ich atme leicht ein.‘ Wenn er leicht ausatmet, weiß er: ‚Ich atme leicht aus.‘

‘Sabbakāyappaṭisaṁvedī assasissāmī’ti sikkhati; ‘sabbakāyappaṭisaṁvedī passasissāmī’ti sikkhati; Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen den ganzen Körper spüren.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen den ganzen Körper spüren.‘

‘passambhayaṁ kāyasaṅkhāraṁ assasissāmī’ti sikkhati; ‘passambhayaṁ kāyasaṅkhāraṁ passasissāmī’ti sikkhati. Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen den körperlichen Vorgang stillen.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen den körperlichen Vorgang stillen.‘

‘Pītippaṭisaṁvedī assasissāmī’ti sikkhati; ‘pītippaṭisaṁvedī passasissāmī’ti sikkhati; Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen Ekstase erfahren.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen Ekstase erfahren.‘

‘sukhappaṭisaṁvedī assasissāmī’ti sikkhati; ‘sukhappaṭisaṁvedī passasissāmī’ti sikkhati; Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen Seligkeit erfahren.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen Seligkeit erfahren.‘

‘cittasaṅkhārappaṭisaṁvedī assasissāmī’ti sikkhati; ‘cittasaṅkhārappaṭisaṁvedī passasissāmī’ti sikkhati; Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen den geistigen Vorgang erfahren.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen den geistigen Vorgang erfahren.‘

‘passambhayaṁ cittasaṅkhāraṁ assasissāmī’ti sikkhati; ‘passambhayaṁ cittasaṅkhāraṁ passasissāmī’ti sikkhati. Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen den geistigen Vorgang stillen.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen den geistigen Vorgang stillen.‘

‘Cittappaṭisaṁvedī assasissāmī’ti sikkhati; ‘cittappaṭisaṁvedī passasissāmī’ti sikkhati; Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen den Geist erfahren.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen den Geist erfahren.‘

‘abhippamodayaṁ cittaṁ assasissāmī’ti sikkhati; ‘abhippamodayaṁ cittaṁ passasissāmī’ti sikkhati; Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen den Geist froh machen.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen den Geist froh machen.‘

‘samādahaṁ cittaṁ assasissāmī’ti sikkhati; ‘samādahaṁ cittaṁ passasissāmī’ti sikkhati; Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen den Geist im Samādhi versinken lassen.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen den Geist im Samādhi versinken lassen.‘

‘vimocayaṁ cittaṁ assasissāmī’ti sikkhati; ‘vimocayaṁ cittaṁ passasissāmī’ti sikkhati. Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen den Geist befreien.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen den Geist befreien.‘

‘Aniccānupassī assasissāmī’ti sikkhati; ‘aniccānupassī passasissāmī’ti sikkhati; Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen die Unbeständigkeit beobachten.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen die Unbeständigkeit beobachten.‘

‘virāgānupassī assasissāmī’ti sikkhati; ‘virāgānupassī passasissāmī’ti sikkhati; Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen das Schwinden beobachten.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen das Schwinden beobachten.‘

‘nirodhānupassī assasissāmī’ti sikkhati; ‘nirodhānupassī passasissāmī’ti sikkhati; Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen das Aufhören beobachten.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen das Aufhören beobachten.‘

‘paṭinissaggānupassī assasissāmī’ti sikkhati; ‘paṭinissaggānupassī passasissāmī’ti sikkhati. Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen das Loslassen beobachten.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen das Loslassen beobachten.‘

Evaṁ bhāvitā kho, rāhula, ānāpānassati, evaṁ bahulīkatā mahapphalā hoti mahānisaṁsā. Wenn Achtsamkeit auf den Atem so entwickelt und gemehrt wird, bringt sie reiche Frucht und großen Vorteil.

Evaṁ bhāvitāya, rāhula, ānāpānassatiyā, evaṁ bahulīkatāya yepi te carimakā assāsā tepi viditāva nirujjhanti no aviditā”ti. Wenn Achtsamkeit auf den Atem so entwickelt und gemehrt wird, werden sogar die letzten Atemzüge, wenn sie aufhören, erkannt, nicht nicht erkannt.“

Idamavoca bhagavā. Das sagte der Buddha.

Attamano āyasmā rāhulo bhagavato bhāsitaṁ abhinandīti. Zufrieden begrüßte der Ehrwürdige Rāhula die Worte des Buddha.

Mahārāhulovādasuttaṁ niṭṭhitaṁ dutiyaṁ.
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