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Saṁyutta Nikāya 22.55 Verbundene Lehrreden 22.55

6. Upayavagga 6. Das Kapitel über Einbindung

Udānasutta Ein inniger Spruch

Sāvatthinidānaṁ. In Sāvatthī.

Tatra kho bhagavā udānaṁ udānesi: Da drückte der Buddha dieses innige Gefühl aus:

“‘no cassaṁ, no ca me siyā, nābhavissa, na me bhavissatī’ti—„‚Es könnte nicht sein, und es könnte nicht mein sein. Es wird nicht sein, und es wird nicht mein sein.‘

evaṁ adhimuccamāno bhikkhu chindeyya orambhāgiyāni saṁyojanānī”ti. Ein Mönch, der sich dieses fest vornimmt, kann die niederen Fesseln durchtrennen.“

Evaṁ vutte, aññataro bhikkhu bhagavantaṁ etadavoca: Daraufhin sagte einer der Mönche zum Buddha:

“yathā kathaṁ pana, bhante, ‘no cassaṁ, no ca me siyā, nābhavissa, na me bhavissatī’ti—„Aber wie, Herr,

evaṁ adhimuccamāno bhikkhu chindeyya orambhāgiyāni saṁyojanānī”ti? kann ein Mönch, der sich dieses fest vornimmt, die niederen Fesseln durchtrennen?“

“Idha, bhikkhu, assutavā puthujjano ariyānaṁ adassāvī …pe… „Mönch, da hat ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch die Edlen nicht gesehen und ist in der Lehre der Edlen nicht bewandert und geschult. Er hat keine wahren Menschen gesehen und ist in der Lehre der wahren Menschen nicht bewandert und geschult.

sappurisadhamme avinīto rūpaṁ attato samanupassati, rūpavantaṁ vā attānaṁ; attani vā rūpaṁ, rūpasmiṁ vā attānaṁ. Er betrachtet Form als das Selbst, das Selbst als etwas, das Form hat, Form als im Selbst oder das Selbst als in der Form.

Vedanaṁ … Er betrachtet Gefühl als das Selbst …

saññaṁ … Er betrachtet Wahrnehmung als das Selbst …

saṅkhāre … Er betrachtet Willensbildungsprozesse als das Selbst …

viññāṇaṁ attato samanupassati, viññāṇavantaṁ vā attānaṁ; attani vā viññāṇaṁ, viññāṇasmiṁ vā attānaṁ. Er betrachtet Bewusstsein als das Selbst, das Selbst als etwas, das Bewusstsein hat, Bewusstsein als im Selbst oder das Selbst als im Bewusstsein.

So aniccaṁ rūpaṁ ‘aniccaṁ rūpan’ti yathābhūtaṁ nappajānāti, Er versteht Form, die unbeständig ist, nicht wahrhaftig als unbeständig.

aniccaṁ vedanaṁ ‘aniccā vedanā’ti yathābhūtaṁ nappajānāti, Er versteht Gefühl, das unbeständig ist, nicht wahrhaftig als unbeständig.

aniccaṁ saññaṁ ‘aniccā saññā’ti yathābhūtaṁ nappajānāti, Er versteht Wahrnehmung, die unbeständig ist, nicht wahrhaftig als unbeständig.

anicce saṅkhāre ‘aniccā saṅkhārā’ti yathābhūtaṁ nappajānāti, Er versteht Willensbildungsprozesse, die unbeständig sind, nicht wahrhaftig als unbeständig.

aniccaṁ viññāṇaṁ ‘aniccaṁ viññāṇan’ti yathābhūtaṁ nappajānāti. Er versteht Bewusstsein, das unbeständig ist, nicht wahrhaftig als unbeständig.

Dukkhaṁ rūpaṁ ‘dukkhaṁ rūpan’ti yathābhūtaṁ nappajānāti, Er versteht Form, die Leiden ist, nicht wahrhaftig als Leiden.

dukkhaṁ vedanaṁ … Er versteht Gefühl, das Leiden ist, nicht wahrhaftig als Leiden.

dukkhaṁ saññaṁ … Er versteht Wahrnehmung, die Leiden ist, nicht wahrhaftig als Leiden.

dukkhe saṅkhāre … Er versteht Willensbildungsprozesse, die Leiden sind, nicht wahrhaftig als Leiden.

dukkhaṁ viññāṇaṁ ‘dukkhaṁ viññāṇan’ti yathābhūtaṁ nappajānāti. Er versteht Bewusstsein, das Leiden ist, nicht wahrhaftig als Leiden.

Anattaṁ rūpaṁ ‘anattā rūpan’ti yathābhūtaṁ nappajānāti, Er versteht Form, die ohne Selbst ist, nicht wahrhaftig als ohne Selbst.

anattaṁ vedanaṁ ‘anattā vedanā’ti yathābhūtaṁ nappajānāti, Er versteht Gefühl, das ohne Selbst ist, nicht wahrhaftig als ohne Selbst.

anattaṁ saññaṁ ‘anattā saññā’ti yathābhūtaṁ nappajānāti, Er versteht Wahrnehmung, die ohne Selbst ist, nicht wahrhaftig als ohne Selbst.

anatte saṅkhāre ‘anattā saṅkhārā’ti yathābhūtaṁ nappajānāti, Er versteht Willensbildungsprozesse, die ohne Selbst sind, nicht wahrhaftig als ohne Selbst.

anattaṁ viññāṇaṁ ‘anattā viññāṇan’ti yathābhūtaṁ nappajānāti. Er versteht Bewusstsein, das ohne Selbst ist, nicht wahrhaftig als ohne Selbst.

Saṅkhataṁ rūpaṁ ‘saṅkhataṁ rūpan’ti yathābhūtaṁ nappajānāti, Er versteht Form, die bedingt ist, nicht wahrhaftig als bedingt.

saṅkhataṁ vedanaṁ … Er versteht Gefühl, das bedingt ist, nicht wahrhaftig als bedingt.

saṅkhataṁ saññaṁ … Er versteht Wahrnehmung, die bedingt ist, nicht wahrhaftig als bedingt.

saṅkhate saṅkhāre … Er versteht Willensbildungsprozesse, die bedingt sind, nicht wahrhaftig als bedingt.

saṅkhataṁ viññāṇaṁ ‘saṅkhataṁ viññāṇan’ti yathābhūtaṁ nappajānāti. Er versteht Bewusstsein, das bedingt ist, nicht wahrhaftig als bedingt.

Rūpaṁ vibhavissatīti yathābhūtaṁ nappajānāti. Er versteht nicht wahrhaftig, dass Form verschwinden wird.

Vedanā vibhavissati … Er versteht nicht wahrhaftig, dass Gefühl verschwinden wird.

saññā vibhavissati … Er versteht nicht wahrhaftig, dass Wahrnehmung verschwinden wird.

saṅkhārā vibhavissanti … Er versteht nicht wahrhaftig, dass Willensbildungsprozesse verschwinden werden.

viññāṇaṁ vibhavissatīti yathābhūtaṁ nappajānāti. Er versteht nicht wahrhaftig, dass Bewusstsein verschwinden wird.

Sutavā ca kho, bhikkhu, ariyasāvako ariyānaṁ dassāvī ariyadhammassa kovido ariyadhamme suvinīto sappurisānaṁ dassāvī sappurisadhammassa kovido sappurisadhamme suvinīto Aber ein gebildeter edler Schüler hat die Edlen gesehen und ist in der Lehre der Edlen bewandert und geschult. Er hat wahre Menschen gesehen und ist in der Lehre der wahren Menschen bewandert und geschult.

na rūpaṁ attato samanupassati …pe… Er betrachtet nicht Form als das Selbst …

na vedanaṁ … Er betrachtet nicht Gefühl als das Selbst …

na saññaṁ … Er betrachtet nicht Wahrnehmung als das Selbst …

na saṅkhāre … Er betrachtet nicht Willensbildungsprozesse als das Selbst …

na viññāṇaṁ attato samanupassati. Er betrachtet nicht Bewusstsein als das Selbst.

So aniccaṁ rūpaṁ ‘aniccaṁ rūpan’ti yathābhūtaṁ pajānāti. Er versteht Form, die unbeständig ist, wahrhaftig als unbeständig.

Aniccaṁ vedanaṁ … Er versteht Gefühl, das unbeständig ist …

aniccaṁ saññaṁ … Wahrnehmung, die unbeständig ist …

anicce saṅkhāre … Willensbildungsprozesse, die unbeständig sind …

aniccaṁ viññāṇaṁ ‘aniccaṁ viññāṇan’ti yathābhūtaṁ pajānāti. Bewusstsein, das unbeständig ist, wahrhaftig als unbeständig.

Dukkhaṁ rūpaṁ …pe… dukkhaṁ viññāṇaṁ … Er versteht Form … Gefühl … Wahrnehmung … Willensbildungsprozesse … Bewusstsein, die alle Leiden sind, wahrhaftig als Leiden.

anattaṁ rūpaṁ …pe… anattaṁ viññāṇaṁ … Er versteht Form … Gefühl … Wahrnehmung … Willensbildungsprozesse … Bewusstsein, die ohne Selbst sind, wahrhaftig als ohne Selbst.

saṅkhataṁ rūpaṁ …pe… saṅkhataṁ viññāṇaṁ ‘saṅkhataṁ viññāṇan’ti yathābhūtaṁ pajānāti. Er versteht Form … Gefühl … Wahrnehmung … Willensbildungsprozesse … Bewusstsein, die bedingt sind, wahrhaftig als bedingt.

Rūpaṁ vibhavissatīti yathābhūtaṁ pajānāti. Er versteht wahrhaftig, dass Form verschwinden wird.

Vedanā … Er versteht wahrhaftig, dass Gefühl …

saññā … dass Wahrnehmung …

saṅkhārā … dass Willensbildungsprozesse …

viññāṇaṁ vibhavissatīti yathābhūtaṁ pajānāti. dass Bewusstsein verschwinden wird.

So rūpassa vibhavā, vedanāya vibhavā, saññāya vibhavā, saṅkhārānaṁ vibhavā, viññāṇassa vibhavā, evaṁ kho, bhikkhu, ‚Es könnte nicht sein, und es könnte nicht mein sein. Es wird nicht sein, und es wird nicht mein sein‘ –

‘no cassaṁ, no ca me siyā, nābhavissa, na me bhavissatī’ti—weil Form, Gefühl, Wahrnehmung, Willensbildungsprozesse und Bewusstsein verschwinden werden,

evaṁ adhimuccamāno bhikkhu chindeyya orambhāgiyāni saṁyojanānī”ti. deshalb kann ein Mönch, der sich dieses fest vornimmt, die niederen Fesseln durchtrennen.“

“Evaṁ adhimuccamāno, bhante, bhikkhu chindeyya orambhāgiyāni saṁyojanānī”ti. „Herr, ein Mönch, der sich dieses fest vornimmt, kann die niederen Fesseln durchtrennen.

“Kathaṁ pana, bhante, jānato kathaṁ passato anantarā āsavānaṁ khayo hotī”ti? Aber wie soll er erkennen und sehen, um die Befleckungen in diesem Leben aufzulösen?“

“Idha, bhikkhu, assutavā puthujjano atasitāye ṭhāne tāsaṁ āpajjati. „Mönch, ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch sorgt sich um Dinge, um die man sich nicht zu sorgen braucht.

Tāso heso bhikkhu assutavato puthujjanassa: Denn ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch sorgt sich:

‘no cassaṁ, no ca me siyā, nābhavissa, na me bhavissatī’ti. ‚Es könnte nicht sein, und es könnte nicht mein sein. Es wird nicht sein, und es wird nicht mein sein.‘

Sutavā ca kho, bhikkhu, ariyasāvako atasitāye ṭhāne na tāsaṁ āpajjati. Ein gebildeter edler Schüler sorgt sich nicht um Dinge, um die man sich nicht zu sorgen braucht.

Na heso, bhikkhu, tāso sutavato ariyasāvakassa: Denn ein gebildeter edler Schüler sorgt sich nicht:

‘no cassaṁ, no ca me siyā, nābhavissa, na me bhavissatī’ti. ‚Es könnte nicht sein, und es könnte nicht mein sein. Es wird nicht sein, und es wird nicht mein sein.‘

Rūpupayaṁ vā, bhikkhu, viññāṇaṁ tiṭṭhamānaṁ tiṭṭheyya, rūpārammaṇaṁ rūpappatiṭṭhaṁ nandūpasecanaṁ vuddhiṁ virūḷhiṁ vepullaṁ āpajjeyya. Solange Bewusstsein besteht, besteht es eingebunden in Form, getragen von Form, gegründet auf Form. Und wenn es von Genießen befeuchtet wird, wächst es, wird größer und kommt zur Reife.

Vedanupayaṁ vā, bhikkhu … Oder Bewusstsein besteht, solange es besteht, eingebunden in Gefühl …

saññupayaṁ vā, bhikkhu … Oder Bewusstsein besteht, solange es besteht, eingebunden in Wahrnehmung …

saṅkhārupayaṁ vā, bhikkhu, viññāṇaṁ tiṭṭhamānaṁ tiṭṭheyya, saṅkhārārammaṇaṁ saṅkhārappatiṭṭhaṁ nandūpasecanaṁ vuddhiṁ virūḷhiṁ vepullaṁ āpajjeyya. Oder Bewusstsein besteht, solange es besteht, eingebunden in Willensbildungsprozesse, getragen von Willensbildungsprozessen, gegründet auf Willensbildungsprozesse. Und wenn es von Genießen befeuchtet wird, wächst es, wird größer und kommt zur Reife.

Yo, bhikkhu, evaṁ vadeyya: Mönch, angenommen, da würde jemand sagen:

‘ahamaññatra rūpā, aññatra vedanāya, aññatra saññāya, aññatra saṅkhārehi viññāṇassa āgatiṁ vā gatiṁ vā cutiṁ vā upapattiṁ vā vuddhiṁ vā virūḷhiṁ vā vepullaṁ vā paññāpessāmī’ti, netaṁ ṭhānaṁ vijjati. ‚Ich will außerhalb von Form, Gefühl, Wahrnehmung und Willensbildungsprozessen das Kommen und Gehen von Bewusstsein beschreiben, sein Sterben und Wiedererscheinen, sein Wachsen, Größerwerden und Zur-Reife-Kommen.‘ Das ist nicht möglich.

Rūpadhātuyā ce, bhikkhu, bhikkhuno rāgo pahīno hoti. Rāgassa pahānā vocchijjatārammaṇaṁ patiṭṭhā viññāṇassa na hoti. Wenn ein Mönch Gier nach dem Element der Form aufgegeben hat, ist dessen Grundlage abgeschnitten, und das Bewusstsein wird nicht verankert.

Vedanādhātuyā ce, bhikkhu, bhikkhuno … Wenn ein Mönch Gier nach dem Element des Gefühls aufgegeben hat …

saññādhātuyā ce, bhikkhu, bhikkhuno … Wenn ein Mönch Gier nach dem Element der Wahrnehmung aufgegeben hat …

saṅkhāradhātuyā ce, bhikkhu, bhikkhuno … Wenn ein Mönch Gier nach dem Element der Willensbildungsprozesse aufgegeben hat …

viññāṇadhātuyā ce, bhikkhu, bhikkhuno rāgo pahīno hoti. Rāgassa pahānā vocchijjatārammaṇaṁ patiṭṭhā viññāṇassa na hoti. Wenn ein Mönch Gier nach dem Element des Bewusstseins aufgegeben hat, ist dessen Grundlage abgeschnitten, und das Bewusstsein wird nicht verankert.

Tadappatiṭṭhitaṁ viññāṇaṁ avirūḷhaṁ anabhisaṅkhacca vimuttaṁ. Da dieses Bewusstsein nicht verankert wird und nicht wächst, ohne die Kraft, erneut zu entstehen, ist es befreit.

Vimuttattā ṭhitaṁ. Ṭhitattā santusitaṁ. Santusitattā na paritassati. Aparitassaṁ paccattaññeva parinibbāyati. Wenn es befreit ist, steht es fest. Wenn es fest steht, ist es zufrieden. Wenn es zufrieden ist, ist einem nicht bange. Und wenn einem nicht bange ist, erlischt man aus sich selbst heraus.

‘Khīṇā jāti …pe… nāparaṁ itthattāyā’ti pajānāti. Man versteht: ‚Wiedergeburt ist beendet … es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘

Evaṁ kho, bhikkhu, jānato evaṁ passato anantarā āsavānaṁ khayo hotī”ti. Bei einem, der so erkennt und sieht, lösen sich die Befleckungen in diesem Leben auf.“

Tatiyaṁ.
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