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Majjhima Nikāya 109 Mittlere Lehrreden 109
Mahāpuṇṇamasutta Die längere Lehrrede über die Vollmondnacht
Evaṁ me sutaṁ—So habe ich es gehört:
ekaṁ samayaṁ bhagavā sāvatthiyaṁ viharati pubbārāme migāramātupāsāde. Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī im Ostkloster auf, im Pfahl-Langhaus der Mutter Migāras.
Tena kho pana samayena bhagavā tadahuposathe pannarase puṇṇāya puṇṇamāya rattiyā bhikkhusaṅghaparivuto abbhokāse nisinno hoti. Zu der Zeit, es war der Besinnungstag, der Vollmond am fünfzehnten Tag, saß der Buddha inmitten eines Saṅgha von Mönchen unter freiem Himmel.
Atha kho aññataro bhikkhu uṭṭhāyāsanā ekaṁsaṁ cīvaraṁ katvā yena bhagavā tenañjaliṁ paṇāmetvā bhagavantaṁ etadavoca: Da erhob sich einer der Mönche von seinem Sitz, ordnete seine Robe über einer Schulter, erhob seine zusammengelegten Hände zum Buddha und sagte:
“Puccheyyāhaṁ, bhante, bhagavantaṁ kiñcideva desaṁ, sace me bhagavā okāsaṁ karoti pañhassa veyyākaraṇāyā”ti. „Herr, ich würde den Buddha gerne über einen bestimmten Punkt befragen, wenn du die Zeit nehmen wolltest, zu antworten.“
“Tena hi tvaṁ, bhikkhu, sake āsane nisīditvā puccha yadākaṅkhasī”ti. „Nun, Mönch, nimm auf deinem Sitz Platz und frage, was du willst.“
Atha kho so bhikkhu sake āsane nisīditvā bhagavantaṁ etadavoca: Jener Mönch setzte sich und sagte zum Buddha:
“ime nu kho, bhante, pañcupādānakkhandhā, seyyathidaṁ—„Herr, gibt es die fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate: nämlich
rūpupādānakkhandho, vedanupādānakkhandho, saññupādānakkhandho, saṅkhārupādānakkhandho, viññāṇupādānakkhandho”ti? Form, Gefühl, Wahrnehmung, Willensbildungsprozesse und Bewusstsein?“
“Ime kho, bhikkhu, pañcupādānakkhandhā, seyyathidaṁ—„Ja, es gibt sie“, sagte der Buddha.
rūpupādānakkhandho, vedanupādānakkhandho, saññupādānakkhandho, saṅkhārupādānakkhandho, viññāṇupādānakkhandho”ti.
“Sādhu, bhante”ti kho so bhikkhu bhagavato bhāsitaṁ abhinanditvā anumoditvā bhagavantaṁ uttariṁ pañhaṁ pucchi: Mit den Worten: „Gut, Herr“ begrüßte jener Mönch die Worte des Buddha und stimmte ihm zu. Dann stellte er eine weitere Frage:
“ime pana, bhante, pañcupādānakkhandhā kiṁmūlakā”ti? „Aber Herr, was ist die Wurzel dieser fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate?“
“Ime kho, bhikkhu, pañcupādānakkhandhā chandamūlakā”ti. „Diese fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate wurzeln im Sehnen.“
“Taṁyeva nu kho, bhante, upādānaṁ te pañcupādānakkhandhā, udāhu aññatra pañcahupādānakkhandhehi upādānan”ti? „Aber Herr, ist das Ergreifen genau dasselbe wie die fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate? Oder ist das Ergreifen ein Ding, und die fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate sind ein anderes?“
“Na kho, bhikkhu, taṁyeva upādānaṁ te pañcupādānakkhandhā, nāpi aññatra pañcahupādānakkhandhehi upādānaṁ. „Weder das eine noch das andere.
Yo kho, bhikkhu, pañcasu upādānakkhandhesu chandarāgo taṁ tattha upādānan”ti. Vielmehr ist das Sehnen und Begehren nach den fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregaten das Ergreifen hier.“
“Siyā pana, bhante, pañcasu upādānakkhandhesu chandarāgavemattatā”ti? „Aber Herr, kann es verschiedene Arten von Sehnen und Begehren nach den fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregaten geben?“
“Siyā, bhikkhū”ti bhagavā avoca „Das kann es geben“, sagte der Buddha.
“idha, bhikkhu, ekaccassa evaṁ hoti: „Da denkt jemand:
‘evaṁrūpo siyaṁ anāgatamaddhānaṁ, evaṁvedano siyaṁ anāgatamaddhānaṁ, evaṁsañño siyaṁ anāgatamaddhānaṁ, evaṁsaṅkhāro siyaṁ anāgatamaddhānaṁ, evaṁviññāṇo siyaṁ anāgatamaddhānan’ti. ‚Dass ich doch in der Zukunft solche Form, solches Gefühl, solche Wahrnehmung, solche Willensbildungsprozesse und solches Bewusstsein hätte!‘
Evaṁ kho, bhikkhu, siyā pañcasu upādānakkhandhesu chandarāgavemattatā”ti. So kann es verschiedene Arten von Sehnen und Begehren nach den fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregaten geben.“
“Kittāvatā pana, bhante, khandhānaṁ khandhādhivacanaṁ hotī”ti? „Herr, was ist die Reichweite des Ausdrucks ‚Aggregate‘, wie er für die Aggregate verwendet wird?“
“Yaṁ kiñci, bhikkhu, rūpaṁ—atītānāgatapaccuppannaṁ ajjhattaṁ vā bahiddhā vā, oḷārikaṁ vā sukhumaṁ vā, hīnaṁ vā paṇītaṁ vā, yaṁ dūre santike vā—ayaṁ rūpakkhandho. „Jegliche Art von Form – vergangen, zukünftig oder gegenwärtig, innen oder außen, grob oder subtil, gering oder hochstehend, fern oder nah: Das nennt man das Form-Aggregat.
Yā kāci vedanā—atītānāgatapaccuppannā ajjhattaṁ vā bahiddhā vā, oḷārikā vā sukhumā vā, hīnā vā paṇītā vā, yā dūre santike vā—ayaṁ vedanākkhandho. Jegliche Art von Gefühl …
Yā kāci saññā—atītānāgatapaccuppannā …pe… yā dūre santike vā—ayaṁ saññākkhandho. Jegliche Art von Wahrnehmung …
Ye keci saṅkhārā—atītānāgatapaccuppannā ajjhattaṁ vā bahiddhā vā, oḷārikā vā sukhumā vā, hīnā vā paṇītā vā, ye dūre santike vā—ayaṁ saṅkhārakkhandho. Jegliche Art von Willensbildungsprozessen …
Yaṁ kiñci viññāṇaṁ—atītānāgatapaccuppannaṁ ajjhattaṁ vā bahiddhā vā, oḷārikaṁ vā sukhumaṁ vā, hīnaṁ vā paṇītaṁ vā, yaṁ dūre santike vā—ayaṁ viññāṇakkhandho. Jegliche Art von Bewusstsein – vergangen, zukünftig oder gegenwärtig, innen oder außen, grob oder subtil, gering oder hochstehend, fern oder nah: Das nennt man das Bewusstseins-Aggregat.
Ettāvatā kho, bhikkhu, khandhānaṁ khandhādhivacanaṁ hotī”ti. Das ist die Reichweite des Ausdrucks ‚Aggregate‘, wie er für die Aggregate verwendet wird.“
“Ko nu kho, bhante, hetu ko paccayo rūpakkhandhassa paññāpanāya? „Was ist der Grund, was ist die Ursache, dass das Form-Aggregat zu finden ist?
Ko hetu ko paccayo vedanākkhandhassa paññāpanāya? Was ist der Grund, was ist die Ursache, dass das Gefühls-Aggregat …
Ko hetu ko paccayo saññākkhandhassa paññāpanāya? das Wahrnehmungs-Aggregat …
Ko hetu ko paccayo saṅkhārakkhandhassa paññāpanāya? das Willensbildungs-Aggregat …
Ko hetu ko paccayo viññāṇakkhandhassa paññāpanāyā”ti? das Bewusstseins-Aggregat zu finden ist?“
“Cattāro kho, bhikkhu, mahābhūtā hetu, cattāro mahābhūtā paccayo rūpakkhandhassa paññāpanāya. „Die vier Grundzustände sind der Grund und die Ursache, dass das Form-Aggregat zu finden ist.
Phasso hetu, phasso paccayo vedanākkhandhassa paññāpanāya. Kontakt ist der Grund und die Ursache, dass das Gefühls-Aggregat,
Phasso hetu, phasso paccayo saññākkhandhassa paññāpanāya. das Wahrnehmungs-Aggregat
Phasso hetu, phasso paccayo saṅkhārakkhandhassa paññāpanāya. und das Willensbildungs-Aggregat zu finden sind.
Nāmarūpaṁ kho, bhikkhu, hetu, nāmarūpaṁ paccayo viññāṇakkhandhassa paññāpanāyā”ti. Name und Form sind der Grund und die Ursache, dass das Bewusstseins-Aggregat zu finden ist.“
“Kathaṁ pana, bhante, sakkāyadiṭṭhi hotī”ti? „Aber Herr, wie kommt eine substanzialistische Ansicht zustande?“
“Idha, bhikkhu, assutavā puthujjano ariyānaṁ adassāvī ariyadhammassa akovido ariyadhamme avinīto sappurisānaṁ adassāvī sappurisadhammassa akovido sappurisadhamme avinīto „Da hat ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch die Edlen nicht gesehen und ist in der Lehre der Edlen nicht bewandert und geschult. Er hat keine wahren Menschen gesehen und ist in der Lehre der wahren Menschen nicht bewandert und geschult.
rūpaṁ attato samanupassati rūpavantaṁ vā attānaṁ attani vā rūpaṁ rūpasmiṁ vā attānaṁ; Er betrachtet Form als das Selbst, das Selbst als etwas, das Form hat, Form als im Selbst oder das Selbst als in der Form.
vedanaṁ attato samanupassati vedanāvantaṁ vā attānaṁ attani vā vedanaṁ vedanāya vā attānaṁ; Er betrachtet Gefühl als das Selbst, das Selbst als etwas, das Gefühl hat, Gefühl als im Selbst oder das Selbst als im Gefühl.
saññaṁ attato samanupassati saññāvantaṁ vā attānaṁ attani vā saññaṁ saññāya vā attānaṁ; Er betrachtet Wahrnehmung als das Selbst, das Selbst als etwas, das Wahrnehmung hat, Wahrnehmung als im Selbst oder das Selbst als in der Wahrnehmung.
saṅkhāre attato samanupassati saṅkhāravantaṁ vā attānaṁ attani vā saṅkhāre saṅkhāresu vā attānaṁ; Er betrachtet Willensbildungsprozesse als das Selbst, das Selbst als etwas, das Willensbildungsprozesse hat, Willensbildungsprozesse als im Selbst oder das Selbst als in Willensbildungsprozessen.
viññāṇaṁ attato samanupassati viññāṇavantaṁ vā attānaṁ attani vā viññāṇaṁ viññāṇasmiṁ vā attānaṁ. Er betrachtet Bewusstsein als das Selbst, das Selbst als etwas, das Bewusstsein hat, Bewusstsein als im Selbst oder das Selbst als im Bewusstsein.
Evaṁ kho, bhikkhu, sakkāyadiṭṭhi hotī”ti. So kommt eine substanzialistische Ansicht zustande.“
“Kathaṁ pana, bhante, sakkāyadiṭṭhi na hotī”ti? „Aber Herr, wie kommt eine substanzialistische Ansicht nicht zustande?“
“Idha, bhikkhu, sutavā ariyasāvako ariyānaṁ dassāvī ariyadhammassa kovido ariyadhamme suvinīto sappurisānaṁ dassāvī sappurisadhammassa kovido sappurisadhamme suvinīto „Da hat ein gebildeter edler Schüler die Edlen gesehen und ist in der Lehre der Edlen bewandert und geschult. Er hat wahre Menschen gesehen und ist in der Lehre der wahren Menschen bewandert und geschult.
na rūpaṁ attato samanupassati na rūpavantaṁ vā attānaṁ na attani vā rūpaṁ na rūpasmiṁ vā attānaṁ; Er betrachtet nicht Form als das Selbst, das Selbst als etwas, das Form hat, Form als im Selbst oder das Selbst als in der Form.
na vedanaṁ attato samanupassati na vedanāvantaṁ vā attānaṁ na attani vā vedanaṁ na vedanāya vā attānaṁ; Er betrachtet nicht Gefühl als das Selbst, das Selbst als etwas, das Gefühl hat, Gefühl als im Selbst oder das Selbst als im Gefühl.
na saññaṁ attato samanupassati na saññāvantaṁ vā attānaṁ na attani vā saññaṁ na saññāya vā attānaṁ; Er betrachtet nicht Wahrnehmung als das Selbst, das Selbst als etwas, das Wahrnehmung hat, Wahrnehmung als im Selbst oder das Selbst als in der Wahrnehmung.
na saṅkhāre attato samanupassati na saṅkhāravantaṁ vā attānaṁ na attani vā saṅkhāre na saṅkhāresu vā attānaṁ; Er betrachtet nicht Willensbildungsprozesse als das Selbst, das Selbst als etwas, das Willensbildungsprozesse hat, Willensbildungsprozesse als im Selbst oder das Selbst als in Willensbildungsprozessen.
na viññāṇaṁ attato samanupassati na viññāṇavantaṁ vā attānaṁ na attani vā viññāṇaṁ na viññāṇasmiṁ vā attānaṁ. Er betrachtet nicht Bewusstsein als das Selbst, das Selbst als etwas, das Bewusstsein hat, Bewusstsein als im Selbst oder das Selbst als im Bewusstsein.
Evaṁ kho, bhikkhu, sakkāyadiṭṭhi na hotī”ti. So kommt eine substanzialistische Ansicht nicht zustande.“
“Ko nu kho, bhante, rūpe assādo, ko ādīnavo, kiṁ nissaraṇaṁ? „Herr, worin bestehen die Befriedigung, der Nachteil und das Entrinnen bei der Form,
Ko vedanāya assādo, ko ādīnavo, kiṁ nissaraṇaṁ? beim Gefühl,
Ko saññāya assādo, ko ādīnavo, kiṁ nissaraṇaṁ? bei der Wahrnehmung,
Ko saṅkhāresu assādo, ko ādīnavo, kiṁ nissaraṇaṁ? bei den Willensbildungsprozessen …
Ko viññāṇe assādo, ko ādīnavo, kiṁ nissaraṇan”ti? und beim Bewusstsein?“
“Yaṁ kho, bhikkhu, rūpaṁ paṭicca uppajjati sukhaṁ somanassaṁ, ayaṁ rūpe assādo. „In dem Glück und dem Hochgefühl, die aus Form entstehen: Darin besteht bei ihr die Befriedigung.
Yaṁ rūpaṁ aniccaṁ dukkhaṁ vipariṇāmadhammaṁ, ayaṁ rūpe ādīnavo. Dass Form unbeständig ist, voller Leiden, dass sie zugrunde gehen muss: Darin besteht ihr Nachteil.
Yo rūpe chandarāgavinayo chandarāgappahānaṁ, idaṁ rūpe nissaraṇaṁ. Das Sehnen und Begehren nach Form ausräumen und aufgeben: Darin besteht das Entrinnen von ihr.
Yaṁ kho, bhikkhu, vedanaṁ paṭicca … In dem Glück und dem Hochgefühl, die aus Gefühl entstehen …
saññaṁ paṭicca … die aus Wahrnehmung entstehen …
saṅkhāre paṭicca … die aus Willensbildungsprozessen entstehen …
viññāṇaṁ paṭicca uppajjati sukhaṁ somanassaṁ, ayaṁ viññāṇe assādo. die aus Bewusstsein entstehen: Darin besteht bei ihm die Befriedigung.
Yaṁ viññāṇaṁ aniccaṁ dukkhaṁ vipariṇāmadhammaṁ, ayaṁ viññāṇe ādīnavo. Dass Bewusstsein unbeständig ist, voller Leiden, dass es zugrunde gehen muss: Darin besteht sein Nachteil.
Yo viññāṇe chandarāgavinayo chandarāgappahānaṁ, idaṁ viññāṇe nissaraṇan”ti. Das Sehnen und Begehren nach Bewusstsein ausräumen und aufgeben: Darin besteht das Entrinnen von ihm.“
“Kathaṁ pana, bhante, jānato kathaṁ passato imasmiñca saviññāṇake kāye bahiddhā ca sabbanimittesu ahaṅkāramamaṅkāramānānusayā na hontī”ti? „Herr, auf welche Art erkennt und sieht man, sodass es kein Ich-Machen, kein Mein-Machen und keine zugrunde liegende Neigung zur Einbildung für diesen mit Bewusstsein versehenen Körper gibt, noch für alle äußeren Reize?“
“Yaṁ kiñci, bhikkhu, rūpaṁ—atītānāgatapaccuppannaṁ ajjhattaṁ vā bahiddhā vā oḷārikaṁ vā sukhumaṁ vā hīnaṁ vā paṇītaṁ vā yaṁ dūre santike vā—sabbaṁ rūpaṁ ‘netaṁ mama, nesohamasmi, na meso attā’ti—evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya passati. „Mönch, man sieht jegliche Art von Form – vergangen, zukünftig oder gegenwärtig, innen oder außen, grob oder subtil, gering oder hochstehend, fern oder nah: jegliche Form – wahrhaftig mit rechter Weisheit: ‚Das ist nicht mein, das bin nicht ich, das ist nicht mein Selbst.‘
Yā kāci vedanā … Man sieht jegliche Art von Gefühl …
yā kāci saññā … jegliche Art von Wahrnehmung …
ye keci saṅkhārā … jegliche Art von Willensbildungsprozessen …
yaṁ kiñci viññāṇaṁ—atītānāgatapaccuppannaṁ ajjhattaṁ vā bahiddhā vā oḷārikaṁ vā sukhumaṁ vā hīnaṁ vā paṇītaṁ vā yaṁ dūre santike vā—sabbaṁ viññāṇaṁ ‘netaṁ mama, nesohamasmi, na meso attā’ti—evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya passati. jegliche Art von Bewusstsein – vergangen, zukünftig oder gegenwärtig, innen oder außen, grob oder subtil, gering oder hochstehend, fern oder nah: jegliches Bewusstsein – wahrhaftig mit rechter Weisheit: ‚Das ist nicht mein, das bin nicht ich, das ist nicht mein Selbst.‘
Evaṁ kho, bhikkhu, jānato evaṁ passato imasmiñca saviññāṇake kāye bahiddhā ca sabbanimittesu ahaṅkāramamaṅkāramānānusayā na hontī”ti. Auf diese Art erkennt und sieht man, sodass es kein Ich-Machen, kein Mein-Machen und keine zugrunde liegende Neigung zur Einbildung für diesen mit Bewusstsein versehenen Körper gibt, noch für alle äußeren Reize.“
Atha kho aññatarassa bhikkhuno evaṁ cetaso parivitakko udapādi: Da kam zu dieser Zeit einem der Mönche dieser Gedanke in den Sinn:
“iti kira, bho, rūpaṁ anattā, vedanā anattā, saññā anattā, saṅkhārā anattā, viññāṇaṁ anattā; ‚So scheint es, guter Herr, dass Form, Gefühl, Wahrnehmung, Willensbildungsprozesse und Bewusstsein ohne Selbst sind.
anattakatāni kammāni kamattānaṁ phusissantī”ti? Welches Selbst werden dann die Taten betreffen, die von etwas, das ohne Selbst ist, begangen wurden?“
Atha kho bhagavā tassa bhikkhuno cetasā cetoparivitakkamaññāya bhikkhū āmantesi: Da erkannte der Buddha den Gedankengang dieses Mönchs und wandte sich an die Mönche und Nonnen:
“ṭhānaṁ kho panetaṁ, bhikkhave, vijjati yaṁ idhekacco moghapuriso avidvā avijjāgato taṇhādhipateyyena cetasā satthu sāsanaṁ atidhāvitabbaṁ maññeyya: „Es ist möglich, dass ein unnützer Mensch hier, unverständig und unwissend, mit von Verlangen beherrschtem Geist, denkt, er könne die Anleitung des Lehrers überschreiten:
‘iti kira, bho, rūpaṁ anattā, vedanā anattā, saññā anattā, saṅkhārā anattā, viññāṇaṁ anattā; ‚So scheint es, guter Herr, dass Form, Gefühl, Wahrnehmung, Willensbildungsprozesse und Bewusstsein ohne Selbst sind.
anattakatāni kammāni kamattānaṁ phusissantī’ti. Welches Selbst werden dann die Taten betreffen, die von etwas, das ohne Selbst ist, begangen wurden?‘
Paṭivinītā kho me tumhe, bhikkhave, tatra tatra dhammesu. Nun, Mönche und Nonnen, ihr wurdet von mir in Bezug auf all diese Dinge in all diesen Fällen im Fragen erzogen.
Taṁ kiṁ maññatha, bhikkhave, Was denkt ihr, Mönche und Nonnen?
rūpaṁ niccaṁ vā aniccaṁ vā”ti? Ist Form beständig oder unbeständig?“
“Aniccaṁ, bhante”. „Unbeständig, Herr.“
“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vā taṁ sukhaṁ vā”ti? „Aber wenn sie unbeständig ist, ist sie Leiden oder Glück?“
“Dukkhaṁ, bhante”. „Leiden, Herr.“
“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vipariṇāmadhammaṁ, kallaṁ nu taṁ samanupassituṁ: „Aber wenn sie unbeständig und Leiden ist und zugrunde gehen muss, kann man sie dann so ansehen:
‘etaṁ mama, esohamasmi, eso me attā’”ti? ‚Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst‘?“
“No hetaṁ, bhante”. „Nein, Herr.“
“Taṁ kiṁ maññatha, bhikkhave, „Was denkt ihr, Mönche und Nonnen?
vedanā … „Ist Gefühl …
saññā … Ist Wahrnehmung …
saṅkhārā … Sind Willensbildungsprozesse …
viññāṇaṁ niccaṁ vā aniccaṁ vā”ti? Ist Bewusstsein beständig oder unbeständig?“
“Aniccaṁ, bhante”. „Unbeständig, Herr.“
“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vā taṁ sukhaṁ vā”ti? „Aber wenn es unbeständig ist, ist es Leiden oder Glück?“
“Dukkhaṁ, bhante”. „Leiden, Herr.“
“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vipariṇāmadhammaṁ, kallaṁ nu taṁ samanupassituṁ: „Aber wenn es unbeständig und Leiden ist und zugrunde gehen muss, kann man es dann so ansehen:
‘etaṁ mama, esohamasmi, eso me attā’”ti? ‚Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst‘?“
“No hetaṁ, bhante”. „Nein, Herr.“
“Tasmātiha, bhikkhave, yaṁ kiñci rūpaṁ atītānāgatapaccuppannaṁ ajjhattaṁ vā bahiddhā vā oḷārikaṁ vā sukhumaṁ vā hīnaṁ vā paṇītaṁ vā yaṁ dūre santike vā sabbaṁ rūpaṁ: ‘netaṁ mama, nesohamasmi, na meso attā’ti evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya daṭṭhabbaṁ. „Daher solltet ihr jegliche Art von Form – vergangen, zukünftig oder gegenwärtig, innen oder außen, grob oder subtil, gering oder hochstehend, fern oder nah: jegliche Form – wahrhaftig mit rechter Weisheit sehen: ‚Das ist nicht mein, das bin nicht ich, das ist nicht mein Selbst.‘
Yā kāci vedanā … Ihr solltet jegliche Art von Gefühl …
yā kāci saññā … jegliche Art von Wahrnehmung …
ye keci saṅkhārā … jegliche Art von Willensbildungsprozessen …
yaṁ kiñci viññāṇaṁ atītānāgatapaccuppannaṁ ajjhattaṁ vā bahiddhā vā oḷārikaṁ vā sukhumaṁ vā hīnaṁ vā paṇītaṁ vā yaṁ dūre santike vā sabbaṁ viññāṇaṁ: ‘netaṁ mama, nesohamasmi, na meso attā’ti evametaṁ yathābhūtaṁ sammappaññāya daṭṭhabbaṁ. jegliche Art von Bewusstsein – vergangen, zukünftig oder gegenwärtig, innen oder außen, grob oder subtil, gering oder hochstehend, fern oder nah: jegliches Bewusstsein – wahrhaftig mit rechter Weisheit sehen: ‚Das ist nicht mein, das bin nicht ich, das ist nicht mein Selbst.‘
Evaṁ passaṁ, bhikkhave, sutavā ariyasāvako rūpasmimpi nibbindati, vedanāyapi nibbindati, saññāyapi nibbindati, saṅkhāresupi nibbindati, viññāṇasmimpi nibbindati; Wenn er das sieht, wird ein gebildeter edler Schüler ernüchtert von Form, Gefühl, Wahrnehmung, Willensbildungsprozessen und Bewusstsein.
nibbindaṁ virajjati, virāgā vimuccati. Vimuttasmiṁ vimuttamiti ñāṇaṁ hoti. Wenn er ernüchtert ist, schwindet die Leidenschaft. Wenn die Leidenschaft schwindet, ist er befreit. Wenn er befreit ist, weiß er, dass er befreit ist.
‘Khīṇā jāti, vusitaṁ brahmacariyaṁ, kataṁ karaṇīyaṁ, nāparaṁ itthattāyā’ti pajānātī”ti. Er versteht: ‚Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘“
Idamavoca bhagavā. Das sagte der Buddha.
Attamanā te bhikkhū bhagavato bhāsitaṁ abhinandunti. Zufrieden begrüßten die Mönche und Nonnen die Worte des Buddha.
Imasmiñca pana veyyākaraṇasmiṁ bhaññamāne saṭṭhimattānaṁ bhikkhūnaṁ anupādāya āsavehi cittāni vimucciṁsūti. Und während diese Lehrrede gesprochen wurde, wurde der Geist von sechzig Mönchen und Nonnen durch Nicht-Ergreifen von den Befleckungen befreit.
Mahāpuṇṇamasuttaṁ niṭṭhitaṁ navamaṁ.