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Saṁyutta Nikāya 35.120 Verbundene Lehrreden 35.120
12. Lokakāmaguṇavagga 12. Das Kapitel über die Welt und die Arten sinnlicher Erregung
Sāriputtasaddhivihārikasutta Sāriputta und der Schützling
Ekaṁ samayaṁ āyasmā sāriputto sāvatthiyaṁ viharati jetavane anāthapiṇḍikassa ārāme. Einmal hielt sich der Ehrwürdige Sāriputta bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika.
Atha kho aññataro bhikkhu yenāyasmā sāriputto tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā āyasmatā sāriputtena saddhiṁ sammodi. Da ging ein gewisser Mönch zum Ehrwürdigen Sāriputta und tauschte mit ihm Willkommensgrüße aus.
Sammodanīyaṁ kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretvā ekamantaṁ nisīdi. Ekamantaṁ nisinno kho so bhikkhu āyasmantaṁ sāriputtaṁ etadavoca: Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte er sich zur Seite hin und sagte zu ihm:
“saddhivihāriko, āvuso sāriputta, bhikkhu sikkhaṁ paccakkhāya hīnāyāvatto”ti. „Geehrter Sāriputta, ein Mönchsschützling von mir hat die Schulung abgebrochen und sich wieder einem geringeren Leben zugewandt.“
“Evametaṁ, āvuso, hoti indriyesu aguttadvārassa, bhojane amattaññuno, jāgariyaṁ ananuyuttassa. „So ist es, Geehrter, wenn jemand die Tore der Sinne nicht bewacht, ohne Maß isst und sich nicht dem Wachsein weiht.
‘So vatāvuso, bhikkhu indriyesu aguttadvāro bhojane amattaññū jāgariyaṁ ananuyutto yāvajīvaṁ paripuṇṇaṁ parisuddhaṁ brahmacariyaṁ santānessatī’ti netaṁ ṭhānaṁ vijjati. Es ist ganz unmöglich, dass ein solcher Mönch das vollkommene und reine geistliche Leben führen kann, solange er lebt.
‘So vatāvuso, bhikkhu indriyesu guttadvāro, bhojane mattaññū, jāgariyaṁ anuyutto yāvajīvaṁ paripuṇṇaṁ parisuddhaṁ brahmacariyaṁ santānessatī’ti ṭhānametaṁ vijjati. Aber es ist gut möglich, dass ein Mönch, der die Tore der Sinne bewacht, beim Essen Maß hält und sich dem Wachsein weiht, das vollkommene und reine geistliche Leben führen kann, solange er lebt.
Kathañcāvuso, indriyesu guttadvāro hoti? Und wie bewacht man die Tore der Sinne?
Idhāvuso, bhikkhu cakkhunā rūpaṁ disvā na nimittaggāhī hoti nānubyañjanaggāhī. Wenn ein Mönch mit dem Auge ein Bild sieht, bleibt er nicht an den Merkmalen und Einzelheiten hängen.
Yatvādhikaraṇamenaṁ cakkhundriyaṁ asaṁvutaṁ viharantaṁ abhijjhādomanassā pāpakā akusalā dhammā anvāssaveyyuṁ tassa saṁvarāya paṭipajjati, rakkhati cakkhundriyaṁ, cakkhundriye saṁvaraṁ āpajjati. Wenn das Sehvermögen nicht gezügelt wäre, würden schlechte, untaugliche Eigenschaften von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit überhandnehmen. Aus diesem Grund übt er Zügelung, bewacht das Sehvermögen und hält es im Zaum.
Sotena saddaṁ sutvā … Wenn er mit dem Ohr einen Ton hört …
ghānena gandhaṁ ghāyitvā … Wenn er mit der Nase einen Geruch riecht …
jivhāya rasaṁ sāyitvā … Wenn er mit der Zunge einen Geschmack schmeckt …
kāyena phoṭṭhabbaṁ phusitvā … Wenn er mit dem Körper eine Berührung empfindet …
manasā dhammaṁ viññāya na nimittaggāhī hoti nānubyañjanaggāhī. Wenn er mit dem Geist eine Vorstellung erkennt, bleibt er nicht an den Merkmalen und Einzelheiten hängen.
Yatvādhikaraṇamenaṁ manindriyaṁ asaṁvutaṁ viharantaṁ abhijjhādomanassā pāpakā akusalā dhammā anvāssaveyyuṁ, tassa saṁvarāya paṭipajjati, rakkhati manindriyaṁ, manindriye saṁvaraṁ āpajjati. Wenn das Vorstellungsvermögen nicht gezügelt wäre, würden schlechte, untaugliche Eigenschaften von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit überhandnehmen. Aus diesem Grund übt er Zügelung, bewacht das Vorstellungsvermögen und hält es im Zaum.
Evaṁ kho, āvuso, indriyesu guttadvāro hoti. So bewacht man die Tore der Sinne.
Kathañcāvuso, bhojane mattaññū hoti? Und wie hält man Maß beim Essen?
Idhāvuso, bhikkhu paṭisaṅkhā yoniso āhāraṁ āhāreti: Da denkt ein Mönch beim Essen über seine Nahrung gründlich nach:
‘neva davāya, na madāya, na maṇḍanāya, na vibhūsanāya, yāvadeva imassa kāyassa ṭhitiyā yāpanāya, vihiṁsūparatiyā, brahmacariyānuggahāya. Iti purāṇañca vedanaṁ paṭihaṅkhāmi, navañca vedanaṁ na uppādessāmi, yātrā ca me bhavissati, anavajjatā ca phāsuvihāro cā’ti. ‚Nicht zum Spaß, zum Schwelgen, zur Zier und zum Schmuck, sondern nur, um diesen Körper zu erhalten, um Schaden abzuwenden und das geistliche Leben zu fördern; so werde ich altes Unbehagen beenden und neues nicht entstehen lassen, und ich werde durchhalten und ohne Tadel und unbeschwert leben können.‘
Evaṁ kho, āvuso, bhojane mattaññū hoti. So hält man Maß beim Essen.
Kathañcāvuso, jāgariyaṁ anuyutto hoti? Und wie weiht man sich dem Wachsein?
Idhāvuso, bhikkhu divasaṁ caṅkamena nisajjāya āvaraṇīyehi dhammehi cittaṁ parisodheti. Da meditiert ein Mönch am Tag im Gehen und im Sitzen und läutert den Geist von Hemmnissen.
Rattiyā paṭhamaṁ yāmaṁ caṅkamena nisajjāya āvaraṇīyehi dhammehi cittaṁ parisodheti. In der ersten Nachtwache meditiert er im Gehen und im Sitzen und läutert den Geist von Hemmnissen.
Rattiyā majjhimaṁ yāmaṁ dakkhiṇena passena sīhaseyyaṁ kappeti pāde pādaṁ accādhāya sato sampajāno, uṭṭhānasaññaṁ manasi karitvā. In der mittleren Nachtwache legt er sich in der Haltung des Löwen nieder – auf die rechte Seite, einen Fuß auf den anderen gelegt – achtsam und der Situation bewusst, den Geist auf die Zeit des Aufstehens gerichtet.
Rattiyā pacchimaṁ yāmaṁ paccuṭṭhāya caṅkamena nisajjāya āvaraṇīyehi dhammehi cittaṁ parisodheti. In der letzten Nachtwache steht er auf und meditiert im Gehen und im Sitzen und läutert den Geist von Hemmnissen.
Evaṁ kho, āvuso, jāgariyaṁ anuyutto hoti. So weiht man sich dem Wachsein.
Tasmātihāvuso, evaṁ sikkhitabbaṁ: Daher sollt ihr euch so schulen:
‘indriyesu guttadvārā bhavissāma, bhojane mattaññuno, jāgariyaṁ anuyuttā’ti. ‚Wir wollen die Tore unserer Sinne bewachen, beim Essen maßhalten und uns dem Wachsein weihen.‘
Evañhi vo, āvuso, sikkhitabban”ti. So sollt ihr euch schulen.“
Sattamaṁ.