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Saṁyutta Nikāya 22.80 Verbundene Lehrreden 22.80
8. Khajjanīyavagga 8. Das Kapitel über Verzehren
Piṇḍolyasutta Bettler
Ekaṁ samayaṁ bhagavā sakkesu viharati kapilavatthusmiṁ nigrodhārāme. Einmal hielt sich der Buddha im Land der Sakyer bei Kapilavatthu auf, im Banyanbaum-Kloster.
Atha kho bhagavā kismiñcideva pakaraṇe bhikkhusaṅghaṁ paṇāmetvā pubbaṇhasamayaṁ nivāsetvā pattacīvaramādāya kapilavatthuṁ piṇḍāya pāvisi. Da kleidete sich der Buddha, nachdem er den Saṅgha der Mönche und Nonnen aus einem gewissen Anlass fortgeschickt hatte, am Morgen an, nahm Schale und Robe und betrat Kapilavatthu zum Almosengang.
Kapilavatthusmiṁ piṇḍāya caritvā pacchābhattaṁ piṇḍapātapaṭikkanto yena mahāvanaṁ tenupasaṅkami divāvihārāya. Er zog um Almosen durch Kapilavatthu. Nach dem Essen, als er vom Almosengang zurückkam, ging er für die Meditation des Tages in den Großen Wald,
Mahāvanaṁ ajjhogāhetvā beluvalaṭṭhikāya mūle divāvihāraṁ nisīdi. tauchte tief hinein und setzte sich an den Fuß eines jungen Dattelpflaumen-Baumes, um zu meditieren.
Atha kho bhagavato rahogatassa paṭisallīnassa evaṁ cetaso parivitakko udapādi: Da kam ihm, als er für sich allein in Klausur war, dieser Gedanke in den Sinn:
“mayā kho bhikkhusaṅgho pabāḷho. „Ich habe den Saṅgha der Mönche und Nonnen fortgeschickt.
Santettha bhikkhū navā acirapabbajitā adhunāgatā imaṁ dhammavinayaṁ. Doch da sind Mönche und Nonnen, die neu im Orden sind, kürzlich fortgezogen und neu zu dieser Lehre und Schulung gekommen.
Tesaṁ mamaṁ apassantānaṁ siyā aññathattaṁ siyā vipariṇāmo. Wenn sie mich nicht sehen, könnten sie verfallen und zugrunde gehen.
Seyyathāpi nāma vacchassa taruṇassa mātaraṁ apassantassa siyā aññathattaṁ siyā vipariṇāmo; Wie ein Kälbchen, das seine Mutter nicht sieht: Es könnte verfallen und zugrunde gehen.
evameva santettha bhikkhū navā acirapabbajitā adhunāgatā imaṁ dhammavinayaṁ tesaṁ mamaṁ apassantānaṁ siyā aññathattaṁ siyā vipariṇāmo. Ebenso sind da Mönche und Nonnen, die neu im Orden sind, kürzlich fortgezogen und neu zu dieser Lehre und Schulung gekommen. Wenn sie mich nicht sehen, könnten sie verfallen und zugrunde gehen.
Seyyathāpi nāma bījānaṁ taruṇānaṁ udakaṁ alabhantānaṁ siyā aññathattaṁ siyā vipariṇāmo; Oder wie junge Setzlinge, die kein Wasser bekommen: Sie könnten verfallen und zugrunde gehen.
evameva santettha …pe… Ebenso sind da Mönche und Nonnen, die neu im Orden sind, kürzlich fortgezogen und neu zu dieser Lehre und Schulung gekommen.
tesaṁ mamaṁ alabhantānaṁ dassanāya siyā aññathattaṁ siyā vipariṇāmo. Wenn sie mich nicht sehen, könnten sie verfallen und zugrunde gehen.
Yannūnāhaṁ yatheva mayā pubbe bhikkhusaṅgho anuggahito, evameva etarahi anuggaṇheyyaṁ bhikkhusaṅghan”ti. Warum unterstütze ich den Saṅgha der Mönche und Nonnen nicht jetzt genauso wie früher?“
Atha kho brahmā sahampati bhagavato cetasā cetoparivitakkamaññāya—seyyathāpi nāma balavā puriso samiñjitaṁ vā bāhaṁ pasāreyya pasāritaṁ vā bāhaṁ samiñjeyya; evameva—brahmaloke antarahito bhagavato purato pāturahosi. Da erkannte Brahmā Sahampati, was der Buddha dachte. Und so leicht, wie ein starker Mensch den Arm strecken oder beugen würde, verschwand er aus der Brahmāwelt und erschien wieder vor dem Buddha.
Atha kho brahmā sahampati ekaṁsaṁ uttarāsaṅgaṁ karitvā yena bhagavā tenañjaliṁ paṇāmetvā bhagavantaṁ etadavoca: Er ordnete seine Robe über einer Schulter, erhob seine zusammengelegten Hände zum Buddha und sagte:
“evametaṁ, bhagavā, evametaṁ, sugata. „Das ist wirklich wahr, Gesegneter! Das ist wirklich wahr, Heiliger!
Bhagavatā, bhante, bhikkhusaṅgho pabāḷho. Der Buddha hat den Saṅgha der Mönche und Nonnen fortgeschickt.
Santettha bhikkhū navā acirapabbajitā adhunāgatā imaṁ dhammavinayaṁ. Doch da sind Mönche und Nonnen, die neu im Orden sind, kürzlich fortgezogen und neu zu dieser Lehre und Schulung gekommen.
Tesaṁ bhagavantaṁ apassantānaṁ siyā aññathattaṁ siyā vipariṇāmo. Wenn sie den Buddha nicht sehen, könnten sie verfallen und zugrunde gehen.
Seyyathāpi nāma vacchassa taruṇassa mātaraṁ apassantassa siyā aññathattaṁ siyā vipariṇāmo; Wie ein Kälbchen, das seine Mutter nicht sieht: Es könnte verfallen und zugrunde gehen.
evameva santettha bhikkhū navā acirapabbajitā adhunāgatā imaṁ dhammavinayaṁ tesaṁ bhagavantaṁ apassantānaṁ siyā aññathattaṁ siyā vipariṇāmo. Ebenso sind da Mönche und Nonnen, die neu im Orden sind, kürzlich fortgezogen und neu zu dieser Lehre und Schulung gekommen. Wenn sie den Buddha nicht sehen, könnten sie verfallen und zugrunde gehen.
Seyyathāpi nāma bījānaṁ taruṇānaṁ udakaṁ alabhantānaṁ siyā aññathattaṁ siyā vipariṇāmo; Wie junge Setzlinge, die kein Wasser bekommen: Sie könnten verfallen und zugrunde gehen.
evameva santettha bhikkhū navā acirapabbajitā adhunāgatā imaṁ dhammavinayaṁ, tesaṁ bhagavantaṁ alabhantānaṁ dassanāya siyā aññathattaṁ siyā vipariṇāmo. Ebenso sind da Mönche und Nonnen, die neu im Orden sind, kürzlich fortgezogen und neu zu dieser Lehre und Schulung gekommen. Wenn sie den Buddha nicht sehen, könnten sie verfallen und zugrunde gehen.
Abhinandatu, bhante, bhagavā bhikkhusaṅghaṁ; Dass doch der Buddha am Saṅgha der Mönche und Nonnen Freude hätte!
abhivadatu, bhante, bhagavā bhikkhusaṅghaṁ. Dass doch der Buddha den Saṅgha der Mönche und Nonnen willkommen hieße!
Yatheva bhagavatā pubbe bhikkhusaṅgho anuggahito, evameva etarahi anuggaṇhātu bhikkhusaṅghan”ti. Dass doch der Buddha den Saṅgha der Mönche und Nonnen jetzt genauso unterstützte wie früher!“
Adhivāsesi bhagavā tuṇhībhāvena. Der Buddha schwieg zum Zeichen der Zustimmung.
Atha kho brahmā sahampati bhagavato adhivāsanaṁ viditvā bhagavantaṁ abhivādetvā padakkhiṇaṁ katvā tatthevantaradhāyi. Und als Brahmā Sahampati erkannte, dass der Buddha zugestimmt hatte, verbeugte er sich, umrundete den Buddha respektvoll, die rechte Seite ihm zugewandt, und verschwand eben dort.
Atha kho bhagavā sāyanhasamayaṁ paṭisallānā vuṭṭhito yena nigrodhārāmo tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā paññatte āsane nisīdi. Da kam der Buddha am späten Nachmittag aus seiner Klausur, ging zum Banyanbaum-Kloster und setzte sich auf den ausgebreiteten Sitz.
Nisajja kho bhagavā tathārūpaṁ iddhābhisaṅkhāraṁ abhisaṅkhāsi yathā te bhikkhū ekadvīhikāya sārajjamānarūpā yenāhaṁ tenupasaṅkameyyuṁ. Darauf setzte er seine übersinnliche Kraft ein und veranlasste, dass die Mönche und Nonnen zaghaft zu ihm kamen, allein oder zu zweit.
Tepi bhikkhū ekadvīhikāya sārajjamānarūpā yena bhagavā tenupasaṅkamiṁsu; upasaṅkamitvā bhagavantaṁ abhivādetvā ekamantaṁ nisīdiṁsu. Ekamantaṁ nisinne kho te bhikkhū bhagavā etadavoca: Diese Mönche und Nonnen begaben sich zaghaft zum Buddha, verbeugten sich und setzten sich zur Seite hin. Der Buddha sagte zu ihnen:
“Antamidaṁ, bhikkhave, jīvikānaṁ yadidaṁ piṇḍolyaṁ. „Das Almosenbetteln, Mönche und Nonnen, ist ein extremer Lebensstil.
Abhisāpoyaṁ, bhikkhave, lokasmiṁ piṇḍolo vicarasi pattapāṇīti. Die Welt verflucht euch: ‚Du Bettler, du gehst herum mit der Schale in der Hand!‘
Tañca kho etaṁ, bhikkhave, kulaputtā upenti atthavasikā, atthavasaṁ paṭicca; Doch ernsthafte ehrbare Menschen greifen dazu aus gutem Grund:
neva rājābhinītā, na corābhinītā, na iṇaṭṭā, na bhayaṭṭā, na ājīvikāpakatā; Nicht, um einem Stellungsbefehl des Königs oder einer Vorladung für einen Räuber zu entgehen, oder weil sie Schulden hätten oder aus Furcht oder um sich so den Lebenserwerb zu sichern,
api ca kho otiṇṇāmha jātiyā jarāya maraṇena sokehi paridevehi dukkhehi domanassehi upāyāsehi dukkhotiṇṇā dukkhaparetā sondern weil sie in Wiedergeburt, Alter und Tod versunken sind, in Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis; weil sie im Leiden versunken sind, ins Leiden verstrickt.
appeva nāma imassa kevalassa dukkhakkhandhassa antakiriyā paññāyethāti. Und sie denken: ‚Hoffentlich kann ich ein Ende dieser ganzen Masse des Leidens finden.‘
Evaṁ pabbajito cāyaṁ, bhikkhave, kulaputto. So ist dieser ehrbare Mensch fortgezogen.
So ca hoti abhijjhālu kāmesu tibbasārāgo byāpannacitto paduṭṭhamanasaṅkappo muṭṭhassati asampajāno asamāhito vibbhantacitto pākatindriyo. Dennoch begehrt er Sinnenfreuden; er ist voller heftiger Wollust, bösen Willens und gehässiger Absicht. Er ist unachtsam, ohne Situationsbewusstsein, ohne Versenkung, mit schweifendem Geist und unbeherrschten Sinnen.
Seyyathāpi, bhikkhave, chavālātaṁ ubhatopadittaṁ majjhe gūthagataṁ, neva gāme kaṭṭhatthaṁ pharati, nāraññe kaṭṭhatthaṁ pharati. Wie eine Fackel zum Anzünden eines Scheiterhaufens für eine Bestattung, die an beiden Enden brennt und in der Mitte mit Kot bestrichen ist: Weder im Dorf noch in der Wildnis könnte sie als Bauholz verwendet werden.
Tathūpamāhaṁ, bhikkhave, imaṁ puggalaṁ vadāmi gihibhogā ca parihīno, sāmaññatthañca na paripūreti. Ich sage, dieser Mensch ist gerade wie diese Fackel: Er hat die Freuden des Laienlebens versäumt und hat das Ziel des Asketenlebens nicht erfüllt.
Tayome, bhikkhave, akusalavitakkā—Mönche und Nonnen, es gibt diese drei untauglichen Gedanken:
kāmavitakko, byāpādavitakko, vihiṁsāvitakko. sinnliche, böswillige und grausame Gedanken.
Ime ca bhikkhave, tayo akusalavitakkā kva aparisesā nirujjhanti? Und wo hören diese drei untauglichen Gedanken restlos auf?
Catūsu vā satipaṭṭhānesu suppatiṭṭhitacittassa viharato animittaṁ vā samādhiṁ bhāvayato. Sie hören bei denen auf, die ihren Geist fest in den vier Arten der Achtsamkeitsmeditation verankert haben oder die die merkmalslose Versenkung entwickeln.
Yāvañcidaṁ, bhikkhave, alameva animitto samādhi bhāvetuṁ. Eben das ist Anreiz genug, um die merkmalslose Versenkung zu entwickeln.
Animitto, bhikkhave, samādhi bhāvito bahulīkato mahapphalo hoti mahānisaṁso. Wenn die merkmalslose Versenkung entwickelt und gemehrt wird, bringt sie reiche Frucht und großen Vorteil.
Dvemā, bhikkhave, diṭṭhiyo—Es gibt diese beiden Ansichten:
bhavadiṭṭhi ca vibhavadiṭṭhi ca. Ansichten, die die Fortsetzung des Daseins bevorzugen, und Ansichten, die das Beenden des Daseins bevorzugen.
Tatra kho, bhikkhave, sutavā ariyasāvako iti paṭisañcikkhati: Ein gebildeter edler Schüler denkt darüber nach:
‘atthi nu kho taṁ kiñci lokasmiṁ yamahaṁ upādiyamāno na vajjavā assan’ti? ‚Gibt es irgendetwas in der Welt, das ich ergreifen könnte und das ohne Fehler wäre?‘
So evaṁ pajānāti: Er versteht:
‘natthi nu kho taṁ kiñci lokasmiṁ yamahaṁ upādiyamāno na vajjavā assaṁ. ‚Es gibt nichts in der Welt, das ich ergreifen könnte und das ohne Fehler wäre.
Ahañhi rūpaññeva upādiyamāno upādiyeyyaṁ vedanaññeva … Denn wenn ich ergreifen würde, würde ich nur Form, Gefühl,
saññaññeva … Wahrnehmung,
saṅkhāreyeva viññāṇaññeva upādiyamāno upādiyeyyaṁ. Willensbildungsprozesse oder Bewusstsein ergreifen.
Tassa me assa upādānapaccayā bhavo; Dieses mein Ergreifen wäre eine Bedingung für fortgesetztes Dasein.
bhavapaccayā jāti; Fortgesetztes Dasein ist eine Bedingung für Wiedergeburt.
jātipaccayā jarāmaraṇaṁ sokaparidevadukkhadomanassupāyāsā sambhaveyyuṁ. Wiedergeburt ist eine Bedingung für das Zustandekommen von Alter und Tod, Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis.
Evametassa kevalassa dukkhakkhandhassa samudayo assā’ti. So kommt diese ganze Masse des Leidens zustande.‘
Taṁ kiṁ maññatha, bhikkhave, Was meint ihr, Mönche und Nonnen?
rūpaṁ niccaṁ vā aniccaṁ vā”ti? Ist Form beständig oder unbeständig?“
“Aniccaṁ, bhante”. „Unbeständig, Herr.“
“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vā taṁ sukhaṁ vā”ti? „Aber wenn sie unbeständig ist, ist sie Leiden oder Glück?“
“Dukkhaṁ, bhante”. „Leiden, Herr.“
“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vipariṇāmadhammaṁ kallaṁ nu taṁ samanupassituṁ: „Aber wenn sie unbeständig und Leiden ist und zugrunde gehen muss, kann man sie dann so ansehen:
‘etaṁ mama, esohamasmi, eso me attā’”ti? ‚Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst‘?“
“No hetaṁ, bhante”. „Nein, Herr.“
“Vedanā … „Ist Gefühl …
saññā … Ist Wahrnehmung …
saṅkhārā … Sind Willensbildungsprozesse …
viññāṇaṁ …pe… Ist Bewusstsein beständig oder unbeständig?“ …
tasmātiha, bhikkhave, „Daher sollt ihr jegliche Art von Form …
evaṁ passaṁ … Wenn er das sieht …
nāparaṁ itthattāyāti pajānātī”ti. Er versteht: ‚… es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘“
Aṭṭhamaṁ.