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Majjhima Nikāya 141 Mittlere Lehrreden 141

Saccavibhaṅgasutta Die Aufgliederung der Wahrheiten

Evaṁ me sutaṁ—So habe ich es gehört:

ekaṁ samayaṁ bhagavā bārāṇasiyaṁ viharati isipatane migadāye. Einmal hielt sich der Buddha bei Varanasi auf, im Wildpark bei Isipatana.

Tatra kho bhagavā bhikkhū āmantesi: Da wandte sich der Buddha an die Mönche und Nonnen:

“bhikkhavo”ti. „Mönche und Nonnen!“

“Bhadante”ti te bhikkhū bhagavato paccassosuṁ. „Ehrwürdiger Herr“, antworteten sie.

Bhagavā etadavoca: Der Buddha sagte:

“Tathāgatena, bhikkhave, arahatā sammāsambuddhena bārāṇasiyaṁ isipatane migadāye anuttaraṁ dhammacakkaṁ pavattitaṁ appaṭivattiyaṁ samaṇena vā brāhmaṇena vā devena vā mārena vā brahmunā vā kenaci vā lokasmiṁ, yadidaṁ—„Bei Varanasi, im Wildpark bei Isipatana, hat der Klargewordene, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha das unübertreffliche Rad des Dhamma vorwärts gerollt. Und dieses Rad kann von keinem Asketen oder Brahmanen oder Gott oder Māra oder Brahmā oder von irgendjemandem in der Welt zurückgerollt werden.

catunnaṁ ariyasaccānaṁ ācikkhanā desanā paññāpanā paṭṭhapanā vivaraṇā vibhajanā uttānīkammaṁ. Es ist das Erklären, Lehren, Feststellen, Etablieren, Klarstellen, Aufgliedern und Enthüllen der vier edlen Wahrheiten.

Katamesaṁ catunnaṁ? Welcher vier?

Dukkhassa ariyasaccassa ācikkhanā desanā paññāpanā paṭṭhapanā vivaraṇā vibhajanā uttānīkammaṁ, dukkhasamudayassa ariyasaccassa ācikkhanā desanā paññāpanā paṭṭhapanā vivaraṇā vibhajanā uttānīkammaṁ, dukkhanirodhassa ariyasaccassa ācikkhanā desanā paññāpanā paṭṭhapanā vivaraṇā vibhajanā uttānīkammaṁ, dukkhanirodhagāminiyā paṭipadāya ariyasaccassa ācikkhanā desanā paññāpanā paṭṭhapanā vivaraṇā vibhajanā uttānīkammaṁ. Der edlen Wahrheiten vom Leiden, vom Ursprung des Leidens, vom Aufhören des Leidens und von der Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.

Tathāgatena, bhikkhave, arahatā sammāsambuddhena bārāṇasiyaṁ isipatane migadāye anuttaraṁ dhammacakkaṁ pavattitaṁ appaṭivattiyaṁ samaṇena vā brāhmaṇena vā devena vā mārena vā brahmunā vā kenaci vā lokasmiṁ, yadidaṁ—Bei Varanasi, im Wildpark bei Isipatana, hat der Klargewordene, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha das unübertreffliche Rad des Dhamma vorwärts gerollt. Und dieses Rad kann von keinem Asketen oder Brahmanen oder Gott oder Māra oder Brahmā oder von irgendjemandem in der Welt zurückgerollt werden.

imesaṁ catunnaṁ ariyasaccānaṁ ācikkhanā desanā paññāpanā paṭṭhapanā vivaraṇā vibhajanā uttānīkammaṁ. Es ist das Erklären, Lehren, Feststellen, Etablieren, Klarstellen, Aufgliedern und Enthüllen der vier edlen Wahrheiten.

Sevatha, bhikkhave, sāriputtamoggallāne; Mönche und Nonnen, ihr sollt mit Sāriputta und Moggallāna Freundschaft pflegen.

bhajatha, bhikkhave, sāriputtamoggallāne. Ihr sollt euch mit Sāriputta und Moggallāna verbinden.

Paṇḍitā bhikkhū anuggāhakā sabrahmacārīnaṁ. Sie sind klug, und sie unterstützen ihre geistlichen Gefährten.

Seyyathāpi, bhikkhave, janetā, evaṁ sāriputto; Sāriputta ist wie jemand, der das Kind zur Welt bringt,

seyyathāpi jātassa āpādetā, evaṁ moggallāno. und Moggallāna ist wie jemand, der es aufzieht.

Sāriputto, bhikkhave, sotāpattiphale vineti, moggallāno uttamatthe. Sāriputta führt einen zur Frucht des Stromeintritts und Moggallāna zum höchsten Ziel.

Sāriputto, bhikkhave, pahoti cattāri ariyasaccāni vitthārena ācikkhituṁ desetuṁ paññāpetuṁ paṭṭhapetuṁ vivarituṁ vibhajituṁ uttānīkātun”ti. Sāriputta ist in der Lage, die vier edlen Wahrheiten ausführlich zu erklären, zu lehren, festzustellen, zu etablieren, klarzustellen, aufzugliedern und zu enthüllen.“

Idamavoca bhagavā. Das sagte der Buddha.

Idaṁ vatvāna sugato uṭṭhāyāsanā vihāraṁ pāvisi. Nachdem er geendet hatte, erhob sich der Heilige von seinem Sitz und ging zu seiner Hütte.

Tatra kho āyasmā sāriputto acirapakkantassa bhagavato bhikkhū āmantesi: Kurz nachdem der Buddha gegangen war, sprach der Ehrwürdige Sāriputta zu den Mönchen und Nonnen:

“āvuso bhikkhave”ti. „Geehrte, Mönche und Nonnen!“

“Āvuso”ti kho te bhikkhū āyasmato sāriputtassa paccassosuṁ. „Geehrter“, antworteten sie.

Āyasmā sāriputto etadavoca: Sāriputta sagte:

“Tathāgatena, āvuso, arahatā sammāsambuddhena bārāṇasiyaṁ isipatane migadāye anuttaraṁ dhammacakkaṁ pavattitaṁ appaṭivattiyaṁ samaṇena vā brāhmaṇena vā devena vā mārena vā brahmunā vā kenaci vā lokasmiṁ, yadidaṁ—„Bei Varanasi, im Wildpark bei Isipatana, hat der Klargewordene, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha das unübertreffliche Rad des Dhamma vorwärts gerollt. Und dieses Rad kann von keinem Asketen oder Brahmanen oder Gott oder Māra oder Brahmā oder von irgendjemandem in der Welt zurückgerollt werden.

catunnaṁ ariyasaccānaṁ ācikkhanā desanā paññāpanā paṭṭhapanā vivaraṇā vibhajanā uttānīkammaṁ. Es ist das Erklären, Lehren, Feststellen, Etablieren, Klarstellen, Aufgliedern und Enthüllen der vier edlen Wahrheiten.

Katamesaṁ catunnaṁ? Welcher vier?

Dukkhassa ariyasaccassa ācikkhanā desanā paññāpanā paṭṭhapanā vivaraṇā vibhajanā uttānīkammaṁ, dukkhasamudayassa ariyasaccassa ācikkhanā desanā paññāpanā paṭṭhapanā vivaraṇā vibhajanā uttānīkammaṁ, dukkhanirodhassa ariyasaccassa ācikkhanā desanā paññāpanā paṭṭhapanā vivaraṇā vibhajanā uttānīkammaṁ, dukkhanirodhagāminiyā paṭipadāya ariyasaccassa ācikkhanā desanā paññāpanā paṭṭhapanā vivaraṇā vibhajanā uttānīkammaṁ. Der edlen Wahrheiten vom Leiden, vom Ursprung des Leidens, vom Aufhören des Leidens und von der Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.

Katamañcāvuso, dukkhaṁ ariyasaccaṁ? Und was ist die edle Wahrheit vom Leiden?

Jātipi dukkhā, jarāpi dukkhā, maraṇampi dukkhaṁ, sokaparidevadukkhadomanassupāyāsāpi dukkhā, yampicchaṁ na labhati tampi dukkhaṁ; saṅkhittena pañcupādānakkhandhā dukkhā. Wiedergeburt ist Leiden; Alter ist Leiden; Krankheit ist Leiden; Tod ist Leiden; Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis sind Leiden; nicht bekommen, was man wünscht, ist Leiden. Kurz, die fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate sind Leiden.

Katamā cāvuso, jāti? Und was ist Wiedergeburt?

Yā tesaṁ tesaṁ sattānaṁ tamhi tamhi sattanikāye jāti sañjāti okkanti abhinibbatti khandhānaṁ pātubhāvo āyatanānaṁ paṭilābho, Die Wiedergeburt, der Anfang, die Empfängnis, die Reinkarnation, die Manifestation der Aggregate und der Erwerb der Sinnesfelder bei den verschiedenen Wesen der verschiedenen Gattungen von Wesen –

ayaṁ vuccatāvuso: ‘jāti’. das nennt man Wiedergeburt.

Katamā cāvuso, jarā? Und was ist Alter?

Yā tesaṁ tesaṁ sattānaṁ tamhi tamhi sattanikāye jarā jīraṇatā khaṇḍiccaṁ pāliccaṁ valittacatā āyuno saṁhāni indriyānaṁ paripāko, Das Alter, das Herunterkommen, bröckelige Zähne, graue Haare, runzelige Haut, abnehmende Lebensenergie und versagende Sinneskräfte bei den verschiedenen Wesen der verschiedenen Gattungen von Wesen –

ayaṁ vuccatāvuso: ‘jarā’. das nennt man Alter.

Katamañcāvuso, maraṇaṁ? Und was ist Tod?

Yā tesaṁ tesaṁ sattānaṁ tamhā tamhā sattanikāyā cuti cavanatā bhedo antaradhānaṁ maccu maraṇaṁ kālaṅkiriyā khandhānaṁ bhedo kaḷevarassa nikkhepo jīvitindriyassupacchedo, Das Hinscheiden, Dahingehen, Auseinanderbrechen, Ableben, die Sterblichkeit, der Tod, der Hingang, das Auseinanderbrechen der Aggregate, das Ablegen der Leiche und das Abschneiden der Lebenskraft bei den verschiedenen Wesen der verschiedenen Gattungen von Wesen –

idaṁ vuccatāvuso: ‘maraṇaṁ’. das nennt man Tod.

Katamo cāvuso, soko? Und was ist Kummer?

Yo kho, āvuso, aññataraññatarena byasanena samannāgatassa aññataraññatarena dukkhadhammena phuṭṭhassa soko socanā socitattaṁ antosoko antoparisoko, Der Kummer, das Bekümmertsein, der kummervolle Zustand, der innere Kummer, der innerliche tiefe Kummer bei jemandem, der Unglück erlebt und Leiden erfahren hat –

ayaṁ vuccatāvuso: ‘soko’. das nennt man Kummer.

Katamo cāvuso, paridevo? Und was ist Klage?

Yo kho, āvuso, aññataraññatarena byasanena samannāgatassa aññataraññatarena dukkhadhammena phuṭṭhassa ādevo paridevo ādevanā paridevanā ādevitattaṁ paridevitattaṁ, Die Klage, Wehklage, das Klagen und Wehklagen, der Zustand des Klagens und Wehklagens bei jemandem, der Unglück erlebt und Leiden erfahren hat –

ayaṁ vuccatāvuso: ‘paridevo’. das nennt man Klage.

Katamañcāvuso, dukkhaṁ? Und was ist Schmerz?

Yaṁ kho, āvuso, kāyikaṁ dukkhaṁ kāyikaṁ asātaṁ kāyasamphassajaṁ dukkhaṁ asātaṁ vedayitaṁ, Körperlicher Schmerz, körperliches Unwohlsein, das schmerzhafte, unerfreuliche Gefühl, das aus körperlichem Kontakt entsteht –

idaṁ vuccatāvuso: ‘dukkhaṁ’. das nennt man Schmerz.

Katamañcāvuso, domanassaṁ? Und was ist Traurigkeit?

Yaṁ kho, āvuso, cetasikaṁ dukkhaṁ cetasikaṁ asātaṁ manosamphassajaṁ dukkhaṁ asātaṁ vedayitaṁ, Seelischer Schmerz, seelisches Unwohlsein, das schmerzhafte, unerfreuliche Gefühl, das aus Kontakt mit dem Geist entsteht –

idaṁ vuccatāvuso: ‘domanassaṁ’. das nennt man Traurigkeit.

Katamo cāvuso, upāyāso? Und was ist Bedrängnis?

Yo kho, āvuso, aññataraññatarena byasanena samannāgatassa aññataraññatarena dukkhadhammena phuṭṭhassa āyāso upāyāso āyāsitattaṁ upāyāsitattaṁ, Das Bedrängtsein, die Bedrängnis, der Zustand von Bedrängtsein und Bedrängnis bei jemandem, der Unglück erlebt und Leiden erfahren hat –

ayaṁ vuccatāvuso: ‘upāyāso’. das nennt man Bedrängnis.

Katamañcāvuso, yampicchaṁ na labhati tampi dukkhaṁ? Und was bedeutet: ‚Nicht bekommen, was man wünscht, ist Leiden‘?

Jātidhammānaṁ, āvuso, sattānaṁ evaṁ icchā uppajjati: Bei Lebewesen, die wiedergeboren werden müssen, kommt ein Wunsch auf:

‘aho vata mayaṁ na jātidhammā assāma; na ca vata no jāti āgaccheyyā’ti. ‚Ach, dass wir doch nicht wiedergeboren werden müssten! Dass doch die Wiedergeburt nicht zu uns käme!‘

Na kho panetaṁ icchāya pattabbaṁ. Aber das ist durch Wünschen nicht zu erlangen.

Idampi: ‘yampicchaṁ na labhati tampi dukkhaṁ’. Das bedeutet: ‚Nicht bekommen, was man wünscht, ist Leiden‘.

Jarādhammānaṁ, āvuso, sattānaṁ …pe… Bei Lebewesen, die alt werden müssen, …

byādhidhammānaṁ, āvuso, sattānaṁ … die krank werden müssen …

maraṇadhammānaṁ, āvuso, sattānaṁ … die sterben müssen …

sokaparidevadukkhadomanassupāyāsadhammānaṁ, āvuso, sattānaṁ evaṁ icchā uppajjati: die Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis erfahren müssen, kommt ein Wunsch auf:

‘aho vata mayaṁ na sokaparidevadukkhadomanassupāyāsadhammā assāma; na ca vata no sokaparidevadukkhadomanassupāyāsā āgaccheyyun’ti. ‚Ach, dass wir doch nicht Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis erfahren müssten! Dass doch Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis nicht zu uns kämen!‘

Na kho panetaṁ icchāya pattabbaṁ. Aber das ist durch Wünschen nicht zu erlangen.

Idampi: ‘yampicchaṁ na labhati tampi dukkhaṁ’. Das bedeutet: ‚Nicht bekommen, was man wünscht, ist Leiden‘.

Katame cāvuso, saṅkhittena pañcupādānakkhandhā dukkhā? Und was bedeutet: ‚Kurz, die fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate sind Leiden‘?

Seyyathidaṁ—rūpupādānakkhandho, vedanupādānakkhandho, saññupādānakkhandho, saṅkhārupādānakkhandho, viññāṇupādānakkhandho. Es sind die mit Ergreifen verbundenen Aggregate, die aus Form, Gefühl, Wahrnehmung, Willensbildungsprozessen und Bewusstsein bestehen.

Ime vuccantāvuso: ‘saṅkhittena pañcupādānakkhandhā dukkhā’. Das bedeutet: ‚Kurz, die fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate sind Leiden‘.

Idaṁ vuccatāvuso: ‘dukkhaṁ ariyasaccaṁ’. Das nennt man die edle Wahrheit vom Leiden.

Katamañcāvuso, dukkhasamudayaṁ ariyasaccaṁ? Und was ist die edle Wahrheit vom Ursprung des Leidens?

Yāyaṁ taṇhā ponobbhavikā nandīrāgasahagatā tatratatrābhinandinī, seyyathidaṁ—Es ist das Verlangen, das zu künftigen Leben führt. Es ist mit Genießen und Gier vermischt und vergnügt sich überall, wo es ankommt: nämlich

kāmataṇhā bhavataṇhā vibhavataṇhā, Verlangen nach Sinnenfreuden, Verlangen danach, das Dasein fortzusetzen, und Verlangen danach, das Dasein zu beenden.

idaṁ vuccatāvuso: ‘dukkhasamudayaṁ ariyasaccaṁ’. Das nennt man die edle Wahrheit vom Ursprung des Leidens.

Katamañcāvuso, dukkhanirodhaṁ ariyasaccaṁ? Und was ist die edle Wahrheit vom Aufhören des Leidens?

Yo tassāyeva taṇhāya asesavirāganirodho cāgo paṭinissaggo mutti anālayo, Es ist das restlose Schwinden und Aufhören eben dieses Verlangens, es herzugeben, loszulassen, freizusetzen und nicht daran festzuhalten.

idaṁ vuccatāvuso: ‘dukkhanirodhaṁ ariyasaccaṁ’. Das nennt man die edle Wahrheit vom Aufhören des Leidens.

Katamañcāvuso, dukkhanirodhagāminī paṭipadā ariyasaccaṁ? Und was ist die edle Wahrheit von der Übung, die zum Aufhören des Leidens führt?

Ayameva ariyo aṭṭhaṅgiko maggo, seyyathidaṁ—Es ist einfach dieser edle achtfache Pfad: nämlich

sammādiṭṭhi, sammāsaṅkappo, sammāvācā, sammākammanto, sammāājīvo, sammāvāyāmo, sammāsati, sammāsamādhi. rechte Ansicht, rechtes Denken, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Lebenserwerb, rechter Einsatz, rechte Achtsamkeit und rechte Versenkung.

Katamā cāvuso, sammādiṭṭhi? Und was ist rechte Ansicht?

Yaṁ kho, āvuso, dukkhe ñāṇaṁ, dukkhasamudaye ñāṇaṁ, dukkhanirodhe ñāṇaṁ, dukkhanirodhagāminiyā paṭipadāya ñāṇaṁ, Man kennt das Leiden, den Ursprung des Leidens, das Aufhören des Leidens und die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.

ayaṁ vuccatāvuso: ‘sammādiṭṭhi’. Das nennt man rechte Ansicht.

Katamo cāvuso, sammāsaṅkappo? Und was ist rechtes Denken?

Nekkhammasaṅkappo, abyāpādasaṅkappo, avihiṁsāsaṅkappo, Es sind entsagende, wohlwollende und mildherzige Gedanken.

ayaṁ vuccatāvuso: ‘sammāsaṅkappo’. Das nennt man rechtes Denken.

Katamā cāvuso, sammāvācā? Und was ist rechte Rede?

Musāvādā veramaṇī, pisuṇāya vācāya veramaṇī, pharusāya vācāya veramaṇī, samphappalāpā veramaṇī, Man unterlässt den Gebrauch falscher, entzweiender, harter oder unsinniger Rede.

ayaṁ vuccatāvuso: ‘sammāvācā’. Das nennt man rechte Rede.

Katamo cāvuso, sammākammanto? Und was ist rechtes Handeln?

Pāṇātipātā veramaṇī, adinnādānā veramaṇī, kāmesumicchācārā veramaṇī, Man unterlässt es, lebende Geschöpfe zu töten, zu stehlen und sexuelle Verfehlungen zu begehen.

ayaṁ vuccatāvuso: ‘sammākammanto’. Das nennt man rechtes Handeln.

Katamo cāvuso, sammāājīvo? Und was ist rechter Lebenserwerb?

Idhāvuso, ariyasāvako micchāājīvaṁ pahāya sammāājīvena jīvikaṁ kappeti, Es ist, wenn ein edler Schüler falschen Lebenserwerb aufgibt und seinen Unterhalt mit rechtem Lebenserwerb verdient.

ayaṁ vuccatāvuso: ‘sammāājīvo’. Das nennt man rechten Lebenserwerb.

Katamo cāvuso, sammāvāyāmo? Und was ist rechter Einsatz?

Idhāvuso, bhikkhu anuppannānaṁ pāpakānaṁ akusalānaṁ dhammānaṁ anuppādāya chandaṁ janeti vāyamati vīriyaṁ ārabhati cittaṁ paggaṇhāti padahati, Da entwickelt ein Mönch Enthusiasmus, setzt sich ein, rüttelt seine Energie auf, gebraucht seinen Geist und bemüht sich, damit schlechte, untaugliche Eigenschaften nicht aufkommen.

uppannānaṁ pāpakānaṁ akusalānaṁ dhammānaṁ pahānāya chandaṁ janeti vāyamati vīriyaṁ ārabhati cittaṁ paggaṇhāti padahati, Er entwickelt Enthusiasmus, setzt sich ein, rüttelt seine Energie auf, gebraucht seinen Geist und bemüht sich, damit schlechte, untaugliche Eigenschaften, die aufgekommen sind, aufgegeben werden.

anuppannānaṁ kusalānaṁ dhammānaṁ uppādāya chandaṁ janeti vāyamati vīriyaṁ ārabhati cittaṁ paggaṇhāti padahati, Er entwickelt Enthusiasmus, setzt sich ein, rüttelt seine Energie auf, gebraucht seinen Geist und bemüht sich, damit taugliche Eigenschaften aufkommen.

uppannānaṁ kusalānaṁ dhammānaṁ ṭhitiyā asammosāya bhiyyobhāvāya vepullāya bhāvanāya pāripūriyā chandaṁ janeti vāyamati vīriyaṁ ārabhati cittaṁ paggaṇhāti padahati, Er entwickelt Enthusiasmus, setzt sich ein, rüttelt seine Energie auf, gebraucht seinen Geist und bemüht sich, damit taugliche Eigenschaften, die aufgekommen sind, bleiben, nicht verloren gehen, sondern anwachsen, reifen und sich vollständig entwickeln.

ayaṁ vuccatāvuso: ‘sammāvāyāmo’. Das nennt man rechten Einsatz.

Katamā cāvuso, sammāsati? Und was ist rechte Achtsamkeit?

Idhāvuso, bhikkhu kāye kāyānupassī viharati ātāpī sampajāno satimā vineyya loke abhijjhādomanassaṁ. Da meditiert ein Mönch, indem er einen Aspekt des Körpers beobachtet – eifrig, bewusst und achtsam, frei von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit gegenüber der Welt.

Vedanāsu vedanānupassī viharati …pe… Er meditiert, indem er einen Aspekt der Gefühle beobachtet …

citte cittānupassī viharati … indem er einen Aspekt des Geistes beobachtet …

dhammesu dhammānupassī viharati ātāpī sampajāno satimā vineyya loke abhijjhādomanassaṁ, indem er einen Aspekt der natürlichen Gesetzmäßigkeiten beobachtet – eifrig, bewusst und achtsam, frei von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit gegenüber der Welt.

ayaṁ vuccatāvuso: ‘sammāsati’. Das nennt man rechte Achtsamkeit.

Katamo cāvuso, sammāsamādhi? Und was ist rechte Versenkung?

Idhāvuso, bhikkhu vivicceva kāmehi vivicca akusalehi dhammehi savitakkaṁ savicāraṁ vivekajaṁ pītisukhaṁ paṭhamaṁ jhānaṁ upasampajja viharati, Da tritt ein Mönch, ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, in die erste Vertiefung ein und verweilt darin; da gibt es aus Abgeschiedenheit geborene Ekstase und Seligkeit, während er den Geist ausrichtet und hält.

vitakkavicārānaṁ vūpasamā ajjhattaṁ sampasādanaṁ cetaso ekodibhāvaṁ avitakkaṁ avicāraṁ samādhijaṁ pītisukhaṁ dutiyaṁ jhānaṁ upasampajja viharati, Wenn das Ausrichten und Halten des Geistes sich beruhigt, tritt er in die zweite Vertiefung ein und verweilt darin; da gibt es aus Versenkung geborene Ekstase und Seligkeit, mit innerer Klarheit und geeintem Geist, ohne Ausrichten und Halten.

pītiyā ca virāgā upekkhako ca viharati …pe… tatiyaṁ jhānaṁ …pe… Und mit dem Schwinden der Ekstase tritt er in die dritte Vertiefung ein und verweilt darin; da meditiert er mit Gleichmut, achtsam und bewusst, und erfährt persönlich die Seligkeit, von der die Edlen erklären: ‚Gleichmütig und achtsam meditiert man in Seligkeit.‘

catutthaṁ jhānaṁ upasampajja viharati, Indem er Glück und Schmerz aufgibt, und mit dem Enden früherer Fröhlichkeit und Traurigkeit, tritt er in die vierte Vertiefung ein und verweilt darin, ohne Glück oder Schmerz, mit reinem Gleichmut und reiner Achtsamkeit.

ayaṁ vuccatāvuso: ‘sammāsamādhi’. Das nennt man rechte Versenkung.

Idaṁ vuccatāvuso: ‘dukkhanirodhagāminī paṭipadā ariyasaccaṁ’. Das nennt man die edle Wahrheit von der Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.

Tathāgatenāvuso, arahatā sammāsambuddhena bārāṇasiyaṁ isipatane migadāye anuttaraṁ dhammacakkaṁ pavattitaṁ appaṭivattiyaṁ samaṇena vā brāhmaṇena vā devena vā mārena vā brahmunā vā kenaci vā lokasmiṁ, yadidaṁ—Bei Varanasi, im Wildpark bei Isipatana, hat der Klargewordene, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha das unübertreffliche Rad des Dhamma vorwärts gerollt. Und dieses Rad kann von keinem Asketen oder Brahmanen oder Gott oder Māra oder Brahmā oder von irgendjemandem in der Welt zurückgerollt werden.

imesaṁ catunnaṁ ariyasaccānaṁ ācikkhanā desanā paññāpanā paṭṭhapanā vivaraṇā vibhajanā uttānīkamman”ti. Es ist das Erklären, Lehren, Feststellen, Etablieren, Klarstellen, Aufgliedern und Enthüllen der vier edlen Wahrheiten.“

Idamavoca āyasmā sāriputto. Das sagte der Ehrwürdige Sāriputta.

Attamanā te bhikkhū āyasmato sāriputtassa bhāsitaṁ abhinandunti. Zufrieden begrüßten die Mönche und Nonnen die Worte des Ehrwürdigen Sāriputta.

Saccavibhaṅgasuttaṁ niṭṭhitaṁ ekādasamaṁ.
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