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Saṁyutta Nikāya 35.127 Verbundene Lehrreden 35.127

13. Gahapativagga 13. Das Kapitel mit Hausbesitzern

Bhāradvājasutta Mit Bhāradvāja

Ekaṁ samayaṁ āyasmā piṇḍolabhāradvājo kosambiyaṁ viharati ghositārāme. Einmal hielt sich der Ehrwürdige Bhāradvāja der Almosensammler bei Kosambī auf, in Ghositas Kloster.

Atha kho rājā udeno yenāyasmā piṇḍolabhāradvājo tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā āyasmatā piṇḍolabhāradvājena saddhiṁ sammodi. Da ging der König Udena zu Bhāradvāja dem Almosensammler und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus.

Sammodanīyaṁ kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretvā ekamantaṁ nisīdi. Ekamantaṁ nisinno kho rājā udeno āyasmantaṁ piṇḍolabhāradvājaṁ etadavoca: Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte er sich zur Seite hin und sagte zu Bhāradvāja:

“ko nu kho, bho bhāradvāja, hetu ko paccayo yenime daharā bhikkhū susū kāḷakesā bhadrena yobbanena samannāgatā paṭhamena vayasā anikīḷitāvino kāmesu yāvajīvaṁ paripuṇṇaṁ parisuddhaṁ brahmacariyaṁ caranti, addhānañca āpādentī”ti? „Herr Bhāradvāja, es gibt jugendliche Mönche, die jung sind, mit makellos schwarzem Haar, von Jugend gesegnet, in der Blüte des Lebens, und die nie mit den Sinnenfreuden gespielt haben. Was ist der Grund, was ist die Ursache, dass sie das vollkommene und reine geistliche Leben führen, solange sie leben, und es über lange Zeit aufrechterhalten?“

“Vuttaṁ kho etaṁ, mahārāja, tena bhagavatā jānatā passatā arahatā sammāsambuddhena: „Großer König, vom Gesegneten, der erkennt und sieht, dem Vollendeten, dem vollkommen erwachten Buddha wurde gesagt:

‘etha tumhe, bhikkhave, mātumattīsu mātucittaṁ upaṭṭhapetha, bhaginimattīsu bhaginicittaṁ upaṭṭhapetha, dhītumattīsu dhītucittaṁ upaṭṭhapethā’ti. ‚Bitte, Mönche, denkt an Frauen im Alter eurer Mutter wie an eure Mutter, an Frauen im Alter eurer Schwester wie an eure Schwester und an Frauen im Alter eurer Tochter wie an eure Tochter.‘

Ayaṁ kho, mahārāja, hetu, ayaṁ paccayo yenime daharā bhikkhū susū kāḷakesā bhadrena yobbanena samannāgatā paṭhamena vayasā anikīḷitāvino kāmesu yāvajīvaṁ paripuṇṇaṁ parisuddhaṁ brahmacariyaṁ caranti, addhānañca āpādentī”ti. Das ist der Grund, das ist die Ursache, dass diese jungen Mönche das vollkommene und reine geistliche Leben führen, solange sie leben, und es über lange Zeit aufrechterhalten.“

“Lolaṁ kho, bho bhāradvāja, cittaṁ. „Aber Herr Bhāradvāja, der Geist ist zügellos.

Appekadā mātumattīsupi lobhadhammā uppajjanti, bhaginimattīsupi lobhadhammā uppajjanti, dhītumattīsupi lobhadhammā uppajjanti. Manchmal kommen begehrliche Gedanken selbst bei Frauen im Alter der eigenen Mutter, der eigenen Schwester oder der eigenen Tochter auf.

Atthi nu kho, bho bhāradvāja, añño ca hetu, añño ca paccayo yenime daharā bhikkhū susū kāḷakesā …pe… addhānañca āpādentī”ti? Gibt es einen anderen Grund, eine andere Ursache, dass diese jungen Mönche das vollkommene und reine geistliche Leben führen, solange sie leben?“

“Vuttaṁ kho etaṁ, mahārāja, tena bhagavatā jānatā passatā arahatā sammāsambuddhena: „Großer König, vom Gesegneten, der erkennt und sieht, dem Vollendeten, dem vollkommen erwachten Buddha wurde gesagt:

‘etha tumhe, bhikkhave, imameva kāyaṁ uddhaṁ pādatalā adho kesamatthakā tacapariyantaṁ pūraṁ nānappakārassa asucino paccavekkhatha—‚Bitte, Mönche, betrachtet euren eigenen Körper von den Fußsohlen aufwärts und von den Haarspitzen abwärts, der von Haut umhüllt und mit zahlreichen widerlichen Dingen angefüllt ist.

atthi imasmiṁ kāye kesā lomā nakhā dantā taco maṁsaṁ nhāru aṭṭhi aṭṭhimiñjaṁ vakkaṁ hadayaṁ yakanaṁ kilomakaṁ pihakaṁ papphāsaṁ antaṁ antaguṇaṁ udariyaṁ karīsaṁ pittaṁ semhaṁ pubbo lohitaṁ sedo medo assu vasā kheḷo siṅghāṇikā lasikā muttan’ti. In diesem Körper gibt es Kopfhaare, Körperhaare, Nägel, Zähne, Haut, Fleisch, Sehnen, Knochen, Knochenmark, Nieren, Herz, Leber, Zwerchfell, Milz, Lungen, Därme, Gekröse, Speisebrei, Kot, Galle, Schleim, Eiter, Blut, Schweiß, Fett, Tränen, Talg, Speichel, Nasenschleim, Gelenkschmiere, Urin.‘

Ayampi kho, mahārāja, hetu, ayaṁ paccayo yenime daharā bhikkhū susū kāḷakesā …pe… addhānañca āpādentī”ti. Auch das ist ein Grund, großer König, das ist eine Ursache, dass diese jungen Mönche das vollkommene und reine geistliche Leben führen, solange sie leben, und es über lange Zeit aufrechterhalten.“

“Ye te, bho bhāradvāja, bhikkhū bhāvitakāyā bhāvitasīlā bhāvitacittā bhāvitapaññā, tesaṁ taṁ sukaraṁ hoti. „Das ist einfach für diejenigen Mönche, die ihr körperliches Durchhaltevermögen, ihr sittliches Verhalten, ihren Geist und ihre Weisheit entwickelt haben.

Ye ca kho te, bho bhāradvāja, bhikkhū abhāvitakāyā abhāvitasīlā abhāvitacittā abhāvitapaññā, tesaṁ taṁ dukkaraṁ hoti. Aber es ist schwer für diejenigen Mönche, die ihr körperliches Durchhaltevermögen, ihr sittliches Verhalten, ihren Geist und ihre Weisheit nicht entwickelt haben.

Appekadā, bho bhāradvāja, asubhato manasi karissāmīti subhatova āgacchati. Manchmal habe ich vor, den Geist auf die abstoßende Seite einer Sache zu richten, aber es kommt mir nur ihre Schönheit in den Sinn.

Atthi nu kho, bho bhāradvāja, añño ca kho hetu añño ca paccayo yenime daharā bhikkhū susū kāḷakesā …pe… addhānañca āpādentī”ti? Gibt es einen anderen Grund, eine andere Ursache, dass diese jungen Mönche das vollkommene und reine geistliche Leben führen, solange sie leben?“

“Vuttaṁ kho etaṁ, mahārāja, tena bhagavatā jānatā passatā arahatā sammāsambuddhena: „Großer König, vom Gesegneten, der erkennt und sieht, dem Vollendeten, dem vollkommen erwachten Buddha wurde gesagt:

‘etha tumhe, bhikkhave, indriyesu guttadvārā viharatha. ‚Bitte, Mönche, lebt, indem ihr die Tore der Sinne bewacht.

Cakkhunā rūpaṁ disvā mā nimittaggāhino ahuvattha, mānubyañjanaggāhino. Wenn ihr mit dem Auge ein Bild seht, bleibt nicht an den Merkmalen und Einzelheiten hängen.

Yatvādhikaraṇamenaṁ cakkhundriyaṁ asaṁvutaṁ viharantaṁ abhijjhādomanassā pāpakā akusalā dhammā anvāssaveyyuṁ, tassa saṁvarāya paṭipajjatha. Rakkhatha cakkhundriyaṁ; cakkhundriye saṁvaraṁ āpajjatha. Wenn das Sehvermögen nicht gezügelt wäre, würden schlechte, untaugliche Eigenschaften von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit überhandnehmen. Aus diesem Grund übt Zügelung, bewacht das Sehvermögen und haltet es im Zaum.

Sotena saddaṁ sutvā …pe… Wenn ihr mit dem Ohr einen Ton hört …

ghānena gandhaṁ ghāyitvā … Wenn ihr mit der Nase einen Geruch riecht …

jivhāya rasaṁ sāyitvā … Wenn ihr mit der Zunge einen Geschmack schmeckt …

kāyena phoṭṭhabbaṁ phusitvā … Wenn ihr mit dem Körper eine Berührung empfindet …

manasā dhammaṁ viññāya mā nimittaggāhino ahuvattha, mānubyañjanaggāhino. Wenn ihr mit dem Geist eine Vorstellung erkennt, bleibt nicht an den Merkmalen und Einzelheiten hängen.

Yatvādhikaraṇamenaṁ manindriyaṁ asaṁvutaṁ viharantaṁ abhijjhādomanassā pāpakā akusalā dhammā anvāssaveyyuṁ, tassa saṁvarāya paṭipajjatha. Rakkhatha manindriyaṁ; manindriye saṁvaraṁ āpajjathā’ti. Wenn das Vorstellungsvermögen nicht gezügelt wäre, würden schlechte, untaugliche Eigenschaften von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit überhandnehmen. Aus diesem Grund übt Zügelung, bewacht das Vorstellungsvermögen und haltet es im Zaum.‘

Ayampi kho, mahārāja, hetu ayaṁ paccayo yenime daharā bhikkhū susū kāḷakesā bhadrena yobbanena samannāgatā paṭhamena vayasā anikīḷitāvino kāmesu yāvajīvaṁ paripuṇṇaṁ parisuddhaṁ brahmacariyaṁ caranti, addhānañca āpādentī”ti. Auch das ist ein Grund, großer König, das ist eine Ursache, dass diese jungen Mönche das vollkommene und reine geistliche Leben führen, solange sie leben, und es über lange Zeit aufrechterhalten.“

“Acchariyaṁ, bho bhāradvāja; abbhutaṁ, bho bhāradvāja. „Es ist unglaublich, Herr Bhāradvāja, es ist erstaunlich,

Yāva subhāsitañcidaṁ, bho bhāradvāja, tena bhagavatā jānatā passatā arahatā sammāsambuddhena. wie treffend das vom Buddha gesagt wurde!

Esova kho, bho bhāradvāja, hetu, esa paccayo yenime daharā bhikkhū susū kāḷakesā bhadrena yobbanena samannāgatā paṭhamena vayasā anikīḷitāvino kāmesu yāvajīvaṁ paripuṇṇaṁ parisuddhaṁ brahmacariyaṁ caranti, addhānañca āpādentīti. Das ist der wahre Grund, das ist die Ursache, dass diese jungen Mönche das vollkommene und reine geistliche Leben führen, solange sie leben, und es über lange Zeit aufrechterhalten.

Ahampi kho, bho bhāradvāja, yasmiṁ samaye arakkhiteneva kāyena, arakkhitāya vācāya, arakkhitena cittena, anupaṭṭhitāya satiyā, asaṁvutehi indriyehi antepuraṁ pavisāmi, ativiya maṁ tasmiṁ samaye lobhadhammā parisahanti. Denn auch ich betrete manchmal den Harem, ohne Körper, Sprache und Geist zu bewachen, ohne die Achtsamkeit zu verankern und die Sinne zu zügeln. Zu diesen Zeiten gehen machtvolle begehrliche Gedanken mit mir durch.

Yasmiñca khvāhaṁ, bho bhāradvāja, samaye rakkhiteneva kāyena, rakkhitāya vācāya, rakkhitena cittena, upaṭṭhitāya satiyā, saṁvutehi indriyehi antepuraṁ pavisāmi, na maṁ tathā tasmiṁ samaye lobhadhammā parisahanti. Aber manchmal betrete ich den Harem und bewache Körper, Sprache und Geist, verankere die Achtsamkeit und zügele die Sinne. Zu diesen Zeiten gehen solche Gedanken nicht mit mir durch.

Abhikkantaṁ, bho bhāradvāja, abhikkantaṁ, bho bhāradvāja. Vortrefflich, Herr Bhāradvāja! Vortrefflich!

Seyyathāpi, bho bhāradvāja, nikkujjitaṁ vā ukkujjeyya, paṭicchannaṁ vā vivareyya, mūḷhassa vā maggaṁ ācikkheyya, andhakāre vā telapajjotaṁ dhāreyya: ‘cakkhumanto rūpāni dakkhantī’ti; evamevaṁ bhotā bhāradvājena anekapariyāyena dhammo pakāsito. Als würde er das Umgestürzte aufrichten oder das Verborgene enthüllen oder den Verirrten den Weg weisen oder im Dunkeln ein Licht anzünden, sodass Menschen mit klaren Augen sehen könnten, was da ist, so hat Herr Bhāradvāja die Lehre auf vielerlei Weise klargemacht.

Esāhaṁ, bho bhāradvāja, taṁ bhagavantaṁ saraṇaṁ gacchāmi, dhammañca, bhikkhusaṅghañca. Ich nehme Zuflucht zum Buddha, zur Lehre und zum Saṅgha der Mönche und Nonnen.

Upāsakaṁ maṁ bhavaṁ bhāradvājo dhāretu ajjatagge pāṇupetaṁ saraṇaṁ gatan”ti. Von diesem Tag an soll Herr Bhāradvāja mich als Laienschüler in Erinnerung behalten, der für sein ganzes Leben Zuflucht genommen hat.“

Catutthaṁ.
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