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Saṁyutta Nikāya 35.121 Verbundene Lehrreden 35.121

12. Lokakāmaguṇavagga 12. Das Kapitel über die Welt und die Arten sinnlicher Erregung

Rāhulovādasutta Die Unterweisung Rāhulas

Ekaṁ samayaṁ bhagavā sāvatthiyaṁ viharati jetavane anāthapiṇḍikassa ārāme. Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika.

Atha kho bhagavato rahogatassa paṭisallīnassa evaṁ cetaso parivitakko udapādi: Da kam ihm, als er für sich allein in Klausur war, dieser Gedanke in den Sinn:

“paripakkā kho rāhulassa vimuttiparipācaniyā dhammā; „Die Eigenschaften, die zu Freiheit heranreifen, sind in Rāhula gereift.

yannūnāhaṁ rāhulaṁ uttariṁ āsavānaṁ khaye vineyyan”ti. Warum leite ich ihn nicht weiter an zur Auflösung der Befleckungen?“

Atha kho bhagavā pubbaṇhasamayaṁ nivāsetvā pattacīvaramādāya sāvatthiyaṁ piṇḍāya caritvā Da kleidete der Buddha sich am Morgen an, nahm Schale und Robe und betrat Sāvatthī zum Almosengang.

pacchābhattaṁ piṇḍapātapaṭikkanto āyasmantaṁ rāhulaṁ āmantesi: Nach dem Essen, als er vom Almosengang zurückkam, wandte er sich an den Ehrwürdigen Rāhula:

“gaṇhāhi, rāhula, nisīdanaṁ. „Rāhula, hol dein Sitztuch.

Yena andhavanaṁ tenupasaṅkamissāma divāvihārāyā”ti. Lass uns für die Meditation des Tages in den Finsteren Wald gehen.“

“Evaṁ, bhante”ti kho āyasmā rāhulo bhagavato paṭissutvā nisīdanaṁ ādāya bhagavantaṁ piṭṭhito piṭṭhito anubandhi. „Ja, Herr“, antwortete Rāhula. Er nahm sein Sitztuch und folgte dem Buddha.

Tena kho pana samayena anekāni devatāsahassāni bhagavantaṁ anubandhāni honti: Da folgten zu dieser Zeit viele tausend Gottheiten dem Buddha und dachten:

“ajja bhagavā āyasmantaṁ rāhulaṁ uttariṁ āsavānaṁ khaye vinessatī”ti. „Heute wird der Buddha Rāhula weiter anleiten zur Auflösung der Befleckungen!“

Atha kho bhagavā andhavanaṁ ajjhogāhetvā aññatarasmiṁ rukkhamūle paññatte āsane nisīdi. Der Buddha tauchte tief in den Finsteren Wald ein und setzte sich an den Fuß eines Baumes auf den ausgebreiteten Sitz.

Āyasmāpi kho rāhulo bhagavantaṁ abhivādetvā ekamantaṁ nisīdi. Rāhula verbeugte sich vor dem Buddha und setzte sich zur Seite hin.

Ekamantaṁ nisinnaṁ kho āyasmantaṁ rāhulaṁ bhagavā etadavoca: Der Buddha sagte zu ihm:

“Taṁ kiṁ maññasi, rāhula, „Was denkst du, Rāhula?

cakkhu niccaṁ vā aniccaṁ vā”ti? Ist das Auge beständig oder unbeständig?“

“Aniccaṁ, bhante”. „Unbeständig, Herr.“

“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vā taṁ sukhaṁ vā”ti? „Aber wenn es unbeständig ist, ist es Leiden oder Glück?“

“Dukkhaṁ, bhante”. „Leiden, Herr.“

“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vipariṇāmadhammaṁ, kallaṁ nu taṁ samanupassituṁ: „Aber wenn es unbeständig und Leiden ist und zugrunde gehen muss, kann man es dann so ansehen:

‘etaṁ mama, esohamasmi, eso me attā’”ti? ‚Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst‘?“

“No hetaṁ, bhante”. (…) „Nein, Herr.“

“Rūpā niccā vā aniccā vā”ti? „Sind Bilder …

“Aniccā, bhante” …pe….

“Cakkhuviññāṇaṁ niccaṁ vā aniccaṁ vā”ti? Ist Augenbewusstsein …

“Aniccaṁ, bhante” …pe….

“Cakkhusamphasso nicco vā anicco vā”ti? Ist Augenkontakt beständig oder unbeständig?“

“Anicco, bhante” …pe…. „Unbeständig, Herr.“ …

“Yampidaṁ cakkhusamphassapaccayā uppajjati vedanāgataṁ, saññāgataṁ, saṅkhāragataṁ, viññāṇagataṁ, tampi niccaṁ vā aniccaṁ vā”ti? „Alles, was zu Gefühl, Wahrnehmung, Willensbildungsprozessen und Bewusstsein gehört, was durch Augenkontakt bedingt entsteht – ist das beständig oder unbeständig?“

“Aniccaṁ, bhante”. „Unbeständig, Herr.“

“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vā taṁ sukhaṁ vā”ti? „Aber wenn es unbeständig ist, ist es Leiden oder Glück?“

“Dukkhaṁ, bhante”. „Leiden, Herr.“

“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vipariṇāmadhammaṁ, kallaṁ nu taṁ samanupassituṁ: „Aber wenn es unbeständig und Leiden ist und zugrunde gehen muss, kann man es dann so ansehen:

‘etaṁ mama, esohamasmi, eso me attā’”ti? ‚Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst‘?“

“No hetaṁ, bhante” …pe…. „Nein, Herr.“

“Jivhā niccā vā aniccā vā”ti? „Ist das Ohr … Ist die Nase … Ist die Zunge … Ist der Körper …

“Aniccā, bhante” …pe….

“Jivhāviññāṇaṁ niccaṁ vā aniccaṁ vā”ti?

“Aniccaṁ, bhante” …pe….

“Jivhāsamphasso nicco vā anicco vā”ti?

“Anicco, bhante” …pe….

“Yampidaṁ jivhāsamphassapaccayā uppajjati vedanāgataṁ, saññāgataṁ, saṅkhāragataṁ, viññāṇagataṁ, tampi niccaṁ vā aniccaṁ vā”ti?

“Aniccaṁ, bhante”.

“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vā taṁ sukhaṁ vā”ti?

“Dukkhaṁ, bhante”.

“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vipariṇāmadhammaṁ, kallaṁ nu taṁ samanupassituṁ:

‘etaṁ mama, esohamasmi, eso me attā’”ti?

“No hetaṁ, bhante” …pe….

“Mano nicco vā anicco vā”ti? Ist der Geist beständig oder unbeständig?“

“Anicco, bhante”. „Unbeständig, Herr.“

“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vā taṁ sukhaṁ vā”ti? „Aber wenn er unbeständig ist, ist er Leiden oder Glück?“

“Dukkhaṁ, bhante”. „Leiden, Herr.“

“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vipariṇāmadhammaṁ, kallaṁ nu taṁ samanupassituṁ „Aber wenn er unbeständig und Leiden ist und zugrunde gehen muss, kann man ihn dann so ansehen:

‘etaṁ mama, esohamasmi, eso me attā’”ti? ‚Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst‘?“

“No hetaṁ, bhante”. „Nein, Herr.“

“Dhammā niccā vā aniccā vā”ti? „Sind Vorstellungen …

“Aniccā, bhante” …pe….

“Manoviññāṇaṁ niccaṁ vā aniccaṁ vā”ti? Ist Geistbewusstsein …

“Aniccaṁ, bhante” …pe….

“Manosamphasso nicco vā anicco vā”ti? Ist Geistkontakt beständig oder unbeständig?“

“Anicco, bhante” …pe…. „Unbeständig, Herr.“ …

“Yampidaṁ manosamphassapaccayā uppajjati vedanāgataṁ, saññāgataṁ, saṅkhāragataṁ, viññāṇagataṁ, tampi niccaṁ vā aniccaṁ vā”ti? „Alles, was zu Gefühl, Wahrnehmung, Willensbildungsprozessen und Bewusstsein gehört, was durch Geistkontakt bedingt entsteht – ist das beständig oder unbeständig?“

“Aniccaṁ, bhante”. „Unbeständig, Herr.“

“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vā taṁ sukhaṁ vā”ti? „Aber wenn es unbeständig ist, ist es Leiden oder Glück?“

“Dukkhaṁ, bhante”. „Leiden, Herr.“

“Yaṁ panāniccaṁ dukkhaṁ vipariṇāmadhammaṁ, kallaṁ nu taṁ samanupassituṁ: „Aber wenn es unbeständig und Leiden ist und zugrunde gehen muss, kann man es dann so ansehen:

‘etaṁ mama, esohamasmi, eso me attā’”ti? ‚Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst‘?“

“No hetaṁ, bhante”. „Nein, Herr.“

“Evaṁ passaṁ, rāhula, sutavā ariyasāvako cakkhusmimpi nibbindati, rūpesupi nibbindati, cakkhuviññāṇepi nibbindati, cakkhusamphassepi nibbindati, yampidaṁ cakkhusamphassapaccayā uppajjati vedanāgataṁ saññāgataṁ saṅkhāragataṁ viññāṇagataṁ tasmimpi nibbindati …pe… „Wenn er das sieht, wird ein gebildeter edler Schüler ernüchtert vom Auge, von Bildern, vom Augenbewusstsein und von Augenkontakt. Er wird ernüchtert von allem, was zu Gefühl, Wahrnehmung, Willensbildungsprozessen und Bewusstsein gehört, was durch Augenkontakt bedingt entsteht.

jivhāyapi nibbindati, rasesupi nibbindati, jivhāviññāṇepi nibbindati, jivhāsamphassepi nibbindati, yampidaṁ jivhāsamphassapaccayā uppajjati vedanāgataṁ saññāgataṁ saṅkhāragataṁ viññāṇagataṁ tasmimpi nibbindati …pe…. Er wird ernüchtert vom Ohr … von der Nase … von der Zunge … vom Körper …

Manasmimpi nibbindati, dhammesupi nibbindati, manoviññāṇepi nibbindati, manosamphassepi nibbindati, yampidaṁ manosamphassapaccayā uppajjati vedanāgataṁ saññāgataṁ saṅkhāragataṁ viññāṇagataṁ tasmimpi nibbindati. Er wird ernüchtert vom Geist, von Vorstellungen, vom Geistbewusstsein und von Geistkontakt. Er wird ernüchtert von allem, was zu Gefühl, Wahrnehmung, Willensbildungsprozessen und Bewusstsein gehört, was durch Geistkontakt bedingt entsteht.

Nibbindaṁ virajjati; virāgā vimuccati; vimuttasmiṁ vimuttamiti ñāṇaṁ hoti. Wenn er ernüchtert ist, schwindet die Leidenschaft. Wenn die Leidenschaft schwindet, ist er befreit. Wenn er befreit ist, weiß er, dass er befreit ist.

‘Khīṇā jāti, vusitaṁ brahmacariyaṁ, kataṁ karaṇīyaṁ, nāparaṁ itthattāyā’ti pajānātī”ti. Er versteht: ‚Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘“

Idamavoca bhagavā. Das sagte der Buddha.

Attamano āyasmā rāhulo bhagavato bhāsitaṁ abhinandi. Zufrieden begrüßte der Ehrwürdige Rāhula die Worte des Buddha.

Imasmiñca pana veyyākaraṇasmiṁ bhaññamāne āyasmato rāhulassa anupādāya āsavehi cittaṁ vimucci. Und während diese Lehrrede gesprochen wurde, wurde der Geist des Ehrwürdigen Rāhula durch Nicht-Ergreifen von den Befleckungen befreit.

Anekānañca devatāsahassānaṁ virajaṁ vītamalaṁ dhammacakkhuṁ udapādi: Und den vielen tausend Gottheiten ging das unbefleckte, makellose Auge des Dhamma auf:

“yaṁ kiñci samudayadhammaṁ sabbaṁ taṁ nirodhadhamman”ti. „Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende.“

Aṭṭhamaṁ.
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