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Saṁyutta Nikāya 35.132 Verbundene Lehrreden 35.132
13. Gahapativagga 13. Das Kapitel mit Hausbesitzern
Lohiccasutta Mit Lohicca
Ekaṁ samayaṁ āyasmā mahākaccāno avantīsu viharati makkarakate araññakuṭikāyaṁ. Einmal hielt sich der Ehrwürdige Mahākaccāna im Land der Avantier auf, in einer Hütte in der Wildnis bei Makkarakaṭa.
Atha kho lohiccassa brāhmaṇassa sambahulā antevāsikā kaṭṭhahārakā māṇavakā yenāyasmato mahākaccānassa araññakuṭikā tenupasaṅkamiṁsu; upasaṅkamitvā parito parito kuṭikāya anucaṅkamanti anuvicaranti uccāsaddā mahāsaddā kānici kānici seleyyakāni karonti: Da kamen einige junge Vedenstudenten, Zöglinge des Brahmanen Lohicca, beim Sammeln von Feuerholz in die Nähe von Mahākaccānas Hütte. Sie zogen und streiften um die Hütte herum, machten einen Höllenlärm und spotteten auf vielerlei Art:
“ime pana muṇḍakā samaṇakā ibbhā kaṇhā bandhupādāpaccā, imesaṁ bharatakānaṁ sakkatā garukatā mānitā pūjitā apacitā”ti. „Diese glatzköpfigen Pfaffen, diese falschen Asketen, diese Primitiven, diese schwarze Ausgeburt aus den Füßen unseres Verwandten, des Gebieters! Sie werden geehrt, geachtet, gewürdigt, verehrt und wertgeschätzt von denen, die vorgeben, Erben der vedischen Kultur zu sein.“
Atha kho āyasmā mahākaccāno vihārā nikkhamitvā te māṇavake etadavoca: Da kam Mahākaccāna aus seiner Hütte und sagte zu diesen jungen Vedenstudenten:
“mā māṇavakā saddamakattha; „Ihr jungen Vedenstudenten, macht nicht so einen Lärm.
dhammaṁ vo bhāsissāmī”ti. Ich werde zu euch über die Lehre sprechen.“
Evaṁ vutte, te māṇavakā tuṇhī ahesuṁ. Und die jungen Vedenstudenten verstummten.
Atha kho āyasmā mahākaccāno te māṇavake gāthāhi ajjhabhāsi: Da sagte Mahākaccāna ihnen diese Strophen auf:
“Sīluttamā pubbatarā ahesuṁ, „Die Brahmanen von einst setzten Sittlichkeit an die erste Stelle
Te brāhmaṇā ye purāṇaṁ saranti; und erinnerten sich an die alten Bräuche.
Guttāni dvārāni surakkhitāni, Die Tore ihrer Sinne waren gut bewacht,
Ahesuṁ tesaṁ abhibhuyya kodhaṁ. und sie hatten den Zorn gemeistert.
Dhamme ca jhāne ca ratā ahesuṁ, Jene Brahmanen, die sich an die alten Bräuche erinnerten,
Te brāhmaṇā ye purāṇaṁ saranti. fanden Vergnügen in Tugend und Vertiefung.
Ime ca vokkamma japāmaseti, Aber diese sind vom Weg abgekommen. Angeblich sagen sie auf,
Gottena mattā visamaṁ caranti; doch sie leben unausgewogen und bewerten Menschen nach ihrem Stamm.
Kodhābhibhūtā puthuattadaṇḍā, Von Zorn beherrscht, greifen sie nach vielen Waffen,
Virajjamānā sataṇhātaṇhesu. greifen Starke und Schwache an.
Aguttadvārassa bhavanti moghā, Für jemanden, der die Tore der Sinne nicht bewacht, ist alles umsonst,
Supineva laddhaṁ purisassa vittaṁ; wie der Reichtum, den ein Mensch im Traum gewinnt.
Anāsakā thaṇḍilasāyikā ca, Fasten, auf blankem Boden schlafen,
Pāto sinānañca tayo ca vedā. beim Morgengrauen baden, die drei Veden,
Kharājinaṁ jaṭāpaṅko, ein raues Fell, Rastalocken und Schmutz,
mantā sīlabbataṁ tapo; Hymnen, Regeln und Gelübde, inbrünstige Askese,
Kuhanā vaṅkadaṇḍā ca, diese falschen krummen Stäbe
udakācamanāni ca; und das Besprengen mit Wasser:
Vaṇṇā ete brāhmaṇānaṁ, Diese Wahrzeichen der Brahmanen
katā kiñcikkhabhāvanā. dienen nur dem Erlangen von Gewinn.
Cittañca susamāhitaṁ, Ein gesammelter Geist,
vippasannamanāvilaṁ; klar und ungestört,
Akhilaṁ sabbabhūtesu, gütig zu allen Geschöpfen:
so maggo brahmapattiyā”ti. Das ist der Weg, um zu Brahmā zu gelangen!“
Atha kho te māṇavakā kupitā anattamanā yena lohicco brāhmaṇo tenupasaṅkamiṁsu; upasaṅkamitvā lohiccaṁ brāhmaṇaṁ etadavocuṁ: Da waren diese jungen Vedenstudenten zornig und aufgebracht, gingen zum Brahmanen Lohicca und meldeten ihm:
“yagghe bhavaṁ jāneyya, samaṇo mahākaccāno brāhmaṇānaṁ mante ekaṁsena apavadati, paṭikkosatī”ti? „Bitte, Herr, du sollst wissen, dass der Asket Mahākaccāna die Hymnen der Brahmanen geradeheraus verurteilt und ablehnt!“
Evaṁ vutte, lohicco brāhmaṇo kupito ahosi anattamano. Daraufhin war Lohicca zornig und aufgebracht.
Atha kho lohiccassa brāhmaṇassa etadahosi: Dann dachte er:
“na kho pana metaṁ patirūpaṁ yohaṁ aññadatthu māṇavakānaṁyeva sutvā samaṇaṁ mahākaccānaṁ akkoseyyaṁ paribhāseyyaṁ. „Aber es wäre nicht angebracht für mich, den Asketen Mahākaccāna zu beschimpfen und zu beleidigen, bloß auf der Grundlage von dem, was ich von diesen jungen Vedenstudenten gehört habe.
Yannūnāhaṁ upasaṅkamitvā puccheyyan”ti. Warum gehe ich nicht zu ihm und befrage ihn?“
Atha kho lohicco brāhmaṇo tehi māṇavakehi saddhiṁ yenāyasmā mahākaccāno tenupasaṅkami; upasaṅkamitvā āyasmatā mahākaccānena saddhiṁ sammodi. Da ging der Brahmane Lohicca zusammen mit jenen jungen Vedenstudenten zum Ehrwürdigen Mahākaccāna und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus.
Sammodanīyaṁ kathaṁ sāraṇīyaṁ vītisāretvā ekamantaṁ nisīdi. Ekamantaṁ nisinno kho lohicco brāhmaṇo āyasmantaṁ mahākaccānaṁ etadavoca: Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte er sich zur Seite hin und sagte zu ihm:
“āgamaṁsu nu khvidha, bho kaccāna, amhākaṁ sambahulā antevāsikā kaṭṭhahārakā māṇavakā”ti? „Herr Kaccāna, sind einige junge Vedenstudenten, Zöglinge von mir, beim Sammeln von Feuerholz hier vorbeigekommen?“
“Āgamaṁsu khvidha te, brāhmaṇa, sambahulā antevāsikā kaṭṭhahārakā māṇavakā”ti. „Das sind sie, Brahmane.“
“Ahu pana bhoto kaccānassa tehi māṇavakehi saddhiṁ kocideva kathāsallāpo”ti? „Aber hattest du eine Unterhaltung mit ihnen?“
“Ahu kho me, brāhmaṇa, tehi māṇavakehi saddhiṁ kocideva kathāsallāpo”ti. „Das hatte ich.“
“Yathā kathaṁ pana bhoto kaccānassa tehi māṇavakehi saddhiṁ ahosi kathāsallāpo”ti? „Aber welche Art von Unterhaltung hattest du mit ihnen?“
“Evaṁ kho me, brāhmaṇa, tehi māṇavakehi saddhiṁ ahosi kathāsallāpo: „Diese Unterhaltung hatte ich mit den jungen Vedenstudenten:
‘Sīluttamā pubbatarā ahesuṁ, ‚Die Brahmanen von einst setzten Sittlichkeit an die erste Stelle
Te brāhmaṇā ye purāṇaṁ saranti; und erinnerten sich an die alten Bräuche.
…pe… …
Akhilaṁ sabbabhūtesu, gütig zu allen Geschöpfen:
So maggo brahmapattiyā’ti. Das ist der Weg, um zu Brahmā zu gelangen!‘
Evaṁ kho me, brāhmaṇa, tehi māṇavakehi saddhiṁ ahosi kathāsallāpo”ti. Das ist die Unterhaltung, die ich mit den jungen Vedenstudenten hatte.“
“‘Aguttadvāro’ti bhavaṁ kaccāno āha. „Herr Kaccāna sprach von jemandem, der die Tore der Sinne nicht bewacht.
Kittāvatā nu kho, bho kaccāna, aguttadvāro hotī”ti? Inwiefern bewacht jemand die Tore der Sinne nicht?“
“Idha, brāhmaṇa, ekacco cakkhunā rūpaṁ disvā piyarūpe rūpe adhimuccati, appiyarūpe rūpe byāpajjati, anupaṭṭhitakāyassati ca viharati, parittacetaso „Brahmane, da sieht jemand mit dem Auge ein Bild. Wenn es angenehm ist, hält er daran fest, aber wenn es unangenehm ist, lehnt er es ab. Seine Achtsamkeit auf den Körper ist nicht verankert und sein Herz ist eng.
tañca cetovimuttiṁ paññāvimuttiṁ yathābhūtaṁ nappajānāti yatthassa te uppannā pāpakā akusalā dhammā aparisesā nirujjhanti. Und er versteht nicht wahrhaftig die Freiheit des Herzens und die Freiheit durch Weisheit, wo diese entstandenen schlechten, untauglichen Eigenschaften restlos aufhören.
Sotena saddaṁ sutvā … Da hört jemand mit dem Ohr einen Ton …
ghānena gandhaṁ ghāyitvā … Da riecht jemand mit der Nase einen Geruch …
jivhāya rasaṁ sāyitvā … Da schmeckt jemand mit der Zunge einen Geschmack …
kāyena phoṭṭhabbaṁ phusitvā … Da empfindet jemand mit dem Körper eine Berührung …
manasā dhammaṁ viññāya piyarūpe dhamme adhimuccati, appiyarūpe ca dhamme byāpajjati, anupaṭṭhitakāyassati ca viharati, parittacetaso Da erkennt jemand mit dem Geist eine Vorstellung. Wenn sie angenehm ist, hält er daran fest, aber wenn sie unangenehm ist, lehnt er sie ab. Seine Achtsamkeit auf den Körper ist nicht verankert und sein Herz ist eng.
tañca cetovimuttiṁ paññāvimuttiṁ yathābhūtaṁ nappajānāti yatthassa te uppannā pāpakā akusalā dhammā aparisesā nirujjhanti. Und er versteht nicht wahrhaftig die Freiheit des Herzens und die Freiheit durch Weisheit, wo diese entstandenen schlechten, untauglichen Eigenschaften restlos aufhören.
Evaṁ kho, brāhmaṇa, aguttadvāro hotī”ti. So bewacht jemand die Tore der Sinne nicht.“
“Acchariyaṁ, bho kaccāna, abbhutaṁ, bho kaccāna. „Es ist unglaublich, Herr Kaccāna, es ist erstaunlich!
Yāvañcidaṁ bhotā kaccānena aguttadvārova samāno aguttadvāroti akkhāto. Wie genau du erklärt hast, wie jemand die Tore der Sinne nicht bewacht!
‘Guttadvāro’ti bhavaṁ kaccāno āha. Herr Kaccāna sprach auch von jemandem, der die Tore der Sinne bewacht.
Kittāvatā nu kho, bho kaccāna, guttadvāro hotī”ti? Inwiefern bewacht jemand die Tore der Sinne?“
“Idha, brāhmaṇa, bhikkhu cakkhunā rūpaṁ disvā piyarūpe rūpe nādhimuccati, appiyarūpe rūpe na byāpajjati, upaṭṭhitakāyassati ca viharati, appamāṇacetaso „Brahmane, da sieht jemand mit dem Auge ein Bild. Wenn es angenehm ist, hält er nicht daran fest, und wenn es unangenehm ist, lehnt er es nicht ab. Seine Achtsamkeit auf den Körper ist verankert und sein Herz ist grenzenlos.
tañca cetovimuttiṁ paññāvimuttiṁ yathābhūtaṁ pajānāti yatthassa te uppannā pāpakā akusalā dhammā aparisesā nirujjhanti. Und er versteht wahrhaftig die Freiheit des Herzens und die Freiheit durch Weisheit, wo diese entstandenen schlechten, untauglichen Eigenschaften restlos aufhören.
Sotena saddaṁ sutvā … Da hört jemand mit dem Ohr einen Ton …
ghānena gandhaṁ ghāyitvā … Da riecht jemand mit der Nase einen Geruch …
jivhāya rasaṁ sāyitvā … Da schmeckt jemand mit der Zunge einen Geschmack …
kāyena phoṭṭhabbaṁ phusitvā … Da empfindet jemand mit dem Körper eine Berührung …
manasā dhammaṁ viññāya piyarūpe dhamme nādhimuccati, appiyarūpe dhamme na byāpajjati, upaṭṭhitakāyassati ca viharati, appamāṇacetaso Da erkennt jemand mit dem Geist eine Vorstellung. Wenn sie angenehm ist, hält er nicht daran fest, und wenn sie unangenehm ist, lehnt er sie nicht ab. Seine Achtsamkeit auf den Körper ist verankert und sein Herz ist grenzenlos.
tañca cetovimuttiṁ paññāvimuttiṁ yathābhūtaṁ pajānāti, yatthassa te uppannā pāpakā akusalā dhammā aparisesā nirujjhanti. Und er versteht wahrhaftig die Freiheit des Herzens und die Freiheit durch Weisheit, wo diese entstandenen schlechten, untauglichen Eigenschaften restlos aufhören.
Evaṁ kho, brāhmaṇa, guttadvāro hotī”ti. So bewacht jemand die Tore der Sinne.“
“Acchariyaṁ, bho kaccāna, abbhutaṁ, bho kaccāna. „Es ist unglaublich, Herr Kaccāna, es ist erstaunlich!
Yāvañcidaṁ bhotā kaccānena guttadvārova samāno guttadvāroti akkhāto. Wie genau du erklärt hast, wie jemand die Tore der Sinne bewacht!
Abhikkantaṁ, bho kaccāna; abhikkantaṁ, bho kaccāna. Vortrefflich, Herr Kaccāna! Vortrefflich!
Seyyathāpi, bho kaccāna, nikkujjitaṁ vā ukkujjeyya, paṭicchannaṁ vā vivareyya, mūḷhassa vā maggaṁ ācikkheyya, andhakāre vā telapajjotaṁ dhāreyya: ‘cakkhumanto rūpāni dakkhantī’ti; evamevaṁ bhotā kaccānena anekapariyāyena dhammo pakāsito. Als würde er das Umgestürzte aufrichten oder das Verborgene enthüllen oder den Verirrten den Weg weisen oder im Dunkeln ein Licht anzünden, sodass Menschen mit klaren Augen sehen könnten, was da ist, so hat Herr Kaccāna die Lehre auf vielerlei Weise klargemacht.
Esāhaṁ, bho kaccāna, taṁ bhagavantaṁ saraṇaṁ gacchāmi, dhammañca, bhikkhusaṅghañca. Ich nehme Zuflucht zum Buddha, zur Lehre und zum Saṅgha der Mönche und Nonnen.
Upāsakaṁ maṁ bhavaṁ kaccāno dhāretu ajjatagge pāṇupetaṁ saraṇaṁ gataṁ. Von diesem Tag an soll Herr Kaccāna mich als Laienschüler in Erinnerung behalten, der für sein ganzes Leben Zuflucht genommen hat.
Yathā ca bhavaṁ kaccāno makkarakate upāsakakulāni upasaṅkamati; evameva lohiccakulaṁ upasaṅkamatu. Bitte komm zu meiner Familie, gerade so, wie du zu den Laienfamilien in Makkarakaṭa gehst.
Tattha ye māṇavakā vā māṇavikā vā bhavantaṁ kaccānaṁ abhivādessanti paccuṭṭhissanti āsanaṁ vā udakaṁ vā dassanti, tesaṁ taṁ bhavissati dīgharattaṁ hitāya sukhāyā”ti. Die Brahmanenjungen und -mädchen werden sich vor dir verbeugen, für dich aufstehen, dir einen Sitz und Wasser anbieten. Das wird zu ihrem langanhaltenden Nutzen und Glück sein.“
Navamaṁ.