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Saṁyutta Nikāya 35.74 Verbundene Lehrreden 35.74
8. Gilānavagga 8. Das Kapitel über Kranke
Paṭhamagilānasutta Krank (1)
Sāvatthinidānaṁ. In Sāvatthī.
Atha kho aññataro bhikkhu yena bhagavā tenupasaṅkami …pe… ekamantaṁ nisinno kho so bhikkhu bhagavantaṁ etadavoca: Da ging ein Mönch zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm:
“amukasmiṁ, bhante, vihāre aññataro bhikkhu navo appaññāto ābādhiko dukkhito bāḷhagilāno. „Herr, in dem und dem Kloster lebt ein Mönch, der jünger und nicht namhaft ist. Er ist mitgenommen, leidend, schwer krank.
Sādhu, bhante, bhagavā yena so bhikkhu tenupasaṅkamatu anukampaṁ upādāyā”ti. Bitte geh aus Anteilnahme zu ihm.“
Atha kho bhagavā navavādañca sutvā gilānavādañca, “appaññāto bhikkhū”ti iti viditvā yena so bhikkhu tenupasaṅkami. Als der Buddha hörte, dass der Mönch jünger war, dass er krank war, und als er verstand, dass er nicht namhaft war, ging er zu ihm.
Addasā kho so bhikkhu bhagavantaṁ dūratova āgacchantaṁ. Der Mönch sah den Buddha von Weitem kommen
Disvāna mañcake samadhosi. und versuchte, sich auf seiner Liege aufzurichten.
Atha kho bhagavā taṁ bhikkhuṁ etadavoca: Der Buddha sagte zu ihm:
“alaṁ, bhikkhu, mā tvaṁ mañcake samadhosi. „Es ist gut, Mönch, du brauchst nicht aufzustehen.
Santimāni āsanāni paññattāni, tatthāhaṁ nisīdissāmī”ti. Hier sind Sitze ausgelegt, da werde ich mich hinsetzen.“
Nisīdi bhagavā paññatte āsane. Der Buddha setzte sich auf einen ausgebreiteten Sitz
Nisajja kho bhagavā taṁ bhikkhuṁ etadavoca: und sagte zu dem Mönch:
“kacci te, bhikkhu, khamanīyaṁ, kacci yāpanīyaṁ, kacci dukkhā vedanā paṭikkamanti no abhikkamanti, paṭikkamosānaṁ paññāyati no abhikkamo”ti? „Ich hoffe, es geht dir leidlich, Mönch, ich hoffe, du kommst zurecht. Und ich hoffe, dass der Schmerz nachlässt und nicht zunimmt, dass ein Nachlassen erkennbar ist, kein Zunehmen.“
“Na me, bhante, khamanīyaṁ, na yāpanīyaṁ, bāḷhā me dukkhā vedanā abhikkamanti no paṭikkamanti, abhikkamosānaṁ paññāyati no paṭikkamo”ti. „Herr, es geht mir nicht leidlich, ich komme nicht zurecht. Der Schmerz ist schrecklich und nimmt zu, er lässt nicht nach, ein Zunehmen ist erkennbar, kein Nachlassen.“
“Kacci te, bhikkhu, na kiñci kukkuccaṁ, na koci vippaṭisāro”ti? „Ich hoffe, es gibt nichts, was du bereust oder bedauerst?“
“Taggha me, bhante, anappakaṁ kukkuccaṁ, anappako vippaṭisāro”ti. „Es gibt tatsächlich etwas nicht Geringes, Herr, das ich bereue und bedauere.“
“Kacci pana taṁ, bhikkhu, attā sīlato upavadatī”ti? „Ich hoffe, du hast dir wegen deines sittlichen Verhaltens nichts vorzuwerfen?“
“Na kho maṁ, bhante, attā sīlato upavadatī”ti. „Nein, Herr, ich habe mir wegen meines sittlichen Verhaltens nichts vorzuwerfen.“
“No ce kira te, bhikkhu, attā sīlato upavadati, atha kiñca te kukkuccaṁ ko ca vippaṭisāro”ti? „Was ist es in diesem Fall, Mönch, das du bereust oder bedauerst?“
“Na khvāhaṁ, bhante, sīlavisuddhatthaṁ bhagavatā dhammaṁ desitaṁ ājānāmī”ti. „Es ist, dass ich es so verstehe, dass der Buddha den Dhamma nicht nur um der sittlichen Reinheit willen gelehrt hat.“
“No ce kira tvaṁ, bhikkhu, sīlavisuddhatthaṁ mayā dhammaṁ desitaṁ ājānāsi, atha kimatthaṁ carahi tvaṁ, bhikkhu, mayā dhammaṁ desitaṁ ājānāsī”ti? „Wenn das so ist, wie genau verstehst du es, zu welchem Zweck der Dhamma gelehrt wird?“
“Rāgavirāgatthaṁ khvāhaṁ, bhante, bhagavatā dhammaṁ desitaṁ ājānāmī”ti. „Ich verstehe es so, dass der Buddha den Dhamma zum Zweck des Schwindens der Gier gelehrt hat.“
“Sādhu sādhu, bhikkhu. „Gut, gut, Mönch!
Sādhu kho tvaṁ, bhikkhu, rāgavirāgatthaṁ mayā dhammaṁ desitaṁ ājānāsi. Es ist gut, dass du es so verstehst, dass ich den Dhamma zum Zweck des Schwindens der Gier gelehrt habe.
Rāgavirāgattho hi, bhikkhu, mayā dhammo desito. Denn das ist ja der Zweck.
Taṁ kiṁ maññasi, bhikkhu, Was denkst du, Mönch?
cakkhu niccaṁ vā aniccaṁ vā”ti? Ist das Auge beständig oder unbeständig?“
“Aniccaṁ, bhante”. „Unbeständig, Herr.“ …
“ …pe…
Sotaṁ … „Ist das Ohr …
ghānaṁ … Ist die Nase …
jivhā … Ist die Zunge …
kāyo … Ist der Körper …
mano nicco vā anicco vā”ti? Ist der Geist beständig oder unbeständig?“
“Anicco, bhante”. „Unbeständig, Herr.“
“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vā taṁ sukhaṁ vā”ti? „Aber wenn er unbeständig ist, ist er Leiden oder Glück?“
“Dukkhaṁ, bhante”. „Leiden, Herr.“
“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vipariṇāmadhammaṁ, kallaṁ nu taṁ samanupassituṁ: „Aber wenn er unbeständig und Leiden ist und zugrunde gehen muss, kann man ihn dann so ansehen:
‘etaṁ mama, esohamasmi, eso me attā’”ti? ‚Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst‘?“
“No hetaṁ, bhante”. „Nein, Herr.“
“Evaṁ passaṁ, bhikkhu, sutavā ariyasāvako cakkhusmimpi nibbindati, sotasmimpi nibbindati …pe… manasmimpi nibbindati. „Wenn er das sieht, wird ein gebildeter edler Schüler ernüchtert vom Auge, vom Ohr, von der Nase, von der Zunge, vom Körper und vom Geist.
Nibbindaṁ virajjati; virāgā vimuccati; vimuttasmiṁ vimuttamiti ñāṇaṁ hoti. Wenn er ernüchtert ist, schwindet die Leidenschaft. Wenn die Leidenschaft schwindet, ist er befreit. Wenn er befreit ist, weiß er, dass er befreit ist.
‘Khīṇā jāti …pe… nāparaṁ itthattāyā’ti pajānātī”ti. Er versteht: ‚Wiedergeburt ist beendet … es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘“
Idamavoca bhagavā. Das sagte der Buddha.
Attamano so bhikkhu bhagavato bhāsitaṁ abhinandi. Erfreut begrüßte dieser Mönch die Worte des Buddha und stimmte ihm zu.
Imasmiñca pana veyyākaraṇasmiṁ bhaññamāne tassa bhikkhuno virajaṁ vītamalaṁ dhammacakkhuṁ udapādi: Und während diese Lehrrede gesprochen wurde, ging diesem Mönch das unbefleckte, makellose Auge des Dhamma auf:
“yaṁ kiñci samudayadhammaṁ sabbaṁ taṁ nirodhadhamman”ti. „Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende.“
Paṭhamaṁ.