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Majjhima Nikāya 145 Mittlere Lehrreden 145

Puṇṇovādasutta Die Unterweisung Puṇṇas

Evaṁ me sutaṁ—So habe ich es gehört:

ekaṁ samayaṁ bhagavā sāvatthiyaṁ viharati jetavane anāthapiṇḍikassa ārāme. Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika.

Atha kho āyasmā puṇṇo sāyanhasamayaṁ paṭisallānā vuṭṭhito yena bhagavā tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā bhagavantaṁ abhivādetvā ekamantaṁ nisīdi. Ekamantaṁ nisinno kho āyasmā puṇṇo bhagavantaṁ etadavoca: Da kam der Ehrwürdige Puṇṇa am späten Nachmittag aus seiner Klausur und ging zum Buddha. Er verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm:

“sādhu maṁ, bhante, bhagavā saṅkhittena ovādena ovadatu, yamahaṁ bhagavato dhammaṁ sutvā eko vūpakaṭṭho appamatto ātāpī pahitatto vihareyyan”ti. „Herr, dass der Buddha mir in kurzer Form eine Dhammaunterweisung gebe. Wenn ich sie gehört habe, werde ich allein leben, zurückgezogen, beflissen, eifrig und entschlossen.“

“Tena hi, puṇṇa, suṇāhi, sādhukaṁ manasi karohi; bhāsissāmī”ti. „Nun, Puṇṇa, hör zu und gebrauche den Geist gut, ich werde sprechen.“

“Evaṁ, bhante”ti kho āyasmā puṇṇo bhagavato paccassosi. „Ja, Herr“, antwortete Puṇṇa.

Bhagavā etadavoca: Der Buddha sagte:

“Santi kho, puṇṇa, cakkhuviññeyyā rūpā iṭṭhā kantā manāpā piyarūpā kāmūpasaṁhitā rajanīyā. „Puṇṇa, es gibt Bilder, die das Auge erkennt, erwünscht, willkommen, angenehm, erfreulich, sinnlich und erregend.

Tañce bhikkhu abhinandati abhivadati ajjhosāya tiṭṭhati. Wenn ein Mönch diesen zustimmt, sie begrüßt und daran weiter festhält,

Tassa taṁ abhinandato abhivadato ajjhosāya tiṭṭhato uppajjati nandī. führt das zu Genießen.

‘Nandīsamudayā dukkhasamudayo, puṇṇā’ti vadāmi. Genießen ist der Ursprung des Leidens, sage ich.

Santi kho, puṇṇa, sotaviññeyyā saddā … Es gibt Töne, die das Ohr erkennt …

ghānaviññeyyā gandhā … Es gibt Gerüche, die die Nase erkennt …

jivhāviññeyyā rasā … Es gibt Geschmäcke, die die Zunge erkennt …

kāyaviññeyyā phoṭṭhabbā … Es gibt Berührungen, die der Körper erkennt …

manoviññeyyā dhammā iṭṭhā kantā manāpā piyarūpā kāmūpasaṁhitā rajanīyā. Es gibt Vorstellungen, die der Geist erkennt, erwünscht, willkommen, angenehm, erfreulich, sinnlich und erregend.

Tañce bhikkhu abhinandati abhivadati ajjhosāya tiṭṭhati. Wenn ein Mönch diesen zustimmt, sie begrüßt und daran weiter festhält,

Tassa taṁ abhinandato abhivadato ajjhosāya tiṭṭhato uppajjati nandī. führt das zu Genießen.

‘Nandīsamudayā dukkhasamudayo, puṇṇā’ti vadāmi. Genießen ist der Ursprung des Leidens, sage ich.

Santi ca kho, puṇṇa, cakkhuviññeyyā rūpā iṭṭhā kantā manāpā piyarūpā kāmūpasaṁhitā rajanīyā. Es gibt Bilder, die das Auge erkennt, erwünscht, willkommen, angenehm, erfreulich, sinnlich und erregend.

Tañce bhikkhu nābhinandati nābhivadati nājjhosāya tiṭṭhati. Wenn ein Mönch diesen nicht zustimmt, sie nicht begrüßt und daran nicht weiter festhält,

Tassa taṁ anabhinandato anabhivadato anajjhosāya tiṭṭhato nandī nirujjhati. hört Genießen auf.

‘Nandīnirodhā dukkhanirodho, puṇṇā’ti vadāmi. Wenn Genießen aufhört, hört das Leiden auf, sage ich.

Santi ca kho, puṇṇa, sotaviññeyyā saddā … Es gibt Töne, die das Ohr erkennt …

ghānaviññeyyā gandhā … Es gibt Gerüche, die die Nase erkennt …

jivhāviññeyyā rasā … Es gibt Geschmäcke, die die Zunge erkennt …

kāyaviññeyyā phoṭṭhabbā … Es gibt Berührungen, die der Körper erkennt …

manoviññeyyā dhammā iṭṭhā kantā manāpā piyarūpā kāmūpasaṁhitā rajanīyā. Es gibt Vorstellungen, die der Geist erkennt, erwünscht, willkommen, angenehm, erfreulich, sinnlich und erregend.

Tañce bhikkhu nābhinandati nābhivadati nājjhosāya tiṭṭhati. Wenn ein Mönch diesen nicht zustimmt, sie nicht begrüßt und daran nicht weiter festhält,

Tassa taṁ anabhinandato anabhivadato anajjhosāya tiṭṭhato nandī nirujjhati. hört Genießen auf.

‘Nandīnirodhā dukkhanirodho, puṇṇā’ti vadāmi. Wenn Genießen aufhört, hört das Leiden auf, sage ich.

Iminā ca tvaṁ, puṇṇa, mayā saṅkhittena ovādena ovadito katarasmiṁ janapade viharissasī”ti? Puṇṇa, jetzt, da ich dir diese kurze Unterweisung gegeben habe, in welchem Land wirst du jetzt leben?“

“Imināhaṁ, bhante, bhagavatā saṅkhittena ovādena ovadito, atthi sunāparanto nāma janapado, tatthāhaṁ viharissāmī”ti. „Herr, da ist ein Land mit Namen Sunāparanta; dort werde ich leben.“

“Caṇḍā kho, puṇṇa, sunāparantakā manussā; „Die Menschen von Sunāparanta sind hitzköpfig und rau, Puṇṇa.

pharusā kho, puṇṇa, sunāparantakā manussā.

Sace taṁ, puṇṇa, sunāparantakā manussā akkosissanti paribhāsissanti, tattha te, puṇṇa, kinti bhavissatī”ti? Wenn sie dich beschimpfen und beleidigen, was wirst du dann von ihnen denken?“

“Sace maṁ, bhante, sunāparantakā manussā akkosissanti paribhāsissanti, tattha me evaṁ bhavissati: „Wenn sie mich beschimpfen und beleidigen, werde ich denken:

‘bhaddakā vatime sunāparantakā manussā, subhaddakā vatime sunāparantakā manussā, yaṁ me nayime pāṇinā pahāraṁ dentī’ti. ‚Diese Menschen von Sunāparanta sind gnädig, wirklich gnädig, da sie mich nicht mit Fäusten schlagen.‘

Evamettha, bhagavā, bhavissati; Das werde ich denken, Gesegneter.

evamettha, sugata, bhavissatī”ti. Das werde ich denken, Heiliger.“

“Sace pana te, puṇṇa, sunāparantakā manussā pāṇinā pahāraṁ dassanti, tattha pana te, puṇṇa, kinti bhavissatī”ti? „Aber wenn sie dich mit Fäusten schlagen, was wirst du dann von ihnen denken?“

“Sace me, bhante, sunāparantakā manussā pāṇinā pahāraṁ dassanti, tattha me evaṁ bhavissati: „Wenn sie mich mit Fäusten schlagen, werde ich denken:

‘bhaddakā vatime sunāparantakā manussā, subhaddakā vatime sunāparantakā manussā, yaṁ me nayime leḍḍunā pahāraṁ dentī’ti. ‚Diese Menschen von Sunāparanta sind gnädig, wirklich gnädig, da sie keine Steine nach mir werfen.‘

Evamettha, bhagavā, bhavissati; Das werde ich denken, Gesegneter.

evamettha, sugata, bhavissatī”ti. Das werde ich denken, Heiliger.“

“Sace pana te, puṇṇa, sunāparantakā manussā leḍḍunā pahāraṁ dassanti, tattha pana te, puṇṇa, kinti bhavissatī”ti? „Aber wenn sie Steine nach dir werfen, was wirst du dann von ihnen denken?“

“Sace me, bhante, sunāparantakā manussā leḍḍunā pahāraṁ dassanti, tattha me evaṁ bhavissati: „Wenn sie Steine nach mir werfen, werde ich denken:

‘bhaddakā vatime sunāparantakā manussā, subhaddakā vatime sunāparantakā manussā, yaṁ me nayime daṇḍena pahāraṁ dentī’ti. ‚Diese Menschen von Sunāparanta sind gnädig, wirklich gnädig, da sie mich nicht mit einem Knüppel schlagen.‘

Evamettha, bhagavā, bhavissati; Das werde ich denken, Gesegneter.

evamettha, sugata, bhavissatī”ti. Das werde ich denken, Heiliger.“

“Sace pana te, puṇṇa, sunāparantakā manussā daṇḍena pahāraṁ dassanti, tattha pana te, puṇṇa, kinti bhavissatī”ti? „Aber wenn sie dich mit einem Knüppel schlagen, was wirst du dann von ihnen denken?“

“Sace me, bhante, sunāparantakā manussā daṇḍena pahāraṁ dassanti, tattha me evaṁ bhavissati: „Wenn sie mich mit einem Knüppel schlagen, werde ich denken:

‘bhaddakā vatime sunāparantakā manussā, subhaddakā vatime sunāparantakā manussā, yaṁ me nayime satthena pahāraṁ dentī’ti. ‚Diese Menschen von Sunāparanta sind gnädig, wirklich gnädig, da sie mich nicht mit einem Messer stechen.‘

Evamettha, bhagavā, bhavissati; Das werde ich denken, Gesegneter.

evamettha, sugata, bhavissatī”ti. Das werde ich denken, Heiliger.“

“Sace pana te, puṇṇa, sunāparantakā manussā satthena pahāraṁ dassanti, tattha pana te, puṇṇa, kinti bhavissatī”ti? „Aber wenn sie dich mit einem Messer stechen, was wirst du dann von ihnen denken?“

“Sace me, bhante, sunāparantakā manussā satthena pahāraṁ dassanti, tattha me evaṁ bhavissati: „Wenn sie mich mit einem Messer stechen, werde ich denken:

‘bhaddakā vatime sunāparantakā manussā, subhaddakā vatime sunāparantakā manussā, yaṁ maṁ nayime tiṇhena satthena jīvitā voropentī’ti. ‚Diese Menschen von Sunāparanta sind gnädig, wirklich gnädig, da sie mir nicht mit einem scharfen Messer das Leben nehmen.‘

Evamettha, bhagavā, bhavissati; Das werde ich denken, Gesegneter.

evamettha, sugata, bhavissatī”ti. Das werde ich denken, Heiliger.“

“Sace pana taṁ, puṇṇa, sunāparantakā manussā tiṇhena satthena jīvitā voropessanti, tattha pana te, puṇṇa, kinti bhavissatī”ti? „Aber wenn sie dir mit einem scharfen Messer das Leben nehmen, was wirst du dann von ihnen denken?“

“Sace maṁ, bhante, sunāparantakā manussā tiṇhena satthena jīvitā voropessanti, tattha me evaṁ bhavissati: „Wenn sie mir mit einem scharfen Messer das Leben nehmen, werde ich denken:

‘santi kho bhagavato sāvakā kāye ca jīvite ca aṭṭīyamānā harāyamānā jigucchamānā satthahārakaṁ pariyesanti. Taṁ me idaṁ apariyiṭṭhaṁyeva satthahārakaṁ laddhan’ti. ‚Es gibt Schüler des Buddha, die jemanden gesucht haben, der ihnen das Leben nimmt, weil sie von ihrem Körper und vom Leben entsetzt, abgestoßen und angewidert waren. Ich habe das gefunden, ohne danach zu suchen!‘

Evamettha, bhagavā, bhavissati; Das werde ich denken, Gesegneter.

evamettha, sugata, bhavissatī”ti. Das werde ich denken, Heiliger.“

“Sādhu sādhu, puṇṇa. „Gut, gut, Puṇṇa!

Sakkhissasi kho tvaṁ, puṇṇa, iminā damūpasamena samannāgato sunāparantasmiṁ janapade viharituṁ. Da du solche Selbstbeherrschung besitzt und so friedlich bist, wirst du wohl in der Lage sein, in Sunāparanta zu leben.

Yassadāni tvaṁ, puṇṇa, kālaṁ maññasī”ti. Nun, Puṇṇa, geh nach deinem Belieben.“

Atha kho āyasmā puṇṇo bhagavato bhāsitaṁ abhinanditvā anumoditvā uṭṭhāyāsanā bhagavantaṁ abhivādetvā padakkhiṇaṁ katvā senāsanaṁ saṁsāmetvā pattacīvaramādāya yena sunāparanto janapado tena cārikaṁ pakkāmi. Da begrüßte Puṇṇa die Worte des Buddha und stimmte ihm zu. Er erhob sich von seinem Sitz, verbeugte sich und umrundete den Buddha respektvoll, die rechte Seite ihm zugewandt. Dann brachte er seine Unterkunft in Ordnung, nahm Schale und Robe und brach nach Sunāparanta auf.

Anupubbena cārikaṁ caramāno yena sunāparanto janapado tadavasari. Er wanderte Stück für Stück, bis er nach Sunāparanta kam,

Tatra sudaṁ āyasmā puṇṇo sunāparantasmiṁ janapade viharati. und blieb da.

Atha kho āyasmā puṇṇo tenevantaravassena pañcamattāni upāsakasatāni paṭivedesi, tenevantaravassena pañcamattāni upāsikasatāni paṭivedesi, tenevantaravassena tisso vijjā sacchākāsi. Während dieser Regenzeit bestätigte der Ehrwürdige Puṇṇa etwa fünfhundert Laienschüler und fünfhundert Laienschülerinnen. Und in der gleichen Regenzeit verwirklichte er das dreifache Wissen.

Atha kho āyasmā puṇṇo aparena samayena parinibbāyi. Doch nach einiger Zeit erlosch er vollkommen.

Atha kho sambahulā bhikkhū yena bhagavā tenupasaṅkamiṁsu; upasaṅkamitvā bhagavantaṁ abhivādetvā ekamantaṁ nisīdiṁsu. Ekamantaṁ nisinnā kho te bhikkhū bhagavantaṁ etadavocuṁ: Da gingen mehrere Mönche und Nonnen zum Buddha, verbeugten sich, setzten sich zur Seite hin und sagten zu ihm:

“yo so, bhante, puṇṇo nāma kulaputto bhagavatā saṅkhittena ovādena ovadito so kālaṅkato. „Herr, der ehrbare Mensch mit Namen Puṇṇa, der vom Buddha kurz unterwiesen worden war, ist gestorben.

Tassa kā gati, ko abhisamparāyo”ti? Wo wurde er im nächsten Leben wiedergeboren?“

“Paṇḍito, bhikkhave, puṇṇo kulaputto paccapādi dhammassānudhammaṁ, na ca maṁ dhammādhikaraṇaṁ viheṭhesi. „Mönche und Nonnen, Puṇṇa war klug. Er übte im Einklang mit den Lehren und machte mir wegen der Lehren keine Mühe.

Parinibbuto, bhikkhave, puṇṇo kulaputto”ti. Puṇṇa ist vollkommen verloschen.“

Idamavoca bhagavā. Das sagte der Buddha.

Attamanā te bhikkhū bhagavato bhāsitaṁ abhinandunti. Zufrieden begrüßten die Mönche und Nonnen die Worte des Buddha.

Puṇṇovādasuttaṁ niṭṭhitaṁ tatiyaṁ.
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